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Herzlicher Empfang

Ribérys Rückkehr zur alten Liebe

„Ribéry, Ribéry, Ribéry“, hallt es durch die Allianz Arena, wenn der pfeilschnelle Linksaußen des Bayern wieder einmal einen seiner spektakulären Sololäufe abgeschlossen hat. Franck Ribéry ist einer der Publikumslieblinge in München. In Marseille war er das auch. Damals, als er das Trikot von OM trug (2005 - 2007), ehe er den Sprung in die Bundesliga zum FC Bayern wagte. Am Mittwochabend (20.45 Uhr) kehrt Ribéry im Bayern-Trikot ins Stade Vélodrome zu seiner alten Liebe zurück, das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League zwischen Marseille und dem FCB steht an. „Ich weiß nicht, was mich im Stadion von den Fans erwartet“, ist Ribéry gespannt.

Bei seiner Ankunft an der malerischen Mittelmeerküste wurde Ribéry jedenfalls sofort in Manndeckung genommen: Am Flughafen, im Hotel, auf der Pressekonferenz - überall stürzten sich seine Landsleute auf den prominenten Heimkehrer. „Ich war nicht überrascht über diesen Empfang. Die Menschen wissen, dass ich immer 100 Prozent gegeben habe für Marseille.“

Ablösefrei war der 28-Jährige 2005 vom türkischen Klub Galatasaray Istanbul in den Süden Frankreichs gewechselt, wo sein Stern so richtig aufging. Seine persönlichen Erfolge in den folgenden zwei Jahren bei Olympique Marseille konnten sich sehen lassen: ausgezeichnet als bester Nachwuchsspieler der Saison 2005/06 sowie 2006 als bester Spieler der französischen Liga. Zudem wurde Ribéry dreimal zum Fußballer des Monats gekürt (Oktober, November 2005, April 2006). Mit OM erreichte er zweimal das Pokalfinale, 2007 verabschiedete sich Ribéry mit der Vizemeisterschaft in Richtung München.

„Ich hatte dort zwei tolle Jahre - auf und außerhalb des Platzes. Meine Beziehung zu den Fans war fantastisch“, erinnerte sich der Franzose zurück. Dort habe er sich genauso wohl gefühlt wie nun beim FC Bayern. „Ich hatte damals viel Spaß, wir haben viel gelacht.“ Die Menschen in Marseille seien „total fußballverrückt“, erklärte Ribéry. Sie leben für ihren Verein. „Wenn OM nicht gewinnt, ist die ganze Stadt traurig.“

'Der Verein steht immer hinter mir'

Zwei Momente sind Ribéry in ganz besonderer Erinnerung geblieben: Zum einen der Abend, an dem er mit einem Rasenmäher-Traktor nach Schlusspfiff eine Ehrenrunde drehte und sich kurz vor seinem Wechsel zum FCB von den enthusiastischen Fans verabschiedete. Und zum anderen die Minuten, als er nach dem Einzug ins Pokalfinale 2006 seine Tochter Hyzina auf dem Rasen im Arm hielt. „Das war toll“, berichtete Ribéry.

Die Zeit bei Marseille ist Vergangenheit. Nach mittlerweile fast fünf Jahren beim FC Bayern fühle er sich „total als Münchner“, sagte der französische Nationalspieler. „Der Verein steht immer hinter mir, egal was passiert. Das ist außergewöhnlich. Ich kann mir vorstellen, dass ich hier meine Karriere beende.“

Dass sich der 28-Jährige wohlfühlt, sieht man auf dem Platz. Er spiele seine „beste Saison“ in München, sagte Ribéry. Und die Statistik gibt ihm Recht. In der Bundesliga bereitete der Franzose bereits 16 Bayern-Tore vor - Ligaspitze. Dazu traf er bislang elfmal selbst ins Schwarze. Und auch in der Königsklasse gehört Ribéry mit vier Assists zu den Besten.

Sonderlob von Trainer Heynckes

„Franck spielt auf einem absoluten Topniveau“, wurde Ribéry am Dienstag von Trainer Jupp Heynckes gelobt. Auf den 66-Jährigen wirkt Ribéry in diesen für ihn emotionalen Tagen „hochkonzentriert“. Als die Auslosung bevorstand, „hat er sich Marseille gewünscht“, berichtete Heynckes und fügte an: „Ich kann seine Gefühle sehr gut nachvollziehen. Er findet hier ein Stück Heimat vor.“

Nicht nur Ribéry blickt freudig dem CL-Viertelfinale und dem Wiedersehen mit seinen ehemaligen Teamkollegen entgegen. Auch Olympique heißt ihn willkommen. „Ich habe ihn auf dem Handy angerufen und gesagt, dass wir uns sehr auf seine Rückkehr freuen“, sagte Stéphane Mbia. Für OM-Trainer Didier Deschamps ist Ribéry ein „großer Spieler“. Vor allem „Geschwindigkeit, Technik und Torgefährlichkeit“ seien beeindruckend.

Bei aller Nächstenliebe: Ribéry peilt gegen seinen Ex-Verein im Stade Vélodrome einen triumphalen Abend an: „Ich spiele nicht mehr für Marseille, ich spiele für Bayern. Ich hoffe, wir gewinnen.“ Doch egal, ob ihn die heißblütigen OM-Fans am Ende feiern oder vereinzelt auspfeifen werden: Ribéry hat sich vorgenommen, bei einem Tor nicht allzu emotional zu jubeln. Denn: „Ich habe viel Respekt vor den Zuschauern in Marseille.“

Für fcbayern.de in Marseille: Nikolai Kube

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