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Ein Tor, zwei Schützen

Robben schenkt Olic sein Tor

Ein Tor, zwei Schützen - gibt’s nicht? Gibt’s doch! Am Samstagnachmittag in der Allianz Arena waren 69.000 Zuschauer Zeuge dieser ungewöhnlichen Konstellation. Erst wurde Ivica Olic als Torschütze gefeiert, dann korrigierte der Stadionsprecher: Tor durch Robben. Die Zeitlupe hatte dies aufgedeckt. Doch der offizielle Torschütze stellte abermals richtig: „Es war Ivis Tor - auch wenn es wohl meinem Konto gutgeschrieben wird.“

Was war passiert? Es lief bereits die Nachspielzeit im Heimspiel gegen Wolfsburg, als Philipp Lahm einen Freistoß schnell ausführte und den Ball gefühlvoll in den Lauf von Olic chippte. Der Kroate war auf und davon, Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio eilte weit aus seinem Kasten - und Schlitzohr Olic lupfte die Kugel vom linken Strafraumeck über Benaglio hinweg Richtung leeres Tor. Einmal sprang der Ball im Fünfmeterraum noch auf, dann rauschten Felipe Lopes und Ricardo Rodriguez heran. Mit letztem Einsatz grätschte Lopes den Ball von der Torlinie, schoss dabei jedoch den ebenfalls herangeeilten Robben an, von dessen Bauch und Unterarm das Leder ins Tor prallte.

„Ich habe erst gedacht, dass der Ball schon über der Linie war“, erzählte Olic. Nach Ansicht der TV-Bilder glaubt er aber auch, dass Robben die Kugel schließlich ins Tor befördert hat. „Es war ganz knapp. Gut, dass Arjen da war“, sagte der Stürmer und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Trotzdem war ich glücklich. Es ist mein erstes Siegtor seit langem.“

Verletzungen abgehakt

Vor fünf Monaten hatte Olic zum letzten Mal ein Tor erzielt. Damals, Ende August, hatte er gegen den Hamburger SV aber kaum Grund zum Jubeln. Denn bei seinem Kopfballtreffer erlitt er einen Teilriss einer Sehne im rechten Hüftbeugemuskel und musste acht Wochen pausieren. Dabei hatte er gerade erst nach einer neunmonatigen Verletzungspause (Knie) sein Comeback gefeiert.

Jetzt hat sich Olic erneut zurückgemeldet. Nach einer guten Vorbereitung ist er voller Tatendrang. „Ich habe schon lange das Gefühl, dass ich fit bin. Das habe in der Vorbereitung gezeigt“, sagte er. Der 32-Jährige hält es daher für „nicht so ein Wunder, dass ich so eine Aktion hatte.“ Dass er den Treffer an Robben noch abtreten musste, stört Olic nicht. „Ich bin jetzt gesund und fit - die Tore werden kommen“, meinte er.

Außergewöhnlicher Robben

Das 2:0 gegen Wolfsburg bekommt Olic von Robben auf jeden Fall schon mal geschenkt. „Er hat es super gemacht und es sich verdient“, meinte der Holländer, „er zeigt immer super Einsatz und gibt immer alles für die Mannschaft.“ Dabei war es auch für Robben ein besonderer Treffer, nämlich sein erstes Ligator aus dem laufenden Spiel heraus seit vier Monaten. Insgesamt war er damit in 69 Pflichtspielen für den FC Bayern an 61 Treffern beteiligt (43 Tore, 18 Vorlagen) - eine außergewöhnliche Bilanz.

Bemerkenswert war aber auch die Defensivleistung des Turbodribblers gegen Wolfsburg. Sieben Ballgewinne verzeichneten Robben, mehr als jeder andere Spieler auf dem Platz. In der Nachspielzeit wurde er dann mit dem Tor für seinen kämpferischen Einsatz belohnt. „Ich glaube, es war mein schönstes Tor bis jetzt“, schmunzelte er. Denn auch er weiß, wie groß Olic' Anteil daran ist. Zählt das Tor jetzt für Robben oder Olic? Kapitän Philipp Lahm urteilte salomonisch: „50 - 50.“

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