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'Den Kampf annehmen'

Mit allen Kräften Richtung Viertelfinale

Die Anreise war ein Déjà-vu. Erst vier Tage zuvor war der FC Bayern auf dem EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg gelandet - Fußballerisch soll diesmal aber Vieles anders werden. Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Basel will der FC Bayern am Mittwochabend (20.45 Uhr, live im Ticker und im Free-Webradio) die Grundlage für den Einzug in die nächste Runde legen und das enttäuschende 0:0 vom vergangenen Samstag 75 Kilometer weiter nördlich beim SC Freiburg vergessen machen.

„Eins sollte man nicht machen: den FC Bayern unterschätzen, auch nicht nach dem Samstag-Spiel“, betonte Jupp Heynckes am Dienstag auf der Abschlusspressekonferenz in Basel vor 80 Journalisten und 15 Kameras. „Wir sind sehr optimistisch nach Basel gekommen“, sagte der FCB-Chefcoach und erinnerte an den souveränen Durchmarsch seiner Mannschaft in der Gruppenphase. „Wir müssen hier so agieren wie in den erfolgreichen Spielen der Gruppenphase.“

Und eben anders als ein paar Tage zuvor in Freiburg. „Wir haben gesehen, dass es nicht mit 95 oder 96 Prozent geht, sondern nur mit 100 Prozent“, meinte Mario Gomez selbstkritisch. „Das muss die letzte Warnung gewesen sein. Wir müssen es schnellstens hinkriegen, dass wir in jedem Spiel topkonzentriert und topmotiviert sind.“

Ein anderes Auftreten in puncto Konzentration, Engagement und Motivation forderte auch Karl-Heinz Rummenigge. „Es muss eine andere Gangart her, das ist völlig klar“, sagte der FCB-Vorstandschef, „ich bin davon überzeugt, dass das morgen der Fall sein wird.“ Am Montag hatte Rummenigge in München zusammen mit seinem Vorstandskollegen Karl Hopfner und Sportdirektor Christian Nerlinger noch direkt an die Mannschaft appelliert. „Ich habe das begrüßt“, sagte Heynckes, „ich denke, dass das Zusammenwirken aller Kräfte ganz wichtig ist.“

'Kein leichter Gang'

Das gilt natürlich insbesondere auf dem Platz, wo die Bayern am Mittwoch im St. Jakob-Park ähnlich wie in Freiburg einen bis in die Haarspitzen motivierten Gegner und einen Hexenkessel erwarten. „Das wird kein leichter Gang. Basel steht nicht umsonst im Achtelfinale“, warnte Heynckes seine Mannschaft vor dem Schweizer Meister und Tabellenführer, der unter dem ehemaligen FCB-Jugendtrainer Heiko Vogel auf einer Erfolgswelle schwimmt.

Und natürlich hat jeder Münchner mitbekommen, was Basel in der Gruppenphase mit Manchester United gemacht hat. In zwei Spielen holten die Schweizer vier Punkte gegen den letztjährigen Champions-League-Finalisten und verwiesen die Engländer am Ende sogar in die Europa League. „Das sollte uns Warnung genug sein, nicht arrogant, sondern sehr konzentriert zu Werke zu gehen“, sagte Rummenigge, „ich bin überzeugt, dass wir Basel nicht unterschätzen, den Fehler wird die Mannschaft nicht machen.“

Basel mit breiter Brust

„Wir wissen, dass wir sie nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen. Ein Spaziergang wird es nicht“, meinte Philipp Lahm, der auch das Champions-League-Gruppenspiel in Basel aus der letzten Saison gut in Erinnerung hat. Bastian Schweinsteiger erzielte damals in der 89. Minute den 2:1-Siegtreffer für den deutschen Rekordmeister. „Wie wissen, wie schwer wir uns in Basel getan haben“, sagte Lahm.

„Die Bayern müssen sich warm anziehen. Sie können sich auf einen heißen Fight gefasst machen. Wir werden voll ackern und sie permanent attackieren“, kündigte der ehemalige Münchner und jetzige Basler Markus Steinhöfer an. Die Brust der Schweizer vor dem Hinspiel ist also breit, wie auch eine Umfrage verdeutlicht, die der FC Basel am Dienstag auf seiner Homepage veröffentlich hat: Von 3.000 Basel-Fans tippen dabei 71 Prozent auf einen Viertelfinal-Einzug ihres Teams.

'Waren auf dem richtigen Weg'

„Wir gehen mit Optimismus und Selbstvertrauen in diese beiden Partien“, sagte Trainer Vogel, der den holprigen Rückrundenstart des FC Bayern nicht überbewerten will. „Wir werden nicht den Fehler machen, diese vermeintlich schleppenden Partien zum Maßstab zu nehmen für die Leistungsfähigkeit der Bayern.“ Stürmer Marco Streller betonte: „Wir werden einen Gegner bekommen, der ganz klar trennen kann zwischen Bundesliga und Champions League, der im Hinterkopf absolut weiß, dass das Finale in München steigt. Es wird sehr, sehr schwer für uns, aber es gibt immer mal wieder Wunder.“

So weit wollen es die Bayern aber nicht kommen lassen. „Wir wollen den Kampf annehmen“, betonte Toni Kroos. Und Mario Gomez erinnerte an die letzten beiden Siege gegen Stuttgart und Kaiserslautern: „Mit Ausnahme des Freiburg-Spiels war der Weg, den wir in den letzten Wochen gegangen sind, schon der richtige. Wir wissen nach wie vor, was wir können.“ In Basel wollen die Bayern das auch wieder zeigen.

Für fcbayern.de in Basel: Niko Heindl

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