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'Pure Freude'

FCB müde & überglücklich zurück in München

Die Helden von Madrid sind zurück in München. Als am Donnerstagnachmittag um 15.25 Uhr der Mannschaftsbus an der Säbener Straße vorfuhr, wurden die frisch gebackenen Champions-League-Finalisten von rund 300 Fans mit „Finale, oho!“-Sprechchören und viel Applaus begrüßt. Geschäftsstellen-Mitarbeiter hatten ein Riesenplakat ausgebreitet („Wir sind stolz auf Euch!“), vom Himmel strahlte die Sonne. Jupp Heynckes entließ seine Spieler nach der Ankunft zügig nach Hause - alle hatten sichtlich Nachholbedarf. Denn geschlafen hatte in der „magischen Nacht“ (Heynckes) von Madrid so gut wie keiner.

„Es ist pure Freude“, brachte Uli Hoeneß die Stimmung im Lager des deutschen Rekordmeisters auf den Punkt. Der FCB-Präsident hatte immerhin vier Stunden geschlafen. „Das war relativ viel“, erzählte er und sang ein Loblied auf die Mannschaft, die den Traum vom Heimfinale wahr gemacht hatte: „Sie hat dieser psychischen Belastung, dem Druck Stand gehalten und es am Ende gegen größten Widerstand geschafft.“

Entsprechend ausgelassen fielen die Jubelszenen der Bayern schon auf dem Rasen des Estadio Santiago Bernabéu aus. Als Bastian Schweinsteiger um 23.21 Uhr den entscheidenden Elfmeter versenkt hatte, rissen sich die Münchner reihenweise ihr Trikot vom Leib. Alle lagen sich in den Armen, tanzend und singend feierte die Mannschaft - inzwischen ausgestattet mit einem vorsorglich angefertigten Final-T-Shirts („Munich Final 2012“) - vor ihrer Fankurve.

„Wir sind zwar alle tot, aber überglücklich“, beschrieb Schweinsteiger nach 120 dramatischen und aufreibenden Minuten die Gefühlslage bei sich und seinen Mannschaftskameraden. In der Kabine ging die Party weiter. Höhepunkt war dabei der Besuch von Real-Trainer José Mourinho, der allen Bayern, vom Präsidenten bis zum Zeugwart, per Handschlag zum Final-Einzug gratulierte - „eine ganz tolle Geste“, meinte Heynckes: „Das hat Stil, das hat Klasse. Das muss man erst mal machen, wenn man so dramatisch im Elfmeterschießen verliert und auch noch ehrgeizig ist.“

'Eine überragende Saison'

Gegen ein Uhr morgens kamen die Bayern im Mannschaftshotel an, wo sie auf dem traditionellen Bankett von rund 400 Fans und Sponsoren gebührend gefeiert wurden. FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sprach in seiner Ansprache von einem Spiel für die „Geschichtsbücher“ und von „großem Stolz. Alle Träume können wahr werden.“

„Der FC Bayern gehört jetzt eindeutig zu den Großen der Welt. Dazu zähle ich vier oder fünf Mannschaften“, sagte Hoeneß, „das ist eine fantastische Sache. Wir wollten national gut dastehen und international ein Global Player sein. Das haben wir geschafft.“ Der FCB-Präsident weiter: „Egal, was jetzt passiert, kann man sagen: Wir haben eine sehr, sehr gute, wenn nicht überragende Saison gespielt. Jetzt brauchst du einen Titel, um das rund zu machen. Das wird schon irgendwie gelingen. Wir werden am 19. Mai alles reinschmeißen, was wir haben, um diesen Pokal in München zu lassen.“

Herzlicher Empfang in München

Mit Rotwein und Zigarre genoss nicht nur Hoeneß die lange Nacht von Madrid. Bis in die Morgenstunden wurde gefeiert, im Bankettsaal und auf den Zimmern. Erst auf dem Rückflug fanden viele erstmals ein bisschen Ruhe. Nach der Landung auf dem Münchner Flughafen am Donnerstag um halb zwei Uhr bereitete FCB-Partner Lufthansa den Bayern schon auf dem Rollfeld einen ersten herzlichen Empfang mit großen Lebkuchenherzen, die das Finale dahoam anpriesen.

Im Ankunftsbereich des Flughafens warteten dann ebenso wie an der Säbener Straße ein paar hundert Fans auf die Bayern, die noch Autogramme schrieben, sich dann aber zügig auf den Weg nach Hause machten. Das ansonsten nach Spielen übliche Auslaufen entfiel. Das Bett ruft!

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