präsentiert von
Menü
Hauptsache gewonnen

Bayern denken nur 'von Spiel zu Spiel'

Während die Spieler des FC Bayern auf den Rasen ausgelassen den ersten Erfolg in Nürnberg seit 2005 bejubelten, fiel die Freude hoch oben auf der Tribüne bei den Verantwortlichen des Rekordmeisters eher still aus. Dank eines 1:0 (0:0)-Arbeitssieges hat der FCB den Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund sechs Spieltage vor Saisonende auf drei Punkte verkürzt. Euphorisch gab sich im Lager der Münchner aber hinterher niemand, im Gegenteil.

„Wir müssen die Kirche im Dorf lassen“, mahnte Thomas Müller nach dem 184. bayrisch-fränkischen Derby. „Wir haben uns wieder zurückgekämpft, darüber sind wir froh.“ Der Trend sei nach nunmehr sieben Siegen in Serie überaus positiv, „aber vom Trend wird man kein Meister“, betonte Müller. Die Rechnung vor dem Saisonendspurt sei „einfach, aber die Umsetzung, das wissen wir selbst ist nicht ganz so einfach.“ Statt großer Reden wolle man „schauen, dass wir erst mal große Leistungen bringen“, so Müller weiter.

Angespornt vom 4:4-Unentschieden des BVB am Freitagabend gegen den VfB Stuttgart (Arjen Robben: „Das war natürlich eine kleine Stimulation“) tat sich der FCB lange schwer, gegen robust und diszipliniert agierende Nürnberger ähnlich dominant aufzutreten, wie in den letzten Wochen. Am Ende genügte gegen den Club, der nach der 15. Saison-Niederlage nur noch drei Punkte vor dem Relegationsplatz steht, eine durchschnittliche Vorstellung, um nach Siegen (19) mit Dortmund gleichzuziehen.

„Das war kein Glanzspiel“, merkte Kapitän Philipp Lahm an und erinnerte daran, dass der FCB im Gegensatz zu Dortmund „alle drei Tage“ im Einsatz ist. „Dass man dann nicht immer ein Feuerwerk abfackelt, ist auch klar. Aber es ist wichtig, dass wir dann trotzdem gewinnen, vor allem auswärts.“ Robben, dem es vor 48.548 Zuschauern im ausverkauften easyCredit-Stadion vorbehalten blieb, in der 69. Minute den viel umjubelten Siegtreffer zu erzielen, stellte klar: „Die drei Punkte waren das Wichtigste.“

In einem von beiden Seiten „intensiv geführten Spiel“ (Bayern-Trainer Jupp Heynckes) verdienten sich die Münchner den Sieg durch die größeren Spielanteile und die Mehrzahl an Torchancen. „Das war natürlich ganz wichtig. Hier 1:0 zu gewinnen ist für uns superwichtig und superschön. Wir haben vertrauen, wir können noch viel erreichen diese Saison, wenn wir auf uns selbst konzentriert bleiben“, meinte Siegtorschütze Robben.

Dabei sei es aber wichtig, nur von „Spiel zu Spiel“ zu denken, wie Bastian Schweinsteiger betonte. Der Vizekapitän wurde früh in der zweiten Halbzeit eingewechselt und sammelte weiter wichtige Spielminuten für die nächsten wichtigen Wochen, in denen der FCB im Idealfall acht Spiele in 26 Tagen bestreiten muss. „Was die anderen machen, kann uns egal sein. Wenn wir unsere Spiele gewinnen, können wir viel erreichen.“

Die nächste Aufgabe steht bereits am kommenden Dienstagabend auf dem Programm, wenn die Heynckes-Elf im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Olympique Marseille „unter die vier besten Mannschaften Europas“ (Lahm) einziehen möchte. „Die Ausgangslage ist sehr, sehr gut. Wenn wir konzentriert Fußball spielen, dann brennt am Dienstag nichts an“, so der FCB-Kapitän.

Weitere Inhalte