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'Einfach genial'

FCB-Frauen machen Doppel-Finale perfekt

Auf dem Spielfeld feierten die Fußballfrauen des FC Bayern ausgelassen den Einzug ins Endspiel des DFB-Pokals, oben auf der Tribüne sangen die Fans lautstark „Wir fahren mit zwei Teams zum Pokalfinale!“. Nach dem 5:2 (4:1)-Kantersieg der FCB-Frauen in der Vorschlussrunde gegen den Hamburger SV kannte die Freude über das erste Doppel-Finale eines Vereins in der Pokalhistorie keine Grenzen.

„Das ist für den Gesamtverein eine tolle Sache“, freute sich der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karl Hopfner, der am Ostermontag gemeinsam mit rund 1.500 Zuschauern im Sportpark Aschheim den dritten Endspieleinzug der Bayern-Frauen nach 1988 und 1990 live verfolgt hatte. Während die Profis des Rekordpokalsiegers am 12. Mai in Berlin gegen Borussia Dortmund um den 16. Pokaltitel kämpfen, könnten die FCB-Frauen am gleichen Tag in Köln gegen Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt erstmals den Cup nach München holen.

„Wir haben heute alles dran gesetzt, es den Männern gleich zu tun, ins Finale zu folgen und so Fußballgeschichte zu schreiben. Das hat noch kein Verein geschafft. Wir sind ganz, ganz stolz darauf“, sagte Karin Danner, Koordinatorin für Frauenfußball beim FC Bayern, nach der über weite Strecken einseitigen Partie gegen die Hanseatinnen. „Das ist super, einfach genial, ich gönne das meiner Mannschaft so sehr“, freute sich auch Trainer Thomas Wörle über den großen Erfolg für die FCB-Frauen.

Mit einem Blitzstart hatte die Wörle-Elf den Gästen aus Hamburg, die zuletzt mit einem 1:0-Sieg in Frankfurt hatten aufhorchen lassen, schnell den Schneid abgekauft. Die beiden Winterzugänge Nicole Cross (2. und 6. Minute) und Sarah Hagen (13.) stellten schon früh die Weichen auf Sieg, Marie Louise Bagehorn (5.) hatte mit einem direkt verwandelten Freistoß zwischenzeitlich ausgeglichen.

US-Neuzugänge eine Bereicherung

Doch spätestens nach dem 3:1 hielt sich die Gegenwehr des HSV in Grenzen. Der FCB kontrollierte Tempo und Rhythmus und hätte bis zur Pause sogar höher führen können als durch Hagens zweiten Treffer zum 4:1. Auch nach dem Seitenwechsel ließen die Münchnerinnen den HSV in der Offensive nicht zur Entfaltung kommen, mit ihrem dritten Tor machte Hagen (75.) den Finaleinzug endgültig perfekt. Das 2:5 in der Nachspielzeit durch Aferdita Kameray ging mit dem Schlusspfiff im allgemeinen Freudentaumel unter.

„Die beiden haben uns heute ins Finale geschossen“, lobte Julia Simic die beiden US-Amerikanerinnen, die erst in der Winterpause zum FCB gestoßen waren. „Wir sind sehr froh, sie zu haben. Sie sind auf jeden Fall eine Bereicherung und bringen unglaublich viel Qualität bei uns rein“, meinte Simic, die wegen eines Kreuzbandrisses in der letzten Woche gemeinsam mit der ebenfalls verletzten Petra Wimbersky von der Seitenlinie zuschauen musste.

Finale ein 'überragendes Ereignis'

„Die Freude ist riesengroß. Meine junge Mannschaft hat es absolut verdient, heute weiterzukommen“, lobte Wörle seine Elf, die neben den Ausfällen von Simic und Wimbersky auch das Fehlen von Jungnationalspielerin Lena Lotzen, Steffi Mirlach oder Nicole Banecki kompensieren konnte. Von einer „harten Saison“ sprach Wörle angesichts der vielen Ausfälle, umso mehr freute er sich über den „verdienten Sieg. Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft.“

In der Liga hat sich Wörles Team mit nur einer Niederlage aus den letzten sechs Spielen im Tabellen-Mittelfeld festgesetzt und sich wohl endgültig aller Abstiegssorgen entledigt. Nun können die FCB-Frauen dem restlichen Saisonverlauf - und da insbesondere dem Pokalendspiel - entspannt entgegenblicken. „Das Finale ist ein Highlight für jeden Fußballer“, meinte Spielführerin Kathrin Längert. Sie gewann 2009 mit Duisburg in Berlin den Titel und sprach von einem „überragenden Ereignis“. Noch viereinhalb Wochen, dann ist es soweit.

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