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Badstuber 'reif', Alaba 'brennt'

Zwei Youngster auf der Überholspur

Als Holger Badstuber nach der Halbzeit-Pause die Treppen bestieg, die hoch auf den Rasen der Allianz Arena führen, strahlte er. Stadionsprecher Stephan Lehmann hatte soeben den 23. Geburtstag des Bayern-Stars verkündet, die euphorisierten Fans gratulierten lautstark. Ein tolles Geschenk. Das schönste hatte sich Badstuber aber bereits einige Minuten zuvor selbst gemacht: Als Wegbereiter des vorentscheidenden 3:0 gegen den FC Basel. Innenverteidiger Badstuber hatte Knipser Mario Gomez den Ball derart maßgerecht vorgelegt, dass der gar nicht mehr anders konnte, als zu verwandeln.

Ein Assist, dazu hinten keinen Gegentreffer zugelassen. 7:0 gewonnen, ins Champions-League-Viertelfinale eingezogen. Kein Wunder, dass Badstuber am Tag danach gegenüber FCB.tv von einem „rundum gelungenen Geburtstag“ sprach. Jeden einzelnen Treffer habe er genossen, berichtete der Nationalspieler: „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht und dann mit unseren Offensivspielern die Räume genial genutzt.“ Ein „Festival“ sei die Partie gegen Basel gewesen.

Was in der öffentlichen Wahrnehmung allen voran an der Offensivabteilung des FC Bayern lag. Doch die Grundlage für derartige Gala-Vorstellungen wird in der Defensive gelegt. Toni Kroos und Luiz Gustavo räumten vor der Abwehr einiges weg, die Viererkette um Philipp Lahm, Jérôme Boateng, Badstuber und Youngster David Alaba erledigte den Rest. Torhüter Manuel Neuer bekam nur einen einzigen Schuss auf sein Tor. „Die Null ist gestanden, alles hat gepasst. Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen“, verriet Badstuber.

Das Münchner Eigengewächs ist in dieser Saison zum Abwehrchef des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft aufgestiegen. Und das nach einer schwierigen Saison 2010/11, als Badstuber in Folge einer langwierigen Schambeinentzündung nicht zu seinem Rhythmus fand und Kritik einstecken musste. „Holger wurde in Frage gestellt. Aber ich habe von Anfang an klipp und klar gesagt: Er wird wieder Topleistungen bringen“, berichtete Coach Jupp Heynckes. Daher freue es ihn besonders, dass Badstuber wieder „stabil gut“ spiele.

Badstuber mit „super Spieleröffnung“

Als für sein Alter „sehr reif“ und „selbstkritisch“ bezeichnete Heynckes seinen Innenverteidiger. Fußballerisch verfügt Badstuber über einen extrem starken linken Fuß. Heynckes: „Er hat eine super Spieleröffnung. Die braucht man heutzutage in der Innenverteidigung.“ Der 66-Jährige schätzt Badstuber - und der zahlt das Vertrauen zurück. Genau wie das Küken der Mannschaft: David Alaba.

Egal, wo der Österreicher zum Einsatz kommt: Er liefert ab. In den vergangenen sieben Pflichtspielen stand der 19 Jahre alte Wiener immer in der Startelf des deutschen Rekordmeisters. Zunächst fünf Mal als Ersatz für den verletzten Bastian Schweinsteiger auf der Sechser-Position, nun seit zwei Partien als Linksverteidiger. Dort war ein Platz frei geworden, weil Philipp Lahm für den grippekranken Rafinha auf die rechte Seite rückte.

Heynckes vergleicht Alaba mit Netzer

Der polyvalente Alaba machte seine Sache auch dort vorzüglich und harmonierte mit Franck Ribéry derart gut, dass nicht nur Heynckes das Gefühl hatte, er hätte schon Jahre als Linksverteidiger auf dem Buckel. „David brennt, er hat so viel Ehrgeiz. Ich muss ihn sogar bremsen“, sagte der Trainer - und verglich Alaba sogar mit den ganz Großen des europäischen Fußballs.

Viele Spieler, so Heynckes, die später einmal weltbekannte Mittelfeldspieler wurden - wie ein Günter Netzer oder ein Schweinsteiger - hätten ihre Karriere ebenfalls auf den Außenpositionen begonnen. „Man braucht viel Erfahrung, um irgendwann mal auf einem hohen Niveau im Mittelfeld konstant zu spielen“, erklärte Heynckes. Bemerkenswerte Worte des Bayern-Trainers und bekennenden Alaba-Fans.

Alaba bedankt sich für das Vertrauen

Der Österreicher selbst bleibt weiter äußerst bescheiden: „Ich bin sehr dankbar, dass ich die Chance bekomme - egal, wo der Trainer mich aufstellt.“ Auch bei seinen Mitspielern bedankte sich Alaba artig. Ribéry habe ihn auf dem Platz super unterstützt.

Genau wie sein etwas mehr als drei Jahre älterer Defensivkollege Badstuber, der in seiner jungen Laufbahn bereits ein Champions-League-Finale sowie eine Weltmeisterschaft gespielt. Eines hat Alaba Badstuber aber voraus: Während der deutsche Nationalspieler noch auf sein erstes Saisontor wartet („Es wird bald kommen, das spüre ich“), hat der österreichische bereits zweimal eingenetzt.

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