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Marseille kann kommen

Cleverer FCB feiert 'Arbeitssieg'

Den zweiten Tabellenplatz gefestigt, den Druck auf Spitzenreiter Dortmund aufrechterhalten. Drei Tage nach dem Kräfte zehrenden Pokalkrimi in Mönchengladbach bleibt der FC Bayern in der Bundesliga nach dem knappen 2:1 (1:0)-Heimsieg gegen Hannover 96 dem Titelverteidiger auf den Fersen und hat zugleich den Vorsprung auf den dritten Rang um einen Zähler auf vier Punkte ausgebaut. Der Rückstand auf den BVB bleibt allerdings bei fünf Punkten, nachdem dieser am Sonntag in Köln einen klaren 6:1-Sieg feierte.

„Man muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Sie hat über 90 Minuten gekämpft und letztendlich auch verdient gewonnen“, lobte Sportdirektor Christian Nerlinger das Team nach dem „Arbeitssieg“ gegen die Niedersachsen. „Wir haben über den Kampf dieses Spiel gewonnen, das muss auch mal sein.“ Trainer Jupp Heynckes zeigte sich ebenfalls „zufrieden“ mit der Vorstellung seiner Elf, „es ist nicht so einfach, zweieinhalb Tage nach so einem Spiel wie am Mittwoch so eine Leistung abzurufen.“

Nach den jüngsten Schützenfesten in der Liga gegen Hoffenheim und Hertha BSC sicherte sich der FCB gegen eine „sehr, sehr starke“ (Uli Hoeneß) Mannschaft aus Hannover diesmal mit einer „über weite Strecken sehr cleveren“ (Heynckes) Leistung den fünften Pflichtspielsieg hintereinander. „Man hat gesehen, dass 96 nicht umsonst im Viertelfinale der Europa League und im oberen Drittel der Tabelle steht“, zollte Heynckes dem Gegner Respekt.

„Hannover hat eine Mannschaft, die immer wieder kommt, die sich super entwickelt hat“, meinte auch Toni Kroos, der mit dem wunderschön herausgespielten und von ihm mit einem Lupfer traumhaft abgeschlossenen 3400. Bundesligator des FC Bayern (36. Minute) den siebten Heimsieg in Serie eingeleitet hatte. Der eingewechselte Mario Gomez erhöhte mit seinem 23. Saisontreffer (68.) nach der Pause auf 2:0, ehe Hannovers Joker Didier Ya Konan (74.) die Gäste noch einmal kurz auf einen Punktgewinn hoffen ließ.

„Heute haben wir uns hinten raus das Leben selbst schwer gemacht“, analysierte Kroos nach dem Schlusspfiff in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena. „Wir hätten das Spiel zur Halbzeit entschieden haben müssen, spätestens zur 60. muss es drei, vier null stehen. So wurde es hinten raus nochmal eng.“ Das lag in erster Linie an den 120 Pokalminuten samt Elfmeterschießen, während die Gäste aus Hannover unter der Woche spielfrei hatten.

„Unsere Mannschaft hat einen ungewöhnlichen Willen gezeigt. Es war klar, dass man nach diesem Mittwoch-Spiel Kraft gelassen hat. Hier gewonnen zu haben, ist eine tolle Leistung nach der Woche, die wir hinter uns haben“, freute sich Vereinspräsident Hoeneß. Gegen am Ende stürmische Hannoveraner hielt Manuel Neuer nach einem Querschläger von Jérôme Boateng (84.) mit einem „Super-Reflex“ (Nerlinger) den knappen Sieg des Rekordmeisters fest.

Mit Selbstvertrauen nach Marseille

Neben dem wichtigen Sieg, mit dem der FCB weiterhin erster Verfolger von Titelverteidiger Dortmund bleibt, dürfte sich Heynckes vor allem über die Erkenntnis gefreut haben, in den kommenden „entscheidenden Wochen“, wie es Holger Badstuber beschrieb, auf seinen breiten Kader bauen zu können. Für die zunächst geschonten Gomez (Beckenkammprellung) und Thomas Müller (muskuläre Probleme) kamen Ivica Olic und Daniel Pranjic von Beginn an zum Einsatz.

„Das ist für die nächsten Spiele ganz wichtig, denn es gibt keine Mannschaft, die über sechs Wochen Mittwoch-Samstag spielt und immer nur die gleichen elf Spieler einsetzt“, so Heynckes. Den beiden Kroaten, die erstmals seit langer Zeit in der Startelf standen, attestierte der Fußballlehrer ein „ordentliches Spiel“. Das nächste Highlight steht bereits am kommenden Mittwoch mit dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Olympique Marseille auf dem Programm. „Wir haben den Kopf frei, Selbstvertrauen und werden uns gut vorbereiten, um ein gutes Resultat zu erzielen“, meinte Franck Ribéry.

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