präsentiert von
Menü
Rummenigges Appell

'Es ist ein wichtiger Moment gekommen'

Es war eine kleine Geste, die den Aschermittwoch zumindest einigermaßen positiv ausklingen ließ. Als die Mannschaft kurz vor Mitternacht zum traditionellen Bankett erschien, wurde sie von den anwesenden Sponsoren und Edelfans mit Applaus empfangen. „Es ist ein Zeichen, dass sie noch an die Mannschaft glauben“, sagte Karl-Heinz Rummenigge wenig später in seiner Ansprache, „es ist ein Zeichen von großer FC Bayern-Qualität, dass die Familie, auch wenn es schwierig wird, zusammenhält, um wieder herauszukommen.“ Und dann wandte er sich an die Spieler: „Ihr müsst jetzt das, was Euch die Gäste an Goodwill gezeigt haben, in den nächsten Wochen zurückzahlen.“

Rund 90 Minuten nach der ernüchternden 0:1 (0:0)-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Basel wählte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern ruhige, aber deutliche Worte. „Ich glaube, es ist jetzt ein wichtiger Moment in der Saison von Bayern München gekommen“, sagte Rummenigge und erinnerte an „wunderbare Zeiten“ in der Hinrunde, als die Champions-League-Gruppenphase souverän gemeistert und die Herbstmeisterschaft errungen wurde. „Man macht sich gewisse Sorgen, gewisse Gedanken: Was ist eigentlich passiert zwischen Weihnachten und heute?“

Denn sowohl in der Meisterschaft als auch in der Königsklasse hat der FC Bayern empfindliche Rückschläge hinnehmen müssen. „Ihr müsst wach werden! Ihr müsst bös werden“, sagte Rummenigge in Richtung der Spieler, „es hat keinen Sinn, auf den Platz zu gehen und zu glauben, die Dinge werden sich von selbst regulieren - das wird nicht der Fall sein! Ihr müsst jetzt aggressiv spielen und Ihr müsst die alte Sepp-Herberger-Weisheit - Einer für alle und alle für Einen - wieder aus dem Hut zaubern. Am Sonntag geht’s los, meine Herren!“

Am Sonntag heißt der Gegner in der Allianz Arena FC Schalke. „Wir brauchen ein Erfolgserlebnis. Das müssen wir jetzt erzwingen“, betonte Jupp Heynckes, bei dem nach den Ergebnissen in Basel und zuvor in Freiburg (0:0) „die Alarmglocken schrillen“. Dabei hatte sich seine Mannschaft im Basler St. Jakob-Park verbessert präsentiert. Franck Ribéry hatte gleich in der Anfangsphase zweimal (3., 12.) die Führung auf dem Fuß. „Wenn wir da eins gemacht hätten, dann würden wir jetzt nicht so trübselig dastehen“, sagte Uli Hoeneß später.

Basels Bester, Torhüter Yann Sommer, bewahrte sein Team nicht nur gegen Ribéry vor einem Rückstand. „Wenn man die Partie über 90 Minuten bewertet, wäre ein Unentschieden gerecht gewesen“, meinte Heynckes, der mit „Einstellung, Engagement, dem läuferischen Element“ seiner Spieler zufrieden war. Doch in der Schlussphase bestrafte der kurz zuvor eingewechselte Valentin Stocker (86.) eine Unaufmerksamkeit der Bayern mit dem Siegtor für Basel, das in der ersten Halbzeit zudem zwei Aluminiumtreffer verzeichnet hatte (16., 19.).

Rückspiel in drei Wochen

„Der Wille, der Einsatz waren da, auch die Anlage war besser als zuletzt in den Auswärtsspielen“, analysierte Mario Gomez, „aber man hat gemerkt, dass wir nicht befreit aufspielen, sondern jeder mit der Situation beschäftigt ist. Wir müssen es schaffen, das abzulegen.“ Rummenigge appellierte an die Mannschaft: „Ihr werdet die drei Wochen nutzen müssen, um in eine bessere Verfassung zu kommen. Wir müssen die nächsten Wochen hart arbeiten, um wieder aus der Scheiße herauszukommen.“

In drei Wochen (13. März) steigt das Achtelfinal-Rückspiel in München. Trotz der Niederlage „kann man es noch packen“, betonte Rummenigge, dass das Viertelfinale alles andere als verloren, sondern noch in Reichweite ist. „Meine Mannschaft und ich sind selbstbewusst genug, zu glauben, dass wir das noch umbiegen können“, sagte Heynckes und erinnerte: „Nach dem Rückspiel wird zusammengerechnet.“

Für fcbayern.de in Basel: Niko Heindl

Weitere Inhalte