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Markus Babbel im Interview

'Wir werden uns nicht verstecken'

An das letzte Gastspiel in der Allianz Arena wird sich Markus Babbel nicht allzu gerne zurückerinnern. 13 Minuten waren gespielt, da lag sein Team bereits 0:3 zurück. Am Ende hieß es gar 0:4. Am kommenden Wochenende wird der ehemalige Bayern-Profi erneut in der Arena an der Seitenlinie stehen. Diesmal allerdings nicht wie im Oktober als Trainer von Hertha BSC Berlin, sondern als Nachfolger von Holger Stanislawski bei der TSG 1899 Hoffenheim.

Im Februar trat Babbel sein neues Amt an. Seitdem vergingen vier Bundesligaspiele - kein einziges hat der 39-Jährige mit seinem Verein bislang verloren. Vor seiner in dieser Saison zweiten Partie in München sprach Babbel mit dem Bayern-Magazin unter anderem über den FC Bayern, seinen neuen Arbeitgeber und seinen Ex-Klub Hertha BSC. fcbayern.de veröffentlicht Auszüge des Interviews.

Das Interview mit Markus Babbel:

Frage: Herr Babbel, wissen sie, dass sie für eine Premiere im Bayern-Magazin sorgen? Sie sind der erste Trainer einer Gastmannschaft, der in einer Saison mit zwei verschiedenen Teams im Interview Rede und Antwort steht…
Babbel: „Das war mir nicht bekannt. Jetzt weiß ich aber wenigstens, dass andere Trainer, die wie ich innerhalb einer Saison wechselten, keine zwei Auswärtsspiele gegen den FC Bayern bestreiten mussten. Und da ich mit Hertha 0:4 unter die Räder gekommen bin, habe ich ja nun mit Hoffenheim die Möglichkeit, es beim zweiten Mal besser zu machen.“

Frage: Sie spielten und arbeiteten bei traditionsreichen Klubs wie dem FC Bayern, Liverpool, Stuttgart und Hertha BSC. Was reizt sie jetzt an ihrer Aufgabe in Hoffenheim?
Babbel: „Da gibt es viele Aspekte, unter anderem die Arbeit mit der jungen und hochtalentierten Mannschaft, die optimalen Trainingsbedingungen und die Führung eines äußerst kompetenten Funktionsteams. Genauso reizvoll finde ich es aber, ein Teil der jungen, aber schon sehr bewegten Geschichte des Bundesligaklubs Hoffenheim zu werden. Es ist sensationell, was hier in so einer kurzen Zeit entstanden ist. Die TSG hat es als erster Klub seit Jahrzehnten geschafft, sich in der Bundesliga zu etablieren und die Entwicklung ist noch längst nicht abgeschlossen. Das ist sehr reizvoll und für mich eine große Herausforderung.“

Frage: Die Mannschaft befindet sich mitten im Umbruch, viele junge Spieler gehören zum Kader. Was sind die Ziele in dieser Saison und wie lauten sie langfristig?
Babbel: „Was soll ich jetzt sagen? Wir wollen Neunter werden, Achter? Mir ist nur wichtig, dass wir Woche für Woche hart an uns arbeiten, dass eine Entwicklung nach oben zu sehen ist, dass wir guten Fußball spielen. Der Rest kommt dann von alleine. Um langfristige Ziele formulieren zu können, bin ich noch nicht lange genug hier.“

Frage: Der FC Bayern ist mit schwankenden Leistungen in die Rückrunde gestartet, die Mannschaft musste auch Kritik einstecken. Sie kennen den Druck als Bayern-Spieler nur zu gut. Kann das für ihr Team ein Vorteil in der Allianz Arena werden?
Babbel: „Ich hoffe es, habe da aber meine Zweifel. Beim FC Bayern stehst du immer unter Druck, es wird immer erwartet, dass du jedes einzelne Spiel gewinnst, selbst wenn Du an der Spitze stehst. Die meisten Spieler sind auch schon ein paar Jahre da, die kennen das nicht anders. Wir werden uns nicht verstecken, aber eins ist auch klar: der FC Bayern ist hoher Favorit.“

Frage: Ihr alter Klub Hertha BSC versucht mit Otto Rehagel die Klasse zu halten. Drücken Sie ihm trotz aller Unstimmigkeiten mit den Berliner Verantwortlichen dennoch die Daumen, dass er Erfolg haben wird?
Babbel: „Aber natürlich. Ich habe eineinhalb Jahre hervorragend mit der Mannschaft zusammengearbeitet. Mit Otto Rehagel haben sie nun einen Trainer, der aufgrund seiner Erfahrung hoffentlich in der Lage sein wird, die nötige Ruhe in das Team und in den Verein zu bringen. Die Qualität für den Klassenerhalt bringt der Kader auf alle Fälle mit sich.“

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