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Nach Mittelfußbruch

Van Buyten: 'Ich werde zurückkommen'

Die einen greifen zum Gesichtsschutz. Die anderen cremen sich die Beine mit einer wärmenden Salbe ein. Jérôme Boateng belässt es bei Handschuhen und einer Mütze. Das Kälte-Tief aus Russland macht in dieser Woche auch den Bayern-Profis zu schaffen, vor allem die Trainingseinheiten am Vormittag haben es bei Temperaturen im fast zweistelligen Minusbereich in sich. „Wir müssen uns viel intensiver warm machen, damit wir uns keine Zerrung holen“, berichtete Boateng.

Diese Gefahr besteht bei Daniel van Buyten derzeit nicht. Die Übungseinheiten seiner Teamkollegen beobachtet der Belgier - wenn er nicht gerade behandelt wird - aus einem Fenster des Leistungszentrums an der Säbener Straße. Der Mittelfußbruch, den er sich am ersten Rückrundenspieltag in Gladbach zugezogen hat, zwingt ihn dazu. An Fußballspielen ist bei Van Buyten derzeit nicht zu denken, nur Krücken machen das Fortbewegen möglich.

Und das zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Denn: Seine Lebensgefährtin Celine brachte in der Nacht von Montag auf Dienstag das zweite gemeinsame Kind zur Welt. „Ich wollte schon immer einen Jungen - und jetzt habe ich ihn. Das macht mich sehr glücklich“, sagte Van Buyten am Mittwochnachmittag nach einer „anstrengenden Nacht“ im Krankenhaus. Bei der Geburt sei alles gut verlaufen, erzählte Van Buyten.

Der Belgier strahlt bis über beide Ohren. Erst als er wieder auf seine Verletzung angesprochen wird, verändern sich seine Gesichtszüge. Van Buyten: „Ich versuche, das Pech beiseite zu schieben und mich stattdessen über das Glück zu freuen, zuhause mehr Zeit verbringen zu können.“ Durch die Geburt seines Sohnes Lee-Roy habe er seine Verletzung fast vergessen. Aber eben nur fast.

Kein genauer Comeback-Plan

Denn mit jeder Frage der Journalisten, jedem Blick auf seinen geschwollenen Fuß kommen die Erinnerungen an den gebrochenen Mittelfuß zurück. „Ich werde viel behandelt, damit die Schwellung zurückgeht. Immerhin habe ich kaum Schmerzen“, berichtete Van Buyten. Einen Comeback-Plan, so der Abwehrhüne, gebe es derzeit nicht: „Ich plane nichts und habe aktuell keine Reha-Ziele. Ich kann nur den Physiotherapeuten zuhören und mich verarzten lassen.“

Zugezogen hat sich Van Buyten die schwere Verletzung vor zwölf Tagen, in einem Zweikampf mit dem Gladbacher Marco Reus. „Ich wusste sofort, dass etwas kaputt ist. Mein Fuß stand schräg im Schuh“, blickte der Innenverteidiger zurück. Dann wollte er auf die Zähne beißen, aber nach ein paar Metern kam er zur Erkenntnis: „Da ging nichts mehr. Der Knochen hat sich bewegt und der Schmerz wurde noch viel größer.“ Van Buyten wurde ausgewechselt, am nächsten Tag in München operiert.

Van Buyten kämpferisch

Nun wartet eine mehrwöchige Pause auf den belgischen Nationalspieler. Seine Teamkollegen werden versuchen, die Lücke in der Defensive zu schließen - bis zu seiner Rückkehr. Dann will Van Buyten wieder voll angreifen: „Ich werde zurückkommen. Das ist keine allzu neue Situation für mich. Und ich kenne meinen Charakter. Die Saison ist noch lange nicht zu Ende.“

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