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'Seriöse Vorstellung'

Bayern feiert gelungenen Heimabschluss

„Vielen Dank für Eure tolle Unterstützung in der Saison 2011-12!“ Mit einem überdimensionalen Plakat bedankten sich die Spieler des FC Bayern nach dem letzten Bundesligaheimspiel der Saison bei ihren Anhängern. Bei strahlendem Sonnenschein sorgten die 69.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena drei Tage nach dem Erreichen des Champions-League-Endspiels für reichlich Partystimmung („Finale, oho, Finale“) und freuten sich am Ende auch über einen unspektakulären, aber verdienten 2:0 (1:0)-Erfolg im Südschlager gegen den VfB Stuttgart.

„Wir haben eine sehr seriöse Vorstellung gezeigt“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger nach dem Erfolg gegen die Schwaben und kündigte für das Saisonfinale am kommenden Samstag beim 1. FC Köln an: „Das gleiche kann man nächste Woche auch von uns erwarten.“ Besonders freute sich Nerlinger darüber, dass die Mannschaft nach dem Kräfte zehrenden Elfmeterkrimi in Madrid „wieder sehr konzentriert gespielt“ hat und „Spieler, die bislang nicht so oft zum Einsatz gekommen sind, mehr als mithalten und den VfB Stuttgart souverän besiegen können“.

Trainer Jupp Heynckes nahm gegen den Tabellenfünften, der die letzten zehn Spiele nicht verloren hatte, wieder zahlreiche Änderungen in seiner Startelf vor und schonte viele der Helden von Madrid, die die Müdigkeit der 120 Minuten noch in Kopf und Beinen hatten. So standen Manuel Neuer, Franck Ribéry und der leicht angeschlagene Jérôme Boateng nicht einmal im Kader, andere Leistungsträger wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Arjen Robben nahmen zunächst auf der Bank Platz.

Doch auch ohne diese Spieler war der FCB von Beginn an die „agilere und bessere Mannschaft“, wie Torjäger Mario Gomez hinterher analysierte. „Man hat heute nicht gesehen, dass wir das Spiel am Mittwoch hatten, wir haben verdient gewonnen.“ Mit seinem 26. Saisontreffer stellte Gomez nach uneigennütziger Vorarbeit von Thomas Müller in der 32. Minute die Weichen auf Sieg, in der Nachspielzeit sorgte der fleißige Müller (90.+2) mit seinem ersten Ligator seit über einem Monat für den 2:0-Endstand.

„Es tut gut, nach diesem Riesenerlebnis am Mittwoch trotzdem die Pflichtaufgabe zu gewinnen. Für die Zuschauer war es ein schönes Spiel und hinten raus ein schöner Sieg“, meinte Müller, der jedoch auch feststellte: „Der VfB hatte auch seine Chancen.“ Dass die Schwaben, die vor der Partie mit 37 Toren die beste Rückrundenoffensive stellten, am Ende ohne Erfolgserlebnis die Heimreise antreten mussten, lag auch an Torhüter Jörg Butt. In seinem 387. und voraussichtlich letzten Bundesligaspiel hielt er seinen Kasten noch einmal sauber.

„Er hat uns heute den Sieg festgehalten“, lobte Gomez die Nummer zwei des FCB, „er hat überragend gehalten“, ergänzte Müller. Mit zwei „großartigen Paraden“ (Heynckes) bei einem Kopfball von Shinji Okazaki (36.) und einer Großchance von Vedad Ibisevic (38.) bewahrte der 37-Jährige, der den FCB in seinem Abschiedsspiel vor heimischer Kulisse sogar als Kapitän aufs Feld führen durfte, seine Mannschaft vor einem möglichen Ausgleich und wurde anschließend von den Fans mit „Butt, Butt, Butt“-Sprechchören gefeiert.

Butt hofft auf 'krönenden Abschluss'

„Die Jungs haben gerade in der ersten Halbzeit ein paar Mal die Stuttgarter durchlaufen lassen, damit ich was zu tun bekomme“, scherzte der Routinier, der im Sommer seine Profi-Karriere beendet. „Es war schön in diesem Stadion bei dieser Atmosphäre. Es hat sehr viel Spaß gemacht, ich habe es genossen“, sagte Butt, der nun dem Saisonfinale entgegenfiebert und auf einen „krönenden Abschluss am 19. Mai“ an gleicher Stelle hofft.

Köln, Dortmund, Chelsea - so lautet das Restprogramm in den nächsten drei Wochen, in denen der FCB zwei Titel holen könnte. „Wir müssen uns auf Köln konzentrieren, dann haben wir das nächste Highlight mit dem DFB-Pokalfinale und dann kommt erst die Champions League“, machte Nerlinger klar, wie die Prioritäten im Lager der Bayern verteilt sind. „Das sind schöne Wochen, die auf uns zukommen“, freute sich Gomez.

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