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184. Bayern-Derby

FCB will Serie in Nürnberg fortsetzen

Das Prinzip der optimalen Relation zwischen Belastung und Erholung spielt in der Trainingswissenschaft eine wichtige Rolle. Demnach benötigt der Organismus nach einer wirksamen (sportlichen) Belastung eine bestimmte Zeit zur Regeneration, ehe die nächste gleichartige Belastung erfolgen kann. Diese Balance herzustellen, ist die große Kunst für Bayern-Trainer Jupp Heynckes in der heißen Saisonphase mit lauter Spielen im Drei-Tage-Rhythmus.

„Wir haben fast keine Zeit zu regenerieren, weil es von einem Wettkampf zum anderen gehen. Das macht die Sache schwierig“, sagte der Fußballlehrer nach dem 2:0-Sieg seiner Mannschaft im Champions-League-Viertelfinale am Mittwoch bei Olympique Marseille. Nur drei Tage später steht für seine Elf das 184. bayrisch-fränkische Derby beim 1. FC Nürnberg (Samstag, ab 15.15 Uhr im FCB-Liveticker und im Webradio bei FCB.tv) auf dem Programm, wo die Münchner mit einem Sieg bis auf drei Punkte an Tabellenführer Borussia Dortmund (4:4 gegen Stuttgart am Freitagabend) aufschließen können.

„Wir fokussieren uns nur auf unsere Spiele. Alles andere liegt nicht in unserer Hand“, meinte Heynckes und stellte daher auch am Freitag die Regeneration seiner Startelf-Akteure in den Vordergrund. „Man muss schon an seine Grenzen gehen. Aber das gehört zum Job dazu. Dafür ist es in den englischen Wochen so, dass du wenig trainierst, viel regenerierst“, meinte Thomas Müller. Zum Glück habe der FCB eine „sehr gute medizinische Abteilung. Es wird für alles gesorgt. Deswegen sind wir für jedes Spiel fit.“

So ließ sich der Großteil der Stammkräfte am Freitag von den Physiotherapeuten pflegen und behandeln, während die restlichen Akteure auf dem Platz das Abschlusstraining absolvierten. „Die Spieler haben sich bislang immer auf den Punkt konzentriert und regeneriert. Deshalb bin ich zuversichtlich für Samstag“, berichtete Heynckes vor dem Gastspiel beim Tabellen-Elften, der „nicht in den Abstiegsstrudel hineinkommen möchte. In Nürnberg wird es sehr schwierig. Aber wir haben so viel Klasse, auch dort zu gewinnen.“

Nur ein Sieg zählt

„Drei Punkte mitzunehmen egal wie, das ist das Wichtigste“, meinte Manuel Neuer vor der Abreise nach Nürnberg. Dort will der FC Bayern seine Serie von inzwischen fünf Pflichtspielsiegen in Folge fortsetzen, betonte Sportdirektor Christian Nerlinger: „Wir müssen jetzt die Konzentration hoch halten, das ist wichtig. Wir haben vier bis fünf sehr herausfordernde Wochen vor uns, körperlich wie auch mental. Aber die Mannschaft weiß, dass sie viel erreichen kann dieses Jahr. Und deswegen bin ich überzeugt, dass wir schon am Samstag in Nürnberg da wieder weitermachen werden.“

„Wir werden den Gegner sicher nicht unterschätzen. Das wird ein schweres Spiel“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. „Wir werden versuchen zu gewinnen, damit der Rückstand auf Dortmund nicht größer wird.“ Für Kapitän Philipp Lahm „zählt nur ein Sieg“ in der Frankenmetropole, „das steht außer Frage“. Allerdings weiß Thomas Müller auch, dass „nach so Highlights in der Champions League so ein Auswärtsspiel bei einem Bundesligisten, der viel über Kampf und Leidenschaft kommt, immer eine schwere Aufgabe wird.“

FCN hat 'Hausaufgaben gemacht'

Trotz dreier Niederlagen in Serie und nur noch vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz ist die Vorfreude der Franken auf das Derby groß. „Es ist immer noch etwas anderes als ein normales Bundesligaspiel“, gestand Trainer Dieter Hecking, der auf den verletzten Stürmer Alexander Esswein (Innenbandriss im Knie) verzichten muss. Ihn soll der Tscheche Tomas Pekhart ersetzen. Ansonsten wird Hecking keine Veränderungen im Vergleich zur 0:1-Niederlage beim VfB Stuttgart vornehmen.

„Dazu sehe ich keinen Grund“, erklärte der Coach der Franken und betonte: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir wissen, was auf uns zukommt.“ Gegen die Münchner brauche man „Leidenschaft, Mut und Disziplin“, betonte der Club-Trainer. „Wir wollen etwas für unser Punktekonto tun und nicht in Ehrfurcht erstarren wie im Hinspiel.“ Im Oktober verloren die Franken 0:4, am Samstag wäre der FCB sicher auch mit einem knappen 1:0 zufrieden und könnte dann wieder den Fokus auf die Regeneration legen.

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