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'Müde und glücklich'

Olic rechtfertigt Heynckes' Vertrauen

So richtig wollte Ivica Olic dem Braten nicht trauen. Wann er denn erfahren habe, dass er von Anfang an spielen werde, wurde der Kroate nach dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Olympique Marseille am Dienstagabend gefragt. „Ich wusste es schon vor zwei Tagen“, verriet Olic, „aber ich habe dem Trainer nicht geglaubt. Es war der 1. April“, fügte der Angreifer in seiner unnachahmlich schelmischen Art hinzu.

Dabei war Jupp Heynckes alles andere als zum Scherzen zumute. Denn in Anbetracht des derzeitigen Mammutprogramms mit 15 Spielen in sieben Wochen entschied sich der Bayern-Trainer vor der Partie gegen OM wieder, einige frische Spieler in die Startelf zu rotieren. Einer davon war Ivica Olic, der das Vertrauen seines Trainer mit den beiden Toren zum 2:0-Sieg rechtfertigte. Für Olic waren es im 25. Champions-League-Spiel die Treffer Nummer 25 und 26 im Europapokal.

„Ich freue mich sehr für Ivi. Er hat ein tolles Spiel gemacht und sehr viel gearbeitet. Er ist ein Gewinn für uns - auch für den Rest der Saison“, lobte Heynckes nach der Begegnung seinen Stürmer, der in der laufenden Spielzeit erst vier Mal in der Anfangsformation stand. Aber wohl nicht zum letzten Mal. „Wir haben jeden dritten Tag schwere Spiele. Da brauche ich Alternativen bzw. Spieler wie Ivi, die auch mal ein Spiel entscheiden können“, so Heynckes weiter.

„Der Trainer hat mir in der letzten Zeit immer wieder gesagt, dass er an mich glaubt und ich meine Chance bekomme. Ich habe gut trainiert und ich denke, deswegen hat er sich so entschieden“, sagte der kroatische Nationalspieler und räumte sogar etwas Nervosität ein. „Ich habe schon viel Erfahrung, aber trotzdem habe ich heute nicht so ruhig geschlafen. Es war schon Adrenalin da“, gestand der 32-Jährige, „Champions-League-Spiele sind immer etwas Besonderes“.

Körperlich super drauf

Umso glücklicher war Olic, „dass es so gelaufen ist. Das ist definitiv schön nach so langer Pause.“ Lang war vor allem Olic‘ Torpause in der Königsklasse. Zuletzt war der unermüdliche Arbeiter (Heynckes: „Er ist körperlich wieder super drauf“) im Halbfinale der Saison 2009/10. Gegner damals war Marseilles Ligarivale Olympique Lyon, mit seinen drei Treffern beim 3:0-Sieg im Rückspiel in Lyon sicherte Olic dem deutschen Rekordmeister den Einzug ins Endspiel.

Von diesem ist der FCB in dieser Saison noch zwei Spiele entfernt, zuvor muss sich der FCB im Halbfinale gegen den spanischen Rekordmeister Real Madrid (Olic: „Eine sehr gute Mannschaft. Das wird sehr schwer.“) durchsetzen. Doch soweit wollte der zweifache Torschütze nach dem Halbfinaleinzug noch gar nicht denken. In erster Linie freute er sich über das „schöne Gefühl, nach dem Spiel gleichzeitig müde und glücklich zu sein. Das hat mir gefehlt.“

Seine Mannschaftskollegen freuten sich ebenfalls für den Publikumsliebling. „Der Ivi hat uns heute sehr geholfen. Er hat seine Sache super gemacht“, meinte Holger Badstuber. Toni Kroos sagte: „Man freut sich natürlich, wenn er die Chance so nutzt und zwei wichtige Tore für uns macht. Das ist schön für ihn.“ Und Sportdirektor Christian Nerlinger sprach Olic ein „großes Kompliment“ aus. Ehrliche Anerkennung für den sympathischen Angreifer, spätabends am 3. April.

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