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Arjen Robben im Interview

'So eine Woche hatte ich noch nie'

Arjen Robben ist seit Januar 28. Im besten Fußballer-Alter also. In seiner Karriere verschlug es den holländischen Flügelflitzer bereits zu einigen europäischen Top-Klubs wie Real Madrid oder Chelsea. Seit 2009 wirbelt Robben für den FC Bayern. Aber das, was in den vergangenen sieben Tagen passiert ist, hat auch er noch nicht erlebt. 20 Tore gelangen dem FCB gegen Hoffenheim, Basel und Berlin, Robben selbst traf unglaubliche sieben Mal ins Schwarze.

Am Tag nach der 6:0-Gala bei Hertha BSC stand der Niederländer fcbayern.de Rede und Antwort. Und er verriet: „So eine Woche hatte ich noch nie!“ Zudem sprach Robben über die Chancen auf die Meisterschaft, seinen Gesundheitszustand und das wichtige DFB-Pokal-Halbfinale am Mittwoch in Gladbach.

Das Interview mit Arjen Robben:

fcbayern.de: Arjen, 20 Tore in einer Woche. Die Stimmung war auf dem Rückflug sicher bestens…
Robben: „Klar! Die letzte Woche war überragend, es macht wieder richtig Spaß. Und das nach einer schwierigen Zeit für uns. Da darf man dann auch ein bisschen feiern und Spaß haben. Aber wir müssen weiter machen, das weiß jeder.“

fcbayern.de: 7:1, 7:0, 6:0. Geht es überhaupt noch besser?
Robben: „Man kann sich immer verbessern. Es gibt Kleinigkeiten, an denen wir arbeiten müssen. In Berlin haben wir zum Beispiel zwei, drei Chancen defensiv zugelassen.“

fcbayern.de: Warum ist bei euch plötzlich gegen Hoffenheim der Knoten geplatzt?
Robben: „Meiner Meinung nach haben wir schon beim 2:0 gegen Schalke richtig gut gespielt. Leider haben wir es dann nicht durchgezogen und in Leverkusen verloren - obwohl wir eigentlich dort auch spielerisch gut waren. Danach wurde von einer Krise geredet. Wir haben uns davon nicht irritieren lassen und einfach weitergemacht. Man hat im Training den Aufwärtstrend gespürt, wir haben viel miteinander geredet. Das war auch sehr wichtig. Und dann kam Hoffenheim…“

fcbayern.de: Kommt diese Leistungsexplosion vielleicht gerade noch rechtzeitig?
Robben: „Das hoffe ich! Klar, wir haben es in der Bundesliga nicht mehr in der eigenen Hand. Aber ich glaube an die Meisterschaft. Wenn wir so weiterspielen, ist noch einiges drin. Wir müssen in Dortmund auf jeden Fall gewinnen.“

fcbayern.de: Christian Nerlinger hat deine Ballübergabe an Mario Gomez vor dem 4:0 als sinnbildlich für eure mannschaftliche Geschlossenheit bezeichnet...
Robben: „Offiziell bin ich erster Elfmeterschütze, Mario zweiter. Wir wollen alle in der Mannschaft, dass Mario wieder Torschützenkönig der Bundesliga wird. Und wenn ich da helfen kann, mache ich das gerne. Er hat sich das verdient, weil er super wichtig für uns ist. Mario trifft am Fließband und soll seinen Rhythmus beibehalten. Deshalb habe ich ihm den Ball überlassen.“

fcbayern.de: Nicht nur Mario trifft und trifft. Auch du hast in dieser Woche sieben Tore geschossen. Gab es das schon mal in deiner Karriere?
Robben: „Nein, so eine Woche hatte ich noch nie. Ich habe wieder richtig Spaß!“

fcbayern.de: Bist du denn endlich wieder völlig schmerzfrei nach deiner langwierigen Schambeinentzündung?
Robben: „Auch wenn es komisch klingt: Ich bin noch immer nicht da, wo ich sein will. Es gibt noch Raum für Verbesserungen, vor allem im physischen Bereich. Ich habe manchmal auch noch leichte Schmerzen am Schambein, generell fehlt mir noch etwas die Kraft. Das sagt mein Gefühl. In der ersten Saison bei Bayern, aber auch in der vergangenen, habe ich mich noch besser gefühlt. Trotzdem bin ich für den Moment sehr zufrieden.“

fcbayern.de: Es fällt auf, dass Thomas Müller, Franck Ribéry und du viel rotieren. Ist das auch ein Schlüssel des derzeitigen Erfolges?
Robben: „Ja, das macht uns unberechenbarer. Schnell und stark am Ball sind wir eh. Aber so können wir unsere Gegner noch etwas mehr überraschen. Wir haben das untereinander vor ein paar Wochen besprochen. Thomas ist ein Spieler, der gerne und viel läuft. Daher kann man super wechseln, das klappt richtig gut.“

fcbayern.de: Drei Spiele, 20 Tore. Aber nun stehen Spiele im Drei-Tages-Rhythmus an. Besteht die Gefahr von Nachlässigkeit?
Robben: „Wir wissen ganz genau, dass wir so weitermachen müssen und nicht nur ein oder zwei Prozent nachlassen dürfen. Sonst geraten wir wieder in Schwierigkeiten. Jetzt kommen die nicht leichten, aber auch richtig schönen Spiele im Pokal, der Bundesliga und der Champions League.“

fcbayern.de: Am Mittwoch wartet Gladbach im DFB-Pokal…
Robben: „Gladbach ist eine richtig gute Kontermannschaft. Man darf sich keinen Fehler erlauben. Wir dürfen nicht wieder Tore herschenken, wie beim 1:3 am ersten Rückrundenspieltag. Sonst spielt man denen in die Karten. Sie haben vorne viel Qualität. Nicht nur Reus, sondern auch Hanke, de Camargo oder Arango sind richtig gut. Es wird sicher kein 6:0 oder 7:0 werden. Wir müssen unsere Chancen aber wieder eiskalt nutzen und dürfen hinten nichts zulassen.“

fcbayern.de: Danach geht’s gegen Hannover und dann wartet auch schon Marseille. Wie stehen die Chancen auf das Champions-League-Halbfinale?
Robben: „Alle reden vom Halbfinale, aber ich warne vor Marseille! Das ist ein richtig guter Gegner, die können uns das Leben schwer machen. Das ist eine physisch sehr starke Mannschaft mit einem richtig guten Trainer. Wir müssen auswärts den Grundstein legen.“

fcbayern.de: Dann hoffentlich wieder mit Bastian Schweinsteiger. Wie wichtig ist es, dass er bald wieder in Topform ist?
Robben: „Er hat keine schöne Zeit. Das tut mir Leid für ihn. Ich weiß, wie es sich anfühlt, verletzt zu sein. Bastian ist ein richtig wichtiger Spieler für uns - nicht nur auf dem Platz, sondern auch als zweiter Kapitän. Ich hoffe sehr, dass er bald wieder voll dabei ist.“

Das Interview führte: Nikolai Kube

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