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'Erst der halbe Weg'

FCB verschafft sich gute Ausgangslage

Die Tür zum Finale in der heimischen Allianz Arena ist einen Spalt breit geöffnet, jetzt hat es der FC Bayern in der Hand, diese ganz aufzustoßen. Nach einem „emotionalen“ (Karl-Heinz Rummenigge) und „leidenschaftlichen“ (Jupp Heynckes) 2:1 (1:0)-Heimsieg im ersten Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid lebt der große Traum des deutschen Rekordmeisters vom Endspiel im eigenen Stadion am 19. Mai weiter.

„Wir wollten zuhause gewinnen, das ist uns gelungen. Jetzt haben wir eine gute Ausgangssituation“, sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm nach einem „Spitzenspiel auf Augenhöhe. Wir haben die Möglichkeit im eigenen Stadion das Finale zu bestreiten. Da will jeder hin.“ Sportdirektor Christian Nerlinger erinnerte aber daran: „Das ist erst der halbe Weg. Es wird nochmal ein heißer Tanz, aber wir freuen uns drauf. Die Ausgangslage ist sehr gut.“

Vor 66.000 restlos euphorisierten Zuschauern in der Allianz Arena verdiente sich der FCB den Sieg dank der besten Saisonleistung und eines großen Siegeswillens bis zur letzten Minute. „Ich habe bis zum Ende daran geglaubt“, sagte Torjäger Mario Gomez, der mit seinem Siegtreffer in der 90. Minute den neunten Champions-League-Heimsieg gegen Real im zehnten Spiel perfekt machte. „Wir müssen nicht nur träumen, sondern viel dafür tun, dann können wir das Endspiel auch erreichen.“

Bayerns Cheftrainer Heynckes freute sich über einen verdienten Sieg gegen den in dieser Champions-League-Saison noch ungeschlagenen spanischen Rekordmeister. „Das war ein hartes Stück Arbeit meiner Mannschaft“, so Heynckes, der sich besonders darüber freute, dass seine Elf die von ihm eingeforderten Tugenden „Leidenschaft, Gier, Hunger auf Erfolg“ auf dem Spielfeld umgesetzt hat. „Großes Kompliment an meine Mannschaft. Sie hat läuferisch, kämpferisch und fußballerisch ein sehr gutes Spiel geliefert.“

Zu Beginn hatten die Gäste aus der spanischen Hauptstadt mehr vom Spiel, ehe der überragend aufspielende Franck Ribéry in der 17. Minute die Münchner in Führung brachte. Von da an kontrollierte der FCB das Geschehen und zeigte „eine hervorragende und konzentrierte Leistung“, wie Nerlinger hinterher anmerkte. Über welche Qualität die Madrilenen verfügen, stellten sie in der 53. Minute unter Beweis, als Mesut Özil eine der wenigen Chancen zum zwischenzeitlichen Ausgleich nutzte.

„Real Madrid hat gezeigt, dass sie eine große Mannschaft haben. Zum Glück haben wir das Glück auf unserer Seite gehabt und das Spiel 2:1 gewonnen“, resümierte Vorstandschef Rummenigge und spielte dabei auf Gomez‘ Last-Minute-Treffer an. „Jeder hat für den anderen gearbeitet. Das war der Schlüssel zum Erfolg“, meinte Abwehrspieler Jérôme Boateng. Und Torhüter Manuel Neuer sagte: „Man hat gesehen, dass jeder von uns auf dem Platz wollte. Bis zur letzten Minute.“

Bereits in einer Woche steht das entscheidende Rückspiel im Estadio Santiago Bernabeu auf dem Programm. Der knappe Vorsprung sei ein „gutes, aber auch gefährliches Ergebnis“, waren sich Gomez sowie Thomas Müller hinterher einig. Bereits ein 1:0 genügt den heimstarken Spaniern zum Weiterkommen. „Im Bernabeu weht ein anderer Wind“, ergänzte Müller, betonte aber: „Wir können mithalten. Mit dem 2:1 haben wir eine Situation, die machbar ist.“

„Wenn wir zu Null spielen, sind wir im Finale. Wenn wir gewinnen, sind wir im Finale. Wenn wir unentschieden spielen, sind wir im Finale - die Chancen sind nicht schlecht“, analysierte Gomez. Zumal Real am Samstagabend den möglicherweise vorentscheidenden Clásico beim Titelrivalen FC Barcelona bestreiten muss, während der FCB in der Liga bei Werder Bremen antritt. Heynckes könnte dort den einen oder anderen Akteur schonen. Rummenigge: „Wir haben jetzt eine Woche Zeit, zu regenerieren. Wir fahren nicht chancenlos nach Madrid.“

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