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'Fußball in Perfektion'

FCB zwischen Euphorie und Realismus

Für Jupp Heynckes war es das „perfekte Spiel“, Uli Hoeneß fand es „souverän und überragend“, für Thomas Müller war es wie „ein kleiner Rausch“ und sogar Basels Stürmer Alexander Frei sprach von „Fußball in Perfektion“. Mit einem beeindruckenden und vorher wohl nicht für möglich gehaltenen 7:0 (3:0)-Schützenfest gegen den FC Basel im Achtelfinalrückspiel der Champions League qualifizierte sich der FC Bayern zum insgesamt elften Mal für das Viertelfinale.

„Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute ein absolutes Topspiel gezeigt“, bilanzierte Heynckes nach der zweiten Torgala seiner Mannschaft binnen vier Tagen. „Wir haben demonstriert, dass wir heute hier nichts anbrennen lassen und wir ins Viertelfinale einziehen wollen.“ Auch Sportdirektor Christian Nerlinger fand, dass die Mannschaft über die gesamte Distanz „sehr überzeugend gespielt und verdient gewonnen hat“.

Mit großem Selbstvertrauen war der Schweizer Klassenprimus nach dem 1:0-Erfolg im Hinspiel nach München gereist und bot den Münchnern in der mit 66.000 Zuschauern erneut ausverkauften Allianz Arena in der Anfangsphase auch Paroli. Basel versuchte früh, den Spielaufbau der Bayern zu stören und selbst mit schnellen Gegenstößen Nadelstiche zu setzen. Doch diese Strategie war nach dem frühen Führungstreffer von Arjen Robben (10. Minute) schon über den Haufen geworfen.

„Besonders hat mir gefallen, dass wir nach dem 1:0 sehr clever, ruhig und durchdacht gespielt haben. Wir haben auch mal Tempo herausgenommen und hatten eine wunderbare Raumaufteilung. Wir haben immer wieder das Spiel verlagert und es dann schnell gemacht, wenn es nötig war“, lobte Heynckes die Vorstellung seiner Elf, der er nach dem Spiel „ein großes Kompliment“ aussprach. „Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben.“

Thomas Müller, Schütze des wichtigen 2:0 (42.) kurz vor der Halbzeitpause, brachte es in gewohnt lockerer Art auf den Punkt: „Wir haben gut angefangen, gut weitergemacht und dann gut nachgelegt.“ Mario Gomez (44.) machte mit dem ersten von insgesamt vier Treffern noch vor dem Seitenwechsel „alles klar“ (Hoeneß) und verwandelte die Arena in einen Hexenkessel. „Weltklasse“ bezeichnete Hoeneß die Atmosphäre im Stadion, Kapitän Philipp Lahm sagte: „Die Stimmung war sensationell. Das zieht die Mannschaft mit.“

Und das zeigte sie auch im zweiten Durchgang, in dem sie die Basler weiterhin konstant unter Druck setzte. Gomez (50./61./67.) mit seinen Treffern acht bis zehn im laufenden Wettbewerb und erneut Robben (81.) machten den höchsten Bayern-Sieg in der Königsklasse perfekt. „Wir sind heute verprügelt worden“, stöhnte Basels Kapitän Marco Streller. „Bayern hat sich in einen Rausch gespielt, wir hatten nichts entgegenzusetzen“, meinte Trainer Heiko Vogel.

FCB kein Favorit

„So macht das Spaß. Samstag war es schon gut und heute haben wir vielleicht noch besser gespielt. Wir haben heute unser Potenzial gezeigt. Sieben Tore in der Champions League sind unglaublich“, meinte Doppeltorschütze Robben, der bei aller Euphorie über den Kantersieg appelliert „realistisch“ zu sein. „Man muss den Moment genießen, aber Samstag kommt wieder das nächste Spiel.“ Zum engeren Favoritenkreis wollte der Niederländer den FCB nicht zählen. „So weit will ich nicht gehen. Es sind noch richtig gute Mannschaften drin.“

Das sieht auch Hoeneß vor der Viertelfinalauslosung am Freitag so: „Jetzt geht es erst richtig los. Jetzt kommen die Vereine wie Barcelona, Real Madrid, wie AC Mailand. Da sind Mannschaften dabei, die sind allererste Sahne. Wenn du denen nicht in Topform begegnest, hast du keine Chance“, drückte der FCB-Präsident auf die Erwartungsbremse. „Man kann doch nicht so euphorisch sein, zu glauben, dass man im Verbeigehen die Champions League gewinnt.“

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