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CL-Viertelfinale

FCB erwartet einen 'großen Fight'

Es wurde gestreikt am Dienstag am Münchner Flughafen. Zahlreiche Flüge fielen der Arbeitsniederlegung des Bodenpersonals zum Opfer, überall blinkte das Wort „annulliert“ auf. Nach Mailand oder Madrid ging beispielweise nichts, nach Marseille hingegen schon. Und so hat der FC Bayern bereits vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Olympique Marseille (Mittwoch, 20.45 Uhr live im Ticker und im Webradio) die erste Hürde genommen.

„Es wäre nicht lustig gewesen, wenn die Mannschaft ein paar Stunden am Flughafen rumgehangen wäre“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Dies blieb Kapitän Philipp Lahm und Co. glücklicherweise erspart. Und so hob die Lufthansa-Sondermaschine des deutschen Rekordmeisters mit 188 Menschen an Bord (Spieler, Trainer, Betreuer, Offizielle, Medienvertreter und Sponsoren) um 11.14 Uhr in Richtung Südfrankreich ab, wo am Mittwochabend das erste Pflichtspiel überhaupt zwischen dem FCB und Olympique Marseille stattfinden wird.

Die Stimmung im Lager des FCB: optimistisch, aber vorsichtig. Die Medien sprechen bereits von einem möglichen Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid. Doch genau darin liegt die Gefahr. „Das gefällt mir nicht. Es wird sehr schwierig gegen Marseille“, sagte Arjen Robben. Rummenigge appellierte an die Mannschaft, „hochkonzentriert und voller Respekt“ anzutreten. Es sei „ein großer Fehler“, Marseille, das in der heimischen Liga abgeschlagen auf Platz neun rangiert, zu unterschätzen. „Wir sind nicht so arrogant zu glauben, dass das ein Selbstläufer wird.“

Nicht Real oder Barca, aber gefährlich

Coach Jupp Heynckes beschäftigt sich seit Montag intensiv mit Olympique Marseille. Das Fazit seines Videostudiums: „Sehr positiv. Sie spielen zuhause einen emotionalen Fußball und sind sehr fokussiert. Es wird ein großer Fight.“ Vor allem physisch sei das Team sehr stark, aber Marseille habe auch „exzellente Fußballer“ in seinen Reihen. Mario Gomez sagte: „Marseille hat nicht den Namen wie Real oder Barca, aber sie haben auch sehr viel Qualität.“

Bei allem Respekt vor OM, das in den vergangenen beiden CL-Saisons zuhause nie mehr als ein Gegentor kassierte: Der FC Bayern will am Mittwochabend mit einem guten Ergebnis den Grundstein für das Erreichen des Halbfinals legen. „Unser Ziel ist die nächste Runde“, sagte Rummenigge. Für Sportdirektor Christian Nerlinger wäre „ein Unentschieden in einem CL-Auswärtsspiel eine solide Basis“.

FCB rechnet mit 'heißer Stimmung'

Der Schlüssel zum Erfolg werde sein, an die starken Leistungen der vergangenen Wochen anzuknüpfen, merkte Rummenigge an: „Das war sehr gut! Wir müssen so weitermachen und ein Auswärtstor erzielen.“ Flügelflitzer Robben appellierte an seine Kollegen, von der „ersten Minute an“ voll da zu sein. Denn „es wird eine heiße Stimmung werden“. 40.000 Fans werden im Stade Vélodrome, das gerade für die Europameisterschaft 2016 modernisiert wird, erwartet.

„Ähnlich wie in Neapel“, beschrieb Daniel van Buyten, der die Reise zu seinem Ex-Klub verletzungsbedingt nicht mit antrat, die Atmosphäre in Marseille. Genau darauf baut OM-Coach Didier Deschamps: „Ich wünsche mir eine heiße Atmosphäre. Das kann uns helfen.“ Natürlich müsse sein Team aber auch spielerisch auf einem anderen Niveau spielen als zuletzt, so der ehemalige französische Nationalspieler.

Schweinsteiger fliegt mit

Dabei muss Deschamps auf zwei Leistungsträger verzichten: Torhüter Steve Mandanda fehlt gelb-rot-gesperrt, Innenverteidiger Souleymane Diawara kann gleich aus doppeltem Grund nicht mitwirken: Zum einen ist der Senegalese gelb-gesperrt, zum anderen verletzt. Diawara zog sich am vergangenen Wochenende einen Kreuzbandriss zu und wird somit auch beim Rückspiel in der nächsten Woche fehlen.

FCB-Coach Jupp Heynckes hingegen steht gegen Olympique mit Ausnahme der sich im Aufbautraining befindlichen Daniel Van Buyten und Breno der gesamte Kader zur Verfügung. Auch Bastian Schweinsteiger, der zuletzt wegen einer Fußreizung gefehlt hatte, saß im Flieger in die zweitgrößte Stadt Frankreichs.

„Seit zwei Tagen ist Bastian beschwerdefrei, er trainiert gut und wird am Abschlusstraining teilnehmen“, sagte Heynckes. Ob der Nationalspieler zum 18-Mann-Kader des deutschen Rekordmeisters zählen wird, entscheidet sich kurzfristig. Doch egal wie das Team schließlich genau aussehen wird: Der FCB will auch die zweite und entscheidende Hürde der Frankreich-Reise erfolgreich meistern.

Für fcbayern.de in Marseille: Nikolai Kube

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