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Mainz zu Gast

Heynckes erwartet einen 'heißen Tanz'

Alle drei, vier Tage ein Spiel. Die bayerischen Wochen sind kräftezehrend. Für die Spieler, die Physiotherapeuten, die Fitnesstrainer - und natürlich auch für Chefcoach Jupp Heynckes. Nach Dortmund ist vor Mainz und Madrid. Und so schaltete der 66-Jährige am Donnerstag, nachdem er zuhause angekommen war, gleich den Fernseher ein und schob eine DVD in den Recorder: Erst Mainz gegen Köln, dann Real gegen Atletico. So sah es Heynckes‘ Plan vor. Doch ganz so weit kam es nicht. „Ich wollte eigentlich das Madrid-Derby ganz sehen. Aber dann war zur Halbzeit mein persönlicher Akku leer und ich musste schlafen“, berichtete Heynckes.

Nicht allzu schlimm, das wichtigere Spiel hatte der FCB-Trainer schließlich in voller Länge gesehen. Denn bevor am Dienstag Real Madrid in der Champions League wartet, steht am Samstagabend (18.30 Uhr live im Ticker und im FCB.tv-Webradio) das Bundesliga-Spiel gegen den FSV Mainz 05 auf dem Programm. Heynckes: „Ein Sieg wäre wichtig fürs Selbstvertrauen. Aber es wird ein heißer Tanz.“

Die Mainzer haben nichts zu verschenken. Mit 36 Punkten haben sie den Klassenerhalt noch nicht unter Dach und Fach gebracht. Unter der Woche fertigten sie zuhause den 1. FC Köln leicht und locker mit 4:0 ab. Und auch die Vorrunden-Partie, die die Bayern mit 2:3 in Mainz verloren hatten, sollte Warnung genug sein. „Wir alle wissen aus dem Hinspiel nur zu gut, wie schwer es ist, gegen Mainz zu spielen. Wir müssen 100 Prozent auf den Platz bringen, um das Spiel gewinnen zu können“, weiß David Alaba.

Damit dies gelingt, müssen die Bayern die bittere 0:1-Niederlage unter der Woche bei Tabellenführer Borussia Dortmund „aus dem Gedächtnis streichen“. Die Enttäuschung sei „riesengroß“ gewesen, erklärte Heynckes, aber nun müsse man „nach vorne schauen“. Mit der Aufarbeitung des Spiels hatte der FCB-Coach bereits Donnerstagmorgen beim Frühstück im Hotel begonnen: „Ich habe meiner Mannschaft sofort klipp und klar gesagt, dass ich erwarte, dass wir das wegstecken und wieder zum Kampf übergehen.“

'Den Motor wieder anschmeißen'

Sein Team müsse sich der nächsten, wichtigen Aufgabe stellen. „Nur so geht es. Wir haben Riesenpotenzial. Dann müssen wir eben das letzte aus unseren Körpern herausholen“, ergänzte der Fußballlehrer. Heynckes forderte vor der Partie gegen Mainz, dass die Spieler „Charakter zeigen und den Motor wieder anschmeißen. Das können sie, denn es sind alles Spitzenkönner.“ Man müsse auch mit Niederlagen leben. Das gehöre dazu, so der Trainer.

Vier Bundesliga-Spiele sind es noch, der Rückstand auf den Ersten Dortmund beträgt sechs Punkte. „Man muss das alles realistisch sehen“, ist sich Heynckes über die Ausgangslage in der Liga bewusst. Dennoch: „Ich habe noch nie vorzeitig das Handtuch geworfen. Ich werde das Fünkchen Hoffnung, das ich noch habe, an die Mannschaft transportieren.“ Auch wenn es mit der Meisterschaft am Ende nicht klappen sollte, habe man noch andere „große Ziele“.

Rummenigge hofft auf 'erstklassigen Endspurt'

Ähnlich sieht das der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge: „Ich habe vollstes Vertrauen, dass unsere Mannschaft einen erstklassigen Endspurt hinlegen wird. Denn das, was die Spieler zuletzt geleistet haben - ganz unabhängig vom Spiel in Dortmund - war großartig.“ Diese bayerischen Wochen haben allerdings Kraft gekostet. Heynckes verordnete bereits in den vergangenen Partien dem einen oder anderen Leistungsträger immer mal wieder eine Ruhepause. „Das ist unabdingbar bei unserem Pensum. Das machen die anderen Spitzenklubs im Europa genauso“, berichtete der Coach.

Ob das gegen Mainz erneut der Fall sein werde, ließ Heynckes am Tag vor dem Spiel offen. Dies mache er von der „physischen Verfassung“ der Spieler und seinen „persönlichen Eindrücken“ abhängig. Heynckes: „Ich muss die richtige Balance finden und eine Mannschaft formieren, die das Spiel gewinnen kann.“ Personell kann der FC Bayern derzeit fast aus dem Vollen schöpfen. Bis auf die Rekonvaleszenten Daniel van Buyten und Breno stehen Heynckes voraussichtlich alle Mann zur Verfügung, Gelbsperren gibt es ebenfalls keine.

Wie bei Gegner FSV Mainz 05: Nur Marcel Risse und Bo Svensson fehlten in der vergangenen Woche im Mannschaftstraining. „Wir wollen ein unbequemer und zäher Gegner sein“, erklärte Trainer Thomas Tuchel, „das Spiel ist ein Riesenansporn für uns. Wir müssen über uns hinauswachsen und brauchen das nötige Spielglück.“ Genau darauf hoffen die Bayern auch.

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