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Heynckes' Rückkehr ins Bernabéu

'Ich kenne das Ambiente dort perfekt'

32 Jahre lang hatte Madrid warten müssen. 32 Jahre ohne Triumph in der Champions League, in der Königsklasse des europäischen Fußballs. Gerade für die Königlichen eigentlich unvorstellbar. Umso größer war der Jubel, als Real am 20. Mai 1998 endlich wieder ganz oben stand. Durch einen 1:0-Sieg im Finale in der Amsterdam Arena gegen Juventus Turin (Tor: Mijatovic) war der Traum endlich wahr geworden. Trainer der Madrilenen damals: Jupp Heynckes. Die Real-Fans und die Spieler feierten Don Jupp.

Dennoch: Kurz darauf kam es zur Trennung zwischen Heynckes und Real. Heynckes: „Es war sehr schwierig, diesen Klub zu trainieren, viele Faktoren haben dabei eine Rolle gespielt. Unabhängig von der Entscheidung des Klubs hatte ich schon beschlossen, nicht mehr weiter zu machen.“ Was auch immer hinter den Kulissen abgelaufen ist - Heynckes strahlt heute dennoch, wenn er auf Madrid angesprochen wird, die positiven Erinnerungen überwiegen. „Ich habe ein wunderbares Jahr in Madrid erlebt“, sagt er.

Nun kehrt der Fußballlehrer mit dem FC Bayern erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurück - und das im alles entscheidenden Halbfinal-Rückspiel der Champions-League-Saison 2011/12 gegen Real. Er habe sich nach der Auslosung so richtig gefreut, berichtete Heynckes: „Es stehen mir in Spanien noch viele Menschen sehr nahe. Ich habe dort viele Freunde.“ Einige von ihnen werden am Mittwochabend sicherlich Platz nehmen im restlos ausverkauften Estadio Santiago Bernabéu.

Eine Fußball-Oper der besonderen Art, wie Heynckes aus eigener Erfahrung weiß: „Ich kenne das Ambiente dort perfekt.“ Es sei ein Stadion, in dem es sich lohnt, Fußball zu spielen. Mit Spaß müsse seine Mannschaft dort antreten, denn in der Vergangenheit hätten sich viele Teams einschüchtern lassen. „Wir dürfen uns von der Kulisse nicht beeindrucken lassen und müssen selbstbewusst und sicher auftreten“, forderte der Trainer.

Lob vom Ex-Kapitän

Es ist nicht zu überhören. Heynckes ist ein wahrer Real-Insider. Neben seinem Jahr als Real-Trainer war er auch als Spieler mit Gladbach und später als Trainer von Gladbach, Athletic Bilbao und CD Teneriffa im Bernabeu angetreten. „Ich habe sicherlich etwas umfangreichere Erkenntnisse als andere“, so der 66-Jährige: „Wie läuft das Ganze ab? Wie reagiert das Publikum oder insgesamt Real Madrid? Da kann ich sicher das eine oder andere an die Mannschaft vermitteln.“

Manuel Sanchis, Kapitän unter Heynckes 1998 bei Real, erklärte zuletzt in der Süddeutschen Zeitung: „Mit dem Champions-League-Sieg stellte er eine Uhr auf null, die 32 Jahre lang tickte. 32 Jahre! Das muss man als Trainer erst mal managen.“ Nun will Heynckes in Madrid die nächste Mammutaufgabe regeln. Diesmal als Coach des FC Bayern.

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