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Bayerns Dauerbrenner

'Maulwurfshügel' hilft bei Müllers Zaubertor

Mit einem wahren Geniestreich hat Thomas Müller einen spektakulären Schlusspunkt hinter eine insgesamt gute Bundesligasaison des FC Bayern gesetzt. Nach präziser Vorarbeit von „Schlitzohr“ Rafinha, der bei seiner Hereingabe von der rechten Seite den Kölner Kapitän Pedro Geromel tunnelte, verlängerte Müller den Ball künstlerisch wertvoll per Hackentrick zum 4:1-Endstand ins Tor. Es war ein Treffer der Marke Tor des Monats.

„Da ist mir der Ball vom Maulwurfshügel auf die Hacke gesprungen und zufällig im Tor gelandet“, beschrieb der Torschütze nach dem Schlusspfiff in seiner gewohnt flapsigen Art seinen siebten Saisontreffer, um dann doch noch ernst zu werden: „Der Winkel war gut, so dass ich ihn mit der Hacke nehmen konnte. Dass er drin war, ist umso schöner“, freute sich der 22 Jahre alte Offensivallrounder des Rekordmeisters.

Bereits in der ersten Halbzeit hatte sich Müller in die Torschützenliste eingetragen, als er den FCB mit einem überlegten Abschluss in der 34. Minute in Führung brachte. Sein Hackentor in der 85. Minute war sein 32. Treffer im 106. Bundesligaspiel, damit überholte der WM-Torschützenkönig von 2010 in der ewigen FCB-Torjägerliste Roque Santa Cruz und Jürgen Klinsmann (je 31) und zog mit seinem früheren A-Jugend-Trainer Kurt Niedermayer gleich.

Pünktlich zum großen Saisonfinale mit den beiden bevorstehenden Finalspielen in DFB-Pokal und Champions League hat der gebürtige Oberbayer seine alte Treffsicherheit wiedergefunden. Schon in der Vorwoche im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart gelang ihm nach vierwöchiger Torflaute ein Treffer, auf einen zweiten verzichtete er, indem er uneigennützig für Mario Gomez auflegte. Bei seinem ersten Doppelpack der Saison in Köln zeigte sich Müller bei zwei Torschüssen beeindruckend effektiv.

Bayerns Dauerbrenner

In der öffentlichen Wahrnehmung spielt Müller vielleicht nicht ganz so erfolgreich wie in den vorangegangenen beiden Spielzeiten. Doch ein Blick auf die Statistik zeigt, dass der Dauerbrenner im Team der Münchner - als einziger Spieler stand Müller in allen 34 Bundesligaspielen auf dem Platz, absolvierte seit Beginn der Saison 2009/10 102 Spiele in Folge - sogar besser ist als in den Vorjahren.

Mit 13 Torvorlagen hat Müller genauso viele geleistet wie in der vergangenen Saison und ist damit hinter Franck Ribéry (20) gemeinsam mit dem Schalker Klaas-Jan Huntelaar zweitbester Vorbereiter der Liga. Sein Notenschnitt im Fachmagazin kicker ist mit 3,27 besser als 2010/11 (3,29) und 2009/10 (3,28). In der Königsklasse, wo er bis auf das Gruppenspiel bei Manchester City alle Partien bestritt, liegt sein Notenschnitt sogar bei 2,57 (2010/11: 3,29; 2009/2010: 3,50).

34 Siege in 38 Spielen

Einzig in Sachen Torabschluss konnte Müller nicht an die Leistungen der beiden vorangegangenen Jahre anknüpfen, als er 12 bzw. 13 Treffer erzielte. Allerdings hatte er 2011/12 auch deutlich weniger Großchancen als in den Vorjahren. Aber: Wenn Müller in den letzten drei Spielzeiten traf, war das für den FCB fast wie eine Sieggarantie. In 38 Spielen war das Münchner Eigengewächs wettbewerbsübergreifend erfolgreich, 34 Mal hieß der Sieger FC Bayern, nur ein Mal gab es eine Niederlage (2:3 gegen Inter Mailand).

Beeindruckende Zahlen, die für die zwei letzten Partien der Saison auf einiges hoffen lassen. „Wir werden alles in die Waagschale werfen und dann sehen, was passiert“, kündigte Müller vor den beiden Finalspielen an. So technisch anspruchsvoll wie gegen den 1. FC Köln muss er gegen Borussia Dortmund und den FC Chelsea dann nicht treffen, Hauptsache der Ball ist drin.

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