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Saison auf der Zielgeraden

FCB holt sich 'gutes Gefühl' fürs Pokalfinale

Die Startelf vom Vortag drehte ein paar Runden um den Platz. Der Rest der Mannschaft trainierte vor zahlreichen Fans, die sich auch vom regnerischen Wetter in München nicht abschrecken ließen. Es war eigentlich wie immer, sonntags an der Säbener Straße. Dass der FC Bayern rund 18 Stunden zuvor die Bundesliga-Saison 2011/12 mit einem 4:1-Sieg in Köln und auf Platz zwei abschloss, war allerdings nicht Gesprächsthema Nummer eins. Vielmehr fiebern der deutsche Rekordmeister und seine Fans nun den beiden Finals im DFB-Pokal (12. Mai) und in der Champions League (19. Mai) entgegen.

„Wir haben für uns gespielt, für unser Punktekonto und vor allem dafür, dass wir im Rhythmus bleiben und die Spannung hoch halten für unsere beiden Endspiele“, brachte es Cheftrainer Jupp Heynckes nach dem Erfolg in der Domstadt, den Thomas Müller (34., 85.), Franck Ribéry (erzwang ein Eigentor des Kölners Pedro Geromel/52.) und Arjen Robben (54.) herausschossen, auf den Punkt.

Heynckes hatte in Köln auf große Rotation verzichtet. Zum einen, um seinem Team die Möglichkeit zu geben, sich für die anstehenden Finals einzuspielen. Und zum anderen, weil die Bayern am letzten Bundesliga-Spieltag unmittelbar in den Abstiegskampf eingriffen. „Wir wollten ein gutes, seriöses Spiel machen“, erklärte Robben und ergänzte in Anbetracht des Kölner Abstiegs in Liga zwei: „Es tut mir Leid für Köln.“

Trotz des am Ende deutlichen Sieges fehlte den Bayern in einigen Phasen „ein bisschen die Konzentration“, wie Robben anmerkte. Auch Kapitän Philipp Lahm kam zu dem Schluss, dass das Team „deutlich besser“ spielen könne. Aber: „Dass wir trotzdem gewonnen haben, zeigt unsere Klasse.“ Doppeltorschütze Müller bemängelte, dass man „vorne die Konter nicht perfekt ausgespielt“ habe.

Beeindruckende Statistiken

Allerdings ging es für die Münchner beim FC nicht mehr um „all zu viel“ (Müller). Und schlussendlich wurde die Pflichtaufgabe souverän gelöst. Die Bayern beendeten damit die Saison mit guten 73 Punkten. In 49 Jahren Bundesliga wäre man mit dieser Punktzahl 45 Mal Meister geworden. Nur 1972, 2004, 2011 und in diesem Jahr nicht. Zudem sammelte der FCB acht Punkte mehr als in der vergangenen Spielzeit, stellt die beste Abwehr der Liga (22 Gegentore). Und die starke Tordifferenz von +55 wurde in der BL-Geschichte nur zweimal übertroffen (1972: +63; 1973: +64).

Tolle Statistiken. Für den Meistertitel reichte es am Ende jedoch nicht, weil Dortmund noch acht Punkte mehr holte und in der Rückrunde nur vier Zähler (15 Siege, 2 Remis) abgab. „Wir wollten Meister werden. Deshalb bin ich nicht zufrieden“, resümierte Robben. Mario Gomez, der die Torjägerkanone dieses Jahr dem Schalker Klaas-Jan Huntelaar überlassen musste, attestierte dem BVB eine „fantastische Rückrunde“ und bemängelte „zu viele eigene Niederlagen“. Aber: „Das Schöne am Fußball ist, dass man jedes Jahr die Chance hat, das wieder zu ändern.“

Hundertprozentige Konzentration auf Dortmund

Doch nun richtet sich der Blick zunächst auf die kommenden zwei Wochen, in denen der FC Bayern aus einer guten eine große Saison machen kann. „Wir haben noch riesige Ziele“, sagte Trainer Heynckes. Präsident Uli Hoeneß stellte klar: „Das CL-Finale ist noch weit. Wir alle, Trainer und Mannschaft, konzentrieren uns jetzt hundertprozentig auf das Pokalfinale gegen Dortmund.“ Und in das geht der FCB nach dem Erfolg in Köln mit einem „guten Gefühl“ (Jérôme Boateng).

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