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Heynckes: 'Sein Abschiedsspiel'

Butt steht gegen Stuttgart im Tor

Der vorletzte Bundesligaspieltag am Samstag steht im Zeichen des Abschieds. Beim FC Schalke sagt Raúl vom Heimpublikum Adiós, in Leverkusen Michael Ballack Bye-Bye und auch in München wird ein Großer seiner Zunft zum wahrscheinlich letzten Mal auf dem Rasen stehen: Jörg Butt. Einen Monat vor seinem 38. Geburtstag wird der zweite Torwart des FC Bayern gegen den VfB Stuttgart auflaufen. „Er wird selbstverständlich von Anfang an spielen. Das wird sein Abschiedsspiel in der Allianz Arena“, kündigte FCB-Chefcoach Jupp Heynckes am Freitag an: „Er hat sich das verdient.“

Butt selbst bezeichnete seinen 387. und wahrscheinlich letzten Einsatz im deutschen Fußball-Oberhaus (63 davon im FCB-Trikot) als „ganz normales Bundesligaspiel“. Wie sonst auch werde er sich vorbereiten, kündigte er an. „Ich denke bestimmt nicht darüber nach, dass es das letzte Spiel ist. Wenn man auf dem Platz steht, sollte man das ausblenden. Ich nehme das Spiel sehr ernst. Wir wollen gewinnen!“

Einen besonderen Charakter habe die Partie vor allem durch den Einzug ins Champions-League-Finale drei Tage zuvor, meinte Butt: „Ich freue mich auf das Spiel und die Euphorie, die nach dem Final-Einzug groß ist. Die ganze Stadt ist elektrisiert. Es wird eine Riesenstimmung sein. Ich werde das Spiel genießen.“

Das gilt sicherlich auch für die „Butt, Butt,Butt!“-Sprechchöre, mit denen die 69.000 Fans in der Allianz Arena den einzigen Bayern-Torhüter neben Jean-Marie Pfaff, der ein Tor erzielt hat (Dezember 2009 in Turin), sicherlich noch einmal feiern werden. Zum dritten Mal (2002, 2010) in seiner 18 Jahre langen Profikarriere hat Butt gerade das Champions-League-Finale erreicht, insgesamt 80 Europacupspiele hat er bestritten, an zwei Weltmeisterschaften (2002, 2010) teilgenommen.

'Der krönende Abschluss'

Seine ersten Titel gewann der torgefährlichste Keeper der Bundesligageschichte (26 Elfmetertore) aber erst, seitdem er 2008 zum FC Bayern gewechselt ist. 2010 holte er die Meisterschaft und den DFB-Pokal, in der laufenden Saison könnten noch zwei weitere Titel hinzukommen. Besonders der Champions-League-Sieg wäre natürlich „der krönende Abschluss“, wie Butt sagte. Dann würde der Oldenburger vielleicht auch seine norddeutsche Bescheidenheit kurz ablegen: „Ich bin ja nicht für emotionale Gefühlsausbrüche bekannt. Das wird wahrscheinlich kommen, wenn wir am 19. Mai hoffentlich den Pott in die Höhe halten.“

1996 begann beim damaligen Zweitligisten VfB Oldenburg Butts Profilaufbahn. Über den Hamburger SV (1997 - 2001), Bayer 04 Leverkusen (2001 - 2007) und Benfica Lissabon (2007 - 2008) führte ihn sein Weg nach München, wo er inzwischen auf „vier unglaublich tolle Jahre“ zurückblickt und auch nach dem Ende seiner aktiven Karriere tätig sein wird. Künftig wird der 37-Jährige das Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern leiten.

'Überragend' auch außerhalb des Platzes

Doch noch steht Butt, der sich nicht nur durch Leistung auf dem Platz ausgezeichnet hat, sondern auch im Mannschaftskreis hohes Ansehen genießt (Heynckes: „Er ist überragend in seiner Haltung, in seinem Verhalten innerhalb der Mannschaft“), vor drei spannenden Wochen als Spieler. Am Samstag wird er noch einmal selbst auflaufen, zum dritten Mal in dieser Saison (DFB-Pokal gegen Ingolstadt, CL-Gruppenspiel in Manchester).

Der Gegner in Butts „Abschiedsspiel“ passt auf jeden Fall. Denn gegen Stuttgart bestritt er erstens vor einem Jahr sein bislang letztes Bundesligaspiel (14. Mai 2011). Zweitens erzielte er gegen keinen anderen Klub erzielte er so viele Tore (4) wie gegen den VfB und stellte dabei drittens sogar noch eine Bestmarke auf: Bis heute ist er der einzige Bundesliga-Torhüter, dem zwei Tore in einem Spiel gelangen - und das gleich zweimal gegen den VfB (Mai 1999, August 1999)! Hut ab, Jörg!