präsentiert von
Menü
'Erbitterter Kampfgeist'

Real zwischen Sorge und Selbstvertrauen

Einen Tag vor dem entscheidenden Rückspiel im Halbfinale der Champions League gegen den FC Bayern erwartet Real Madrids Trainer José Mourinho keine Defensivtaktik des deutschen Rekordmeisters. „Die Bayern wissen, dass sie praktisch ausgeschieden sein werden, wenn sie kein Tor erzielen“, erklärte Mourinho am Dienstag auf der abschließenden Pressekonferenz der Königlichen in Madrid. Das Hinspiel in München hatte Real mit 1:2 verloren.

Die Gastgeber gehen nach ihrem 2:1-Sieg am Samstag im Clásico beim FC Barcelona am vergangenen Samstag mit gestärktem Selbstbewusstsein in die Partie gegen den FCB. Die spanische Meisterschaft haben sich die Madrilenen praktisch gesichert, nun streben sie auch in der Champions League die erste Finalteilnahme und den ersten Titelgewinn seit zehn Jahren an. 2002 bezwang Real im Finale Bayer Leverkusen mit 2:1.

„Der FC Bayern kennt unser offensives Potenzial“, sagte Mourinho, dessen Team ein 1:0-Erfolg zum Erreich des Endspiels in der Münchner Allianz Arena genügen würde. Allerdings weiß Mourinho auch, dass die 90 oder gar 120 Minuten am Mittwochabend kein Spaziergang für Real werden. „Was mir bei den Bayern am meisten Sorgen macht, ist der erbitterte Kampfgeist“, sagte der Portugiese. „Die Stärke einer Mannschaft ist wichtiger als die Qualität einzelner Spieler, und der FC Bayern hat diese Stärke.“

Auch die spanischen Medien prophezeien den Münchnern einen heißen Tanz im ehrwürdigen Estadio Santiago Bernabéu: „90 Minuten im Bernabéu sind sehr lang“, titelte das Sportblatt Marca und beschwor damit ein in Madrid legendäres Zitat des früheren Real-Stürmers Juanito, der vor einem Europacupspiel versucht hatte, den Gegner Inter Mailand einzuschüchtern. „90 minuti en el Bernabéu son molto longos.“ Und Reals Sportdirektor Zinedine Zidane appellierte per Video-Botschaft an die Fans: „Ihr seid es, die dieses Spiel gewinnen müsst.“

Real-Trainer Mourinho bemühte sich indes, die Euphorie nach dem Sieg gegen Barcelona zu dämpfen und auch die Schlagzeilen der Medien wollte er nicht groß kommentieren. Seine Konzentration gilt voll der Partie gegen die Münchner, zumal er sowohl im vergangenen Jahr mit Real ebenso im Halbfinale am FC Barcelona scheiterte wie 2005 und 2007 mit dem FC Chelsea, jeweils gegen den FC Liverpool.

Über seine Aufstellung hüllte sich the special one am Tag vor dem Spiel in Schweigen. Sicher ist nur, dass es für die Bayern kein Wiedersehen mit dem ehemaligen Münchner Hamit Altintop geben wird. Er steht wie schon im Hinspiel nicht im 20-köpfigen Aufgebot für die Partie, ebenso wie Nuri Sahin, Ricardo Carvalho und Lass Diarra.

Es wird aber erwartet, dass Mourinho die gleiche Formation ins Rennen schickt, wie schon in den letzten beiden Begegnungen, dem Hinspiel in München und dem Clásico gegen Barcelona. Mourinho: „Ich erwarte, dass wir dieses Spiel gewinnen, weil diese Spieler es verdient haben, das Finale zu erreichen.“ Das gilt aber auch für die Spieler des FC Bayern.

Weitere Inhalte