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'Kopf oben halten'

Enttäuschter FCB richtet Blick nach vorne

Der FC Bayern versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, bestürmte das Dortmunder Tor, warf alles nach vorne. Doch mehr als ein Lattentreffer, als Dortmunds Neven Subotic in der Nachspielzeit einen Ball per Kopf Richtung eigenes Tor verlängerte, sprang nicht mehr heraus. Der Ausgleich, das 1:1, wollte einfach nicht fallen, es sollte nicht sein.

„Man muss es einfach akzeptieren, dass das Schicksal am heutigen Abend sicherlich nicht auf Bayern Münchens Seite war“, brachte es der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge nach der unglücklichen 0:1-Niederlage beim BVB, die Stürmer Robert Lewandowski (77.) mit seinem Hackentor besiegelte, auf den Punkt. Cheftrainer Jupp Heynckes sagte: „Es hat am Ende das Quäntchen Glück gefehlt.“

Das Bundesliga-Spitzenspiel begann furios: Mario Gomez hatte wenige Augenblicke nach Anpfiff die erste Chance der Partie. Doch danach dominierte Dortmund, der FCB fand nicht zu seinem Spiel. „Sie haben ungeheuren Druck entwickelt und sich viele Chancen erarbeitet, die Manuel Neuer vereitelt hat“, blickte Cheftrainer Jupp Heynckes zurück. Bei einem Pfostenkopfball von Lewandowski (37.) hatten die Münchner Glück.

Nach der Pause verschoben sich die Kräfteverhältnisse: Die Bayern ließen nun defensiv fast nichts mehr zu und wurden in der Offensive deutlich zielstrebiger. „In der ersten Halbzeit hatte Dortmund Vorteile, in der zweiten wir“, sagte Rummenigge. Kapitän Philipp Lahm ergänzte, dass es beim Stand von 0:0 drei Situationen gegeben habe, „wo der letzte Pass nicht angekommen ist. Sonst wären wir alleine vor dem Tor gewesen.“ Solche „Kleinigkeiten“, so Lahm, seien spielentscheidend.

Und so schlugen die Dortmunder quasi aus dem Nichts durch Lewandowski zu. „Schade, dass wir so ein kurioses Tor hinnehmen mussten“, fand Heynckes. Für Bayerns Nummer eins Neuer kam der Gegentreffer zum „ungünstigsten Zeitpunkt. Da wurden wir auf dem falschen Bein erwischt, das war ein Nackenschlag.“ Dennoch steckte der deutsche Rekordmeister nicht auf und warf in der Schlussphase alles nach vorne - allein der erlösende und gleichzeitig verdiente Ausgleichstreffer wollte nicht gelingen.

Die größte Möglichkeit vergab Robben, der per Elfmeter an BVB-Keeper Roman Weidenfeller scheiterte (85.). Dem Niederländer war der Schock anschließend ins Gesicht geschrieben, er konnte es selbst nicht fassen. Zehn Strafstöße am Stück hatte er zuvor sicher verwandelt, in Dortmund endete diese tolle Serie. Die Enttäuschung war riesig, trotzdem stellte sich der Niederländer tapfer den Fragen der Journalisten. Robben: „Der Ball muss rein. Es tut mir so leid für die Mannschaft und die Fans.“

'Das tut weh'

Es war nicht mehr zu ändern, der BVB verließ als glücklicher Sieger den Platz. „Eine sehr bittere Niederlage“, erklärte Robben. Teamkollege Neuer war „frustriert“, Toni Kroos sagte: „Das tut weh. Denn es war vermeidbar.“ In der Meisterschaft liegen die Münchner nun bei vier ausstehenden Spielen sechs Punkte hinter Tabellenführer Dortmund. „Man gratuliert dem Gegner erst, wenn er mathematisch als Meister feststeht, aber ich befürchte, man wird es nicht mehr verhindern können, dass Borussia Dortmund Deutscher Meister wird“, sagte Rummenigge.

Noch müssen diese kommenden vier Liga-Partien allerdings erst gespielt werden. Solange rechnerisch noch etwas drin ist, konzentriere man sich voll darauf, „die restlichen Partien zu gewinnen“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger. Der Blick richtet sich nach vorne. „Wir haben noch große Aufgaben vor uns“, erklärte Nerlinger. Nationaltorhüter Neuer sagte: „Wir dürfen uns nicht verrückt machen und müssen den Kopf oben halten.“

Am Samstag wartet Mainz

Denn es geht Schlag auf Schlag. Schon am Samstag steht das nächste Bundesligaspiel auf dem Programm, dann gastiert der FSV Mainz 05 in der Allianz Arena. „Wir brauchen jetzt vielleicht zwei Tage, um das zu verkraften. Dann werden wir wieder mit Elan loslegen“, ist sich Trainer Heynckes sicher. Und dann wird hoffentlich auch das Quäntchen Glück, das am Mittwochabend „nach Dortmund gewandert“ (Rummenigge) ist, wieder zum FCB zurückkehren.

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