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Rummenigges Wunsch

Bayern auf den Spuren von 2001

Einen Schwur wie 1999 gab es nicht, doch auch jetzt könnte eine Finalniederlage der Motor des ganz großen Triumphes werden. „Wir haben einmal diesen Titel verspielt - jetzt sind wir noch motivierter“, meinte Philipp Lahm angesprochen auf das Champions-League-Endspiel 2010 (0:2 gegen Inter Mailand), „unser Glaube daran, dass man diesen Titel gewinnen kann, ist jetzt größer als vor zwei Jahren.“

2001 tilgten die Bayern das Last-Minute-Drama von Barcelona mit dem Sieg in Mailand, jetzt könnte sich die Geschichte wiederholen - so wie es sich Karl-Heinz Rummenigge auf dem Final-Bankett 2010 erträumt hatte. „Ich wünsche uns, dass wir vielleicht 2012 noch mal im Finale stehen und es dann packen“, hatte der FCB-Vorstandschef damals in Madrid gesagt, „lasst es uns so machen wie '99. Damals sind die Spieler am Boden gelegen, sind nach dem Urlaub sofort aufgestanden und haben von Neuem angefangen.“

Die Mannschaft habe sich damals in Barcelona nach der Mutter aller Niederlagen „zusammengesetzt und gesagt: Wir müssen das schaffen! Wir haben die Qualität! Und wir hatten auch genau die Typen dafür, die wollen, die gesagt haben: Jetzt erst recht“, erzählte der damalige FCB-Kapitän Stefan Effenberg später. Auch für Uli Hoeneß wurde „die Basis“ für den Triumph 2001 zwei Jahre zuvor in Barcelona gelegt: „In der Nacht danach ist dieser Schwur entstanden: Das schaffen wir noch einmal!“

Ähnliches habe sich 2010 in Madrid nicht abgespielt, berichtete Lahm: „Man kann ja nicht davon ausgehen, dass man zwei Jahre später wieder im Champions-League-Finale steht. Es gibt Spieler, die waren nie im Champions-League-Finale, manche einmal und wir haben jetzt das Glück, zweimal dort zu sein.“ Viele Spieler von damals stünden auch jetzt noch im Kader, sagteLahm. Und die hätten jetzt „viel mehr Erfahrung. Und ich habe einfach das Gefühl, der Glaube ist jetzt größer als vor zwei Jahren.“

Zuversicht für das Finale dahoam gegen Chelsea schöpft Lahm auch aus der Tatsache, dass die Defensive des FC Bayern in dieser Saison stabiler steht als vor zwei Jahren. Nur 22 Gegentore in der zurückliegenden Bundesligasaison zeigten, „dass wir das viel, viel besser machen als in den letzten Jahren.“ Und anders als in Madrid 2010 kann der FC Bayern diesmal auch auf den damals gesperrten Franck Ribéry zurückgreifen. „Er kann gegen Chelsea den Unterschied machen“, weiß Schweinsteiger.

Der Hunger auf den Titel jedenfalls ist nicht nur bei Ribéry riesig - gerade nach der Erfahrung in Madrid 2010. „Viel Kraft und viel Energie“ schöpft Arjen Robben aus der Niederlage von vor zwei Jahren. „Das muss eine Stimulation sein.“ Rummenigge stellte schon damals nach dem Spiel fest: „Wir haben jetzt Lunte gerochen.“

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