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Hoffen auf verletzungsfreie Zeit

Robben will 'endlich wieder Spaß haben'

Arjen Robben. Mit diesem Namen verbinden die Bayern-Fans sehr, sehr viel Gutes. Ohne den Niederländer hätte der FCB das Champions-League-Finale 2010 beispielsweise wohl nicht erreicht. Aber es gibt leider auch eine andere Seite des Arjen Robben: die mit den vielen Verletzungen. Zwei Mal hat es den Flügelflitzer in den letzten Jahren so richtig schwer erwischt: Erst der Muskelriss nach der WM 2010, dann in dieser Vorrunde die hartnäckige und schmerzhafte Schambeinentzündung.

Nur 12 Pflichtspiele konnte Robben dadurch in der ersten Halbserie der Saison 2011/12 absolvieren. „Unglaublich“ seien diese letzten beiden Verletzungen gewesen, sagte der 27-Jährige nun im Trainingslager in Doha rückblickend. Robben spricht nicht gerne über die Vergangenheit. Vor allem diese „Unsicherheit“ sei ein „großes Problem“ gewesen. Kein Arzt dieser Welt konnte ihm einen Zeitpunkt sagen, wann er endlich wieder auf dem Platz stehen könne.

Und noch immer sind die Schmerzen am Schambein nicht komplett verflogen. „Aber es geht bergauf, ich kann gut trainieren“, erklärte Robben. Der Unterstützung des Vereins konnte er sich in jenen schweren Tagen immer sicher sein. Präsident Uli Hoeneß betonte nicht nur einmal, wie wichtig Robben für den FC Bayern ist. Das habe „sehr, sehr gut getan“, sagte der Mann, dessen Vertrag in eineinhalb Jahren ausläuft und fügte an: „Ich fühle mich sauwohl und sehe keinen Grund wegzugehen.“

Robben wird geschätzt. Nicht nur von den Vereinsoberen und den Teamkollegen. Auch Trainer Jupp Heynckes weiß, was er an seinem Rechtsaußen hat: „Arjen kann Spiele entscheiden, das Tor in Bochum im Pokal in der Schlussminute war nicht so einfach zu erzielen. Und er hat Bayern 2010 ins CL-Finale gebombt.“ Um dies auch in dieser Saison zu schaffen, muss Robben nun endlich verletzungsfrei bleiben. „Das wünsche ich ihm“, sagte Heynckes.

‘Habe noch immer Vertrauen in mich‘

Im Trainingslager in Katar verpasste Robben noch keine einzige Minute, er strotzt nur so vor Elan und Spielfreude. Laut Heynckes arbeitet der Holländer „fleißig, ehrgeizig und gewissenhaft“. Im Testspiel am Donnerstagabend belohnte sich Robben selbst, indem er das erste Bayern-Tor im Jahr 2012 erzielte. „Ein unglaublich wichtiger Treffer“, scherzte er im Anschluss an die nicht allzu bedeutende Partie.

Einen weiteren Schuss Zuversicht auf seinem Weg zurück zu alter Stärke („Mein erstes Jahr bei Bayern war das beste meiner Karriere“) wird es Robben dennoch beschert haben. Er wolle in der Rückrunde nun „endlich wieder Spaß“ haben und in einen „Rhythmus“ kommen. „Ich habe noch immer Vertrauen in mich“, versicherte der Familienvater - auch wenn er bereits alles dafür mache, „dass jetzt endlich alles vorbei ist. Ich lebe für meinen Beruf.“

Ribéry steckt sich hohe Ziele

Sollte nichts Großes mehr dazwischen kommen, stehen die Chancen gut, dass Robben im Bundesliga-Auftaktspiel am 20. Januar in Gladbach in der Startelf stehen wird. Im Gegensatz zu seinem kongenialen Partner auf dem linken Flügel: Franck Ribéry. Der Franzose hatte sich im letzten Ligaspiel vor der Winterpause eine Gelb-Rote-Karte eingehandelt und muss bei der Borussia zuschauen. Heynckes nimmt es gelassen und scherzte: „Er trainiert so gut, als würde er in Gladbach spielen dürfen. Vielleicht weiß Franck es gar nicht.“

Im Testspiel gegen Al-Sailiya war Ribéry nach seiner Einwechslung eine Attraktion, sein - wenn auch unterklassiger - Gegenspieler sah nur seine Hacken. „Ich fühle mich so stark wie in meinem ersten Bayern-Jahr“, sagte Ribéry. Der Spaß, das Lachen. Alles sei endlich zurück, so der Franzose. Und daher steckt er sich für die Rückrunde hohe Ziele: „Ich will die Bundesliga und die Champions League gewinnen. Die Atmosphäre im Team ist sehr gut, wir sind top besetzt. Der Unterschied zu Barcelona wird kleiner.“ Mit Rib und Rob in Topform vielleicht noch etwas mehr.

Für fcbayern.de in Doha: Nikolai Kube

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