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Ehrung für Gerland

'Trainerpreis des deutschen Fußballs'

Große Ehre für Hermann Gerland: Der Co-Trainer des FC Bayern erhielt am Donnerstagabend in Bonn den „Trainerpreis des deutschen Fußballs“, der im Rahmen der Feierlichkeiten zum Abschluss des 58. Fußball-Lehrer-Lehrgangs der Hennes-Weisweiler-Akademie verliehen wurde. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung, die jährlich von einer Jury des DFB unter Leitung von Präsident Wolfgang Niersbach vergeben wird, würdigt „die herausragende Leistung eines Trainers oder einer Trainerin im Spielbetrieb, in der Nachwuchsarbeit oder für ein besonderes gesellschaftspolitisches Engagement in der Trainertätigkeit“.

„Ich nehme den Preis zwar in Empfang, aber er gebührt eigentlich allen Mitarbeitern in der Nachwuchsabteilung des FC Bayern“, sagte der 57 Jahre alte Gerland. „Der FC Bayern ist ein überragender Verein - ich genieße es jeden Tag, zur Säbener Straße zu fahren.“ Der aktuelle Co-Trainer des FC Bayern erhält den Preis vor allem für die hervorragende Ausbildung zahlreicher Talente.

Hrubesch und Tuchel die Vorgänger

Nationalspieler wie Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Thomas Müller, Toni Kroos oder BVB-Profi Mats Hummels gingen durch Gerlands Fußball-Schule, starteten ihre erfolgreichen Karrieren beim langjährigen Jugend- und Amateurtrainer der Bayern. Sowohl in ihrer fußballerischen als auch in ihrer menschlichen Entwicklung wurden sie maßgeblich von Gerland geprägt.

„Von allen Trainern bin ich der Weichste. Wenn es einer meiner Jungs geschafft hat, habe ich Tränen in den Augen. So freue ich mich“, sagte der Tiger. Im Vorjahr hatte Thomas Tuchel (FSV Mainz 05) den Trainer-Preis, der zum dritten Mal verliehen wurde, erhalten. Erster Gewinner war 2010 DFB-Nachwuchscoach Horst Hrubesch.

Beim VfL Bochum fing alles an

In seiner aktiven Profi-Laufbahn spielte Gerland nur für den VfL Bochum (1972-1984). Als kompromissloser Verteidiger verbreitete er Angst und Schrecken bei den gegnerischen Angreifern, erwarb sich den Spitznamen Tiger und bei den Fans Kultstatus. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendeiner gerne gegen mich gespielt hat“, blickte Gerland zurück.

Bei seinem Heimatverein begann der Bochumer 1985 auch seine Trainerkarriere. Den VfL führte er 1988 ins Pokalfinale, das mit 0:1 gegen Eintracht Frankfurt verloren ging. Danach folgten Stationen beim 1. FC Nürnberg (1988-1990/1995-1996), Bayern München II (1990-1995), Tennis Borussia Berlin, Arminia Bielefeld und SSV Ulm.

'Ich bin immer geradeaus'

2001 holte der damalige Bayern-Manager Uli Hoeneß den Coach zurück an die Säbener Straße, wo er als Nachwuchs-, Amateur- oder auch Co-Trainer der Profis allseits hoch geschätzte Arbeit abliefert. Der Pferde-Liebhaber und -Züchter wurde als Ruhrpottler in Bayern heimisch, ohne seine Herkunft als Sohn eines Bergarbeiters zu vergessen. So blieb Gerland bis heute ein liebenswerter „Kumpel“ ohne Allüren: „Ich bin ein Malochertyp, der den Fußball liebt und nicht die Show. Ich bin immer geradeaus, derb und dennoch sensibel.“

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