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'Hätten gewinnen müssen'

FCB ärgert sich über liegengelassene Punkte

Die Bayern hatten wirklich alles versucht im Eisschrank Imtech Arena. Sie hatten 21 Mal auf das Tor geschossen, hatten sich zehn Ecken und 60 Prozent Ballbesitz erkämpft. Doch am Ende stand es im 94. Nord-Süd-Derby 1:1 (0:1) und die Münchner wussten nicht so recht, was sie von diesem Spiel halten sollten. „Eigentlich bist du enttäuscht und verärgert, andererseits kannst du das Spiel auch nicht schlecht reden“, meinte Thomas Müller in den Stadionkatakomben, „deswegen steht man gerade ein bisschen im Nichts.“

Eins war den Münchnern aber klar: Der Punktgewinn war zu wenig hier in Hamburg. „Das Unentschieden ärgert mich immens, weil es ein Spiel war, in dem viel mehr drin war“, sagte Müller. „Wir hätten hier gewinnen müssen, das muss man dann zur Not erzwingen“, wurmte auch Trainer Jupp Heynckes das Remis. An Engagement und Einstellung seiner Mannschaft hatte der FCB-Chefcoach nichts zu bemängeln. „Nur die Ansprüche an den FC Bayern sind etwas größer, deswegen können wir nicht zufrieden sein, das ist doch ganz klar.“

In einem Spiel, das Schiedsrichter Knut Kircher bei der Platzwahl mit den Worten „Viel Spaß bei der Kälte“ eingeläutet hatte, waren die Bayern das überlegene Team. Teilweise unter minus 10 Grad zeigte das Thermometer in der mit 57.000 Zuschauern ausverkauften Imtech Arena an, doch mehr Probleme als mit der Temperatur hatten die Bayern mit der engmaschigen Defensive der Gastgeber. „Wir haben ordentlich gespielt. Aber die letzten Prozente vorne haben gefehlt“, sagte Arjen Robben.

Philipp Lahm vermisste „den entscheidenden Pass, die entscheidende Flanke, das Durchsetzungsvermögen im letzten Drittel“. Insgesamt befand der FCB-Kapitän aber: „Wir haben heute besser gespielt als in den letzten beiden Spielen.“ Auch Müller fand die Leistung in Hamburg „gar nicht schlecht. Vielleicht haben wir ein bisschen zu klein-klein vor dem Tor gespielt. Drobny hat ein paar Mal gut gehalten. Dann stehst du da und suchst nach Antworten.“

Nur Olic trifft

Nur der ehemalige Hamburger Ivica Olic hatte auf dem frischverlegten Rasen der Imtech Arena eine Antwort auf die überraschende HSV-Führung durch Jacopo Sala (23.) parat. In der 71. Minute belohnte Ivi nach einem Eckball das Anrennen der Bayern. „Besser ein Punkt als nichts“, meinte Olic, „aber das reicht nicht. Wir müssen noch viel arbeiten, um wieder auf unser Niveau zu kommen."

Und um wieder auf Platz eins zu kommen. Denn die Tabellenführung musste der FC Bayern (41 Punkte) durch das Remis in Hamburg an Dortmund (43) abgeben. „Das ist natürlich enttäuschend, aber die Saison ist noch lang“, sagte Robben. Auch Lahm betonte, dass es keinen Grund gibt, den Kopf in den Sand zu stecken: „Auch die Konkurrenten werden noch Punkte lassen.

Am Mittwoch in Stuttgart

Dennoch wissen die Bayern, dass der Start in die Rückrunde nicht so gelungen ist wie erwartet. „Wir sind mit drei Punkten Vorsprung gestartet und sind jetzt zwei Punkte zurück - das sagt alles“, meinte Christian Nerlinger. Es gilt also, schnellstmöglich Fahrt aufzunehmen. „Wir brauchen vielleicht nur ein Spiel, damit es auf einmal läuft“, meinte Robben.

Vielleicht platzt ja schon am kommenden Mittwoch im DFB-Pokal-Viertelfinale beim VfB Stuttgart der Knoten. Und wenn man zurückblickt, dann ist ein 1:1 in Hamburg gar kein so schlechtes Omen. In den letzten beiden Saisons, in denen das Auswärtsspiel beim HSV 1:1 endete (2001, 2008), stand am Ende der FC Bayern ganz oben.

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