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Die Crux vorm Tor

Bayern verärgert und enttäuscht

Die berühmten Zentimeter. Bei David Alaba und Toni Kroos (2. Minute), bei Arjen Robben (13., 58.), Thomas Müller (36.) und Mario Gomez (40.) haben sie gefehlt. Ein paar Zentimeter weiter links oder rechts, etwas höher oder niedriger, dann hätte der Ball im Netz gezappelt. Dann wäre das Spiel anders gelaufen. Dann hätte dieser 24. Bundesliga-Spieltag anders geendet. Hätte, wäre, wenn…

So aber ist der Ausgang „eine Riesenenttäuschung“ (Heynckes), „frustrierend“ (Robben), „sehr, sehr bitter“ (Lahm). „Die Niederlage tut sehr weh“, sagte FCB-Kapitän Philipp Lahm nach dem 0:2 (0:0) in Leverkusen. „Es läuft nicht gut, besonders auswärts. Da lassen wir ständig Punkte liegen.“ Auch im vierten Bundesliga-Auswärtsspiel nach der Winterpause hatte es für den FC Bayern nicht zum Sieg gereicht.

'Chancen für drei Partien'

Dabei war dieser in der mit 30.210 Zuschauern ausverkauften BayArena zum Greifen nah. „Wir haben uns Chancen erarbeitet, die normalerweise für drei Partien reichen“, meinte Christian Nerlinger. Jupp Heynckes sah speziell in der ersten Halbzeit „ein überragendes Spiel“ seiner Mannschaft. Nur: „Die Crux, die uns in den letzten Wochen begleitet, ist, dass wir ähnlich wie in Basel, Freiburg und Hamburg die Chancen nicht genutzt haben.“

Und das rächte sich. Leverkusen, das den Bayern vor allem in der zweiten Halbzeit mit hoher Laufbereitschaft und viel Leidenschaft Paroli bot, nutzte zwei Konterchancen in der Schlussphase zu zwei Treffern. Stefan Kießling (79.) und Karim Bellarabi (90.) sorgten für die erste Bundesliga-Niederlage des FC Bayern gegen den Werksklub seit August 2004.

„Richtig Glück“ habe seine Mannschaft gehabt, meinte Leverkusens Trainer Robin Dutt angesichts der vielen Tormöglichkeiten des FC Bayern. „Wir müssen eine dieser Chancen verwerten, dann läuft das Spiel sicherlich anders“, ärgerte sich Nerlinger. Die Enttäuschung bei den Bayern wurde sogar noch größer, als sie drei Stunden nach dem Schlusspfiff in der BayArena in München landeten. Denn da hatte Dortmund das Abendspiel gegen Mainz gewonnen (2:1) und seinen Vorsprung an der Tabellenspitze auf die Münchner auf sieben Punkte ausgebaut.

'Müssen uns mit uns selbst beschäftigen'

Das sei „eine Menge Holz“ fand Heynckes, auch wenn er den Meistertitel „nicht jetzt schon verteilen“ wollte. Abschreiben müsse man den Titel noch nicht, meinte auch Nerlinger. Immerhin sind in der restlichen Saison noch 30 Punkte zu vergeben. Doch vorerst gilt: „Die Meisterschaft ist nichts, womit wir uns jetzt beschäftigen.“

Die Chancenverwertung und die Auswärtsproblematik stehen stattdessen ganz oben auf der Agenda des FC Bayern. „Die Meisterschaft müssen wir im Moment mal ein bisschen vergessen“, sagte Robben, „wir müssen uns nun mehr mit uns selbst beschäftigen.“ Dafür haben die Bayern eine Woche Zeit. Dann kommt Hoffenheim in die Allianz Arena, es ist der Auftakt zu fünf Spielen in 15 Tagen.

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