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Sieg fürs 'Selbstvertrauen'

FCB hofft auf Serie wie in der Vorrunde

Es war die 66. Minute. Die Zuschauer, die es mitbekamen, rieben sich verwundert die Augen: Auf der Anzeigetafel des Vierten Offiziellen flackerte die Nummer 1 auf. Manuel Neuer muss für Luiz Gustavo Platz machen? Und das bei einer 1:0-Führung? Sekunden später löste sich das Missverständnis auf. Der Vierte Schiedsrichter hatte sich nur vertippt. Neuer blieb im Tor, Thomas Müller verließ den Rasen. Durchatmen bei den Fans.

Im Nachhinein hätte aber wohl auch Luiz Gustavo die letzten rund 25 Minuten das Tor des FC Bayern hüten können: Die neu formierte Defensivabteilung des FC Bayern um Holger Badstuber und Jérôme Boateng stand sicher. Der VfL Wolfsburg schoss zwar ein paar Mal in Richtung, aber kein einziges Mal auf das Gehäuse des deutschen Rekordmeisters. Da die Münchner dies offensiv deutlich besser machten, siegten sie am Ende völlig verdient dank der Tore von Mario Gomez (60.) und Arjen Robben (90.+2) mit 2:0 (0:0).

„Das war sehr, sehr wichtig für unser Selbstvertrauen“, sagte Cheftrainer Jupp Heynckes nach dem ersten dreifachen Punktegewinn in der Rückrunde. Dass dies durch die 1:3-Auftaktniederlage in Gladbach etwas angekratzt war, wurde während der 90 Minuten gegen den VfL durchaus deutlich. „Uns hat die Sicherheit etwas gefehlt“, analysierte der Coach und fügte an: „Wichtig war, dass wir zu null gespielt haben.“

Vor allem vom Engagement (54 Prozent gewonnene Zweikämpfe) und der Disziplin her habe sich seine Mannschaft deutlich gesteigert, sagte Heynckes, der der vergebenen Großchance von Toptorjäger Gomez aus der Anfangsphase (19.) etwas nachtrauerte: „Wenn wir frühzeitig in Führung gegangen wären, wäre es ein gemütlicher Nachmittag geworden. So war es manchmal etwas zäh.“ Ähnlich sah es Kapitän Lahm, der anmerkte, dass man natürlich besser Fußball spielen könne: „Es braucht einfach etwas Zeit, bis wir wieder voll im Rhythmus sind.“

FCB 'hat alles in der eigenen Hand'

Auch wenn es gegen die defensiv ausgerichteten Wölfe „keine glanzvolle Vorstellung“ (Christian Nerlinger) war: Durch den achten Heimsieg in dieser Saison verteidigte der FCB die Tabellenführung vor den punktgleichen Teams aus Dortmund und Schalke. Zudem weist der deutsche Rekordmeister weiterhin die um vier (BVB) bzw. zwölf (S04) Treffer bessere Tordifferenz im Vergleich zu den Konkurrenten auf. „Wenn man ganz oben steht, braucht man nicht auf andere zu schauen. Man hat alles in der eigenen Hand“, erklärte Lahm.

Damit dies so bleibt, hofft der FCB nun auf den Start einer Serie - wie in der Vorrunde, als man ebenfalls das erste Spiel verlor, das zweite knapp gewann und anschließend 13 Pflichtspiele in Folge ungeschlagen blieb. „Es ist tatsächlich eine große Ähnlichkeit zu erkennen“, sagte Sportdirektor Nerlinger. Toni Kroos hoffte, „dass wir das wiederholen können.“ Aber dafür, so der Nationalspieler, „müssen wir uns noch ein Stück weit verbessern“.

'Viel Druck, viel Stress'

Entscheidende Impulse setzte gegen den VfL Wolfsburg Franck Ribéry, der nach seiner Gelb-Rot-Sperre in die Startelf zurückkehrte und beispielsweise den Freistoß vor dem 1:0 durch Gomez herausholte. „Ich bin wieder dabei. Das ist wichtig für mich und die Mannschaft“, erklärte der Franzose. Dass es gegen das Team von Ex-Bayern-Coach Felix Magath nicht immer rund lief, begründete Ribéry mit dem Druck, der auf der Mannschaft lastete: „Es war eine lange Woche. Wir hatten viel Druck, viel Stress.“

Ähnlich sah dies Teamkollege Kroos. „Zwei Niederlagen am Stück sind hier verboten. Daher konnte man kein Festival erwarten“, berichtete der Nationalspieler. Thomas Müller kritisierte die mediale Berichterstattung während der vergangenen Woche. Es wäre so geschrieben und gesprochen worden, „als stünden wir irgendwo im Mittelfeld der Tabelle“.

Dem ist nicht so. Am kommenden Wochenende will der FCB die Spitzenposition mit einem Sieg in Hamburg untermauern. Fehlen wird dann Rafinha, der in der zweiten Halbzeit die fünfte Gelbe Karte sah. Nach Daniel van Buyten und Diego Contento muss damit der dritte Defensivmann passen. Wer Rafinha ersetzen wird, wollte Coach Heynckes noch nicht verraten. Nur eines steht wohl fest: Manuel Neuer wird es nicht sein.

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