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'Riesen-Vorfreude'

FCB will 'historische Chance' nutzen

Es ist kein öffentliches Training. Und trotzdem strömen mehrere hundert Fans an die Säbener Straße. Und das bereits mehrere Stunden bevor der erste Bayern-Star das Gelände betritt. Der Pressekonferenz-Saal in der Allianz Arena: prall gefüllt. Die Stimmung in der Stadt: euphorisch und ausgelassen. Dazu Kaiserwetter. Es ist angerichtet, das Champions-League-Finale 2012 zwischen dem FC Bayern und dem FC Chelsea (Samstag, 20.45 Uhr im Liveticker und im Free-Webradio auf FCB.tv) kann beginnen.

„Wir haben eine historische Chance“, sagte Cheftrainer Jupp Heynckes vor rund 200 Journalisten. Mit dem Einzug ins Finale dahoam haben die Münchner bereits Geschichte geschrieben. Noch nie zuvor gelang dies einem Team in der Champions League. Nun peilt der FCB den „krönenden Abschluss“ an, wie Heynckes erklärte. Ein Erfolg gegen die Blues hätte den fünften Triumph im europäischen Meistercup zur Folge. Damit wäre der FC Bayern hinter Real Madrid und dem AC Mailand der dritterfolgreichste Verein.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, auf dem man mit dem FC Chelsea noch einen letzten dicken Brocken aus dem Weg räumen muss. „Es wird ein Spiel auf Augenhöhe“, ist sich Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sicher. Trainer Heynckes stellte bestimmend klar: „Ich teile die Euphorie nicht, dass wir der Favorit sind. In einem Champions-League-Finale gibt es keinen Favoriten. Wir tun gut daran, sehr bescheiden zu bleiben.“

Seine beiden Kapitäne sehen das genauso. Wer den FC Barcelona in zwei Spielen ausschalte - wie Chelsea das im CL-Halbfinale gelang - sei „eigentlich der Favorit“, sagte Bastian Schweinsteiger. Philipp Lahm erwartet, dass „Kleinigkeiten“ die Partie entscheiden werden. Dennoch: Das Trio, das am Freitag vor die Presse trat, ist sich einig, dass es ein „klitzekleiner Vorteil“ (Heynckes) ist, dass das Finale 2012 in der heimischen Allianz Arena ausgetragen wird.

Heynckes: Chelsea wird sich nicht verstecken

„Wir kennen hier jeden Grashalm“, weiß Heynckes. Sein Team müsse versuchen, die „Champions-League-Tradition“ in dieser Saison fortzusetzen. Das heißt: Die Heimspiele zu gewinnen (7 Spiele, 7 Siege). Lahm ist „sehr, sehr zuversichtlich“ und erklärte: „Der Heimvorteil gibt uns Spielern auch etwas Sicherheit.“ Und Schweinsteiger merkte an: „Wenn das Spiel an der Stamford Bridge wäre, würde Chelsea auch sagen, dass es ein kleiner Vorteil für sie ist, weil sie den Platz und das Drumherum kennen.“

Es ist also ein Auswärtsspiel für die Londoner. Das letzte auf internationalem Parkett bestritten die Blues beim FC Barcelona, dort erkämpften sie sich zu zehnt ein 2:2 - mit einer ultradefensiven Spielweise. Ob sie auch in München so auftreten werden? Heynckes glaubt dies nicht: „Beide Teams werden den Erfolg suchen. Sie werden zwar versuchen, kompakt zu stehen, aber sie werden auch nach vorne spielen und sich nicht verstecken.“

Robben einsatzbereit

Und so erwartet Heynckes ein „dramatisches Spiel“. Das Hauptaugenmerk liege zunächst darauf, „das Gehäuse dicht zu halten“. Nur mit welchem Personal? Abwehrchef Holger Badstuber fehlt genau wie Linksverteidiger David Alaba gelbgesperrt. Auch Sechser Luiz Gustavo kann nicht mit dabei sein. Den Bayern bereitet dies kein Kopfzerbrechen. „Wir wussten das ja schon länger und konnten uns darauf einstellen“, erklärte Keeper Manuel Neuer.

Auch Arjen Robben, den in dieser Woche eine Erkältung heimgesucht hat, scheint rechtzeitig fit zu werden. „Ich gehe davon aus, dass er von Anfang an spielen kann“, sagte Heynckes, der sich genau wie Millionen Bayern-Fans auf der ganzen Welt nach dem Gewinn des Henkelpotts sehnt. Kapitän Lahm sprach auf der Abschluss-Pressekonferenz allen, die dem FC Bayern nahestehen, aus der Seele: „Ich verspüre eine Riesen-Vorfreude!“

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