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Boatengs Zwischenfazit

'Schritt zum FCB war genau der richtige'

Jérôme Boateng ist definitiv kein Lautsprecher. Er spricht leise und langsam. Man hat das Gefühl: Nichts, aber auch überhaupt nichts kann den Profi des FC Bayern aus der Ruhe bringen - zumindest außerhalb des Platzes. Genau deshalb fühlt sich Boateng mittlerweile in München auch so richtig wohl, wie er im Gespräch mit fcbayern.de erklärte: „Die bayerische Mentalität passt perfekt zu mir. München ist sehr gemütlich, man kann sich schnell wohlfühlen. Es ist klein, aber fein.“

Im Sommer vergangenen Jahres war der Halbbruder von Milan-Star Kevin-Prince Boateng, mit dem er ein paar Tage seines Weihnachtsurlaubs in Miami verbrachte, von Manchester City zum FC Bayern gewechselt. Ein halbes Jahr und eine Halbserie später steht für Jérôme Boateng fest: „Der Schritt zu Bayern zu gehen war genau der richtige!“

Nur fünf Pflichtspiele verpasste Boateng in der Vorrunde. Dabei handelte es sich ausschließlich um Bundesliga-Partien. In Hannover fing sich Bayerns Defensivmann einen Platzverweis ein, durch den er für die folgenden drei Spiele gesperrt wurde. In Champions-League sowie DFB-Pokal stand der Nationalspieler dagegen stets in der Startelf des deutschen Rekordmeisters.

Eine äußerst zufriedenstellende Bilanz für Boateng, der in der vergangenen Saison bei ManCity auf Grund von Verletzungsproblemen über einen langen Zeitraum kaum zum Einsatz gekommen war. Nur mit einer Tatsache kann sich der gelernte Innenverteidiger noch immer nicht so recht anfreunden. „Auf kurz oder lang will ich innen spielen“, erklärte Boateng.

Lernen von Daniel van Buyten

Doch unter Heynckes durften dort zuletzt oft Holger Badstuber und Daniel van Buyten (Boateng: „Ich kann viel von ihm lernen. Er ist ein toller Verteidiger.“) ran, Boateng musste auf die Rechtsverteidigerposition ausweichen - auch im ersten Testspiel im Trainingslager in Doha am Freitagabend gegen Al-Sailiya . „Ich helfe dort natürlich gerne aus und mache das, was Trainer und Mannschaft von mir verlangen“, sagte der 23-Jährige.

Perspektivisch gesehen sieht er sich aber definitiv als Innenverteidiger. Denn: „Dort bin ich noch stärker. Auch bei Bayern habe ich da schon sehr gute Spiele gemacht.“ Alles allerdings kein Grund für Boateng, sich verrückt zu machen. Er weiß: Er ist jung, hat den Höhepunkt seiner Karriere noch vor sich. Kurzfristig könnte es für ihn sogar ein Vorteil sein, dass er beim FC Bayern meist auf der rechten Seite zum Einsatz kommt.

Gute Chancen auf einen EM-Stammplatz

Bei Bundestrainer Joachim Löw scheint Boateng im Kampf um einen Stammplatz auf der Außenverteidigerposition gegenüber den Konkurrenten die besten Karten zu haben. „Ich hoffe und denke, dass ich bei der Europameisterschaft rechts spiele.“ Durch die regelmäßigen Einsätze auf außen merke er „eine Entwicklung. Ich bekomme von Spiel zu Spiel mehr Sicherheit“, erklärte Boateng.

Sicherheit, die er auch in der Rückrunde mit dem FC Bayern gut gebrauchen kann. Dann könnten seine Träume vom erstmaligen Gewinn der Deutschen Meisterschaft sowie des DFB-Pokals in Erfüllung gehen. Boateng: „Die Meisterschaft ist das wichtigste, den Pokal zu holen in meiner Heimatstadt Berlin wäre der Hammer - und die Champions League ein Traum.“

Für fcbayern.de in Doha: Nikolai Kube