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'König' Manuel

Neuer sichert FCB Finalteilnahme

Mario Gomez hatte es schon vorher geahnt. Vor dem alles entscheidenden Elfmeterschießen im Pokalhalbfinale bei Borussia Mönchengladbach ging er zu Torhüter Manuel Neuer. „Ich habe gesagt: Ich glaube, jetzt kommt deine Zeit in diesem Stadion“, berichtete Gomez, der „wusste, dass der Manu das Spiel für uns heute rettet“. Und der Torjäger des FC Bayern, der nach seiner Auswechslung zum Zuschauen verdammt war, sollte Recht behalten.

Mit dem linken Fuß wehrte Neuer den vierten Gladbacher Elfmeter von Havard Nordtveit ab und sicherte dem Rekordchampion damit den Einzug ins Pokalfinale, wo die Bayern am 12. Mai im Berliner Olympiastadion auf Borussia Dortmund treffen. „Mich freut es wahnsinnig, dass Manuel Neuer den entscheidenden Elfmeter gehalten hat“, gab auch Sportdirektor Christian Nerlinger zu später Stunde in den Katakomben des Borussia-Parks zu Protokoll.

„Ich hätte es lieber gehabt, wenn wir das Spiel schon vorher zu unseren Gunsten entschieden hätten“, berichtete Neuer, der bereits in der regulären Spielzeit mit zwei Paraden in „Weltklassemanier“ (Nerlinger) jeweils gegen Nationalspieler Marco Reus (21./84.) einen Rückstand verhinderte. „Man muss Manuel Neuer heute eine super Leistung bescheinigen“, lobte auch Trainer Jupp Heynckes seine Nummer eins zwischen den Pfosten. „Er war der Matchwinner.“

Schon beim Elfmeter von Borussen-Kapitän Filip Daems hatte Neuer die Hand am Ball, aber „nicht genug Kraft, um den Ball zu halten“. Als dann der Norweger Nordtveit antrat, war Neuer zunächst etwas überrascht. „Den Nordtveit hatten wir nicht auf dem Zettel. Da wussten wir die Ecke nicht“, berichtete Neuer, der sich dann „einfach auf mein Gefühl verlassen und ein bisschen Glück gehabt habe, dass ich ihn mit dem linken Fuß gehalten habe“.

Erst Pech, dann Glück

Die Freude im Lager des FCB nach dem gehaltenen Elfmeter kannte keine Grenzen. Ob Mannschaftskollegen, Betreuer oder Trainer, alle herzten und drückten den 25 Jahre alten Schlussmann, der mit seinen Paraden auch eine persönliche Wiedergutmachung betrieben hat. Denn nach zwei Missgeschicken in den beiden Ligaduellen gegen die Borussia beim Hin- und Rückrundenauftakt verließ der FCB jeweils als Verlierer den Platz.

„Ich habe nicht an die Situationen in der Hinrunde oder im letzten Spiel gedacht“, gestand Neuer, „das sind Situationen, die unglücklicherweise passiert sind und die nichts mit Gladbach zu tun haben“. Dass ihm diese Fehler ausgerechnet in den beiden Spielen gegen die Fohlen unterlaufen sind, sei „einfach Pech“ gewesen. Dieses glich sich im Elfmeterschießen („Immer eine Glücksache“) wieder aus, „deshalb ist es doppelt schön, dass mir heute ein gutes Spiel gelungen ist“.

„Gerade hier, wo ihm das Malheur passiert ist, hat er so souverän gespielt und uns in den wichtigen Phasen im Spiel gehalten. Das Elfmeterschießen hat er gut gemeistert. Das freut mich für ihn“, erklärte Vereinspräsident Uli Hoeneß. Franck Ribéry sagte: „Es war nicht einfach für ihn. Er wurde nach den beiden Spielen viel kritisiert, heute war er der König.“ Und Mario Gomez, genau, der mit der Vorahnung, meinte nur: „Diese Geschichten schreibt nur der Fußball.“

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