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Lahm und Schweinsteiger

Sehnsucht nach dem Champions-League-Titel

Es ist ein schwerer Gang. Am Pokal vorbei, zu einem Offiziellen, der einem die Silbermedaille um den Hals hängt. Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger kennen dieses Prozedere. National haben beide alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt - Lahm ist dreifacher und Schweinsteiger fünffacher Doublegewinner. Doch international fehlte in den vergangenen Jahren immer der letzte Tick, die Sehnsucht nach einem Titel ist riesig. „Wenn man im Finale steht, will man den Pokal hochheben“, erklärte Lahm. Der Pott mit den großen Henkeln soll es am Samstag sein.

Für die beiden Anführer des FC Bayern geht es darum, elf Jahre nach Stefan Effenberg und Oliver Kahn in die Fußstapfen der ersten Münchner Champions-League-Sieger zu treten und die eigene, erfolgreiche Karriere mit einer unvergesslichen Heldentat zu krönen. „Du musst Titel gewinnen, damit du in den Geschichtsbüchern dick unterstrichen wirst“, sagte FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im kicker.

2006 wurden die damals blutjungen Lahm und Schweinsteiger beim deutschen WM-Sommermärchen kurz vor dem großen Ziel im Halbfinale von Italien gestoppt (0:2 n.V). Zwei Jahre später verloren sie ihr erstes großes Endspiel bei der Europameisterschaft in Wien gegen Spanien (0:1). 2010 endete mit doppeltem Frust: Erst gab es die unglückliche 0:2-Niederlage mit den Bayern im Champions-League-Endspiel gegen Inter Mailand, dann war in Südafrika im WM-Halbfinale einmal mehr Spanien beim 0:1 die Endstation.

Am Samstag soll der Traum vom ersten ganz großen Coup nun in Erfüllung gehen. „Wir haben viele im Team, die schon 2010 dabei waren. Wir haben uns weiterentwickelt, haben jetzt viel mehr Erfahrung. Der Glaube daran, dass man diesen Titel gewinnen kann, ist größer als vor zwei Jahren“, erklärte Kapitän Lahm und fügte an: „Wenn man eine goldene Generation werden will, gehört ein internationaler Titel dazu.“

'Es gibt keinen besseren Tag'

Auch Schweinsteiger fiebert dem Finale dahoam entgegen. Der Gewinn des Henkelpokals sei das Größte für einen Fußballer. „Für mich persönlich hat die Champions League einen sehr hohen Stellenwert.“ Die hatte sie für die Generation Effenberg und Kahn auch. Und so ruhten sie nach der dramatischen Finalniederlage 1999 nicht, bis sie am 23. Mai 2001 den Pott endlich in ihren Händen hielten - nach einem packenden Elfmeterschießen gegen den FC Valencia.

Auch bei Lahm hat sich sein erstes verlorenes Endspiel am 22. Mai 2010 in Madrid gegen Inter Mailand ins Hirn gebrannt. „Das Einschlafen war schlecht, das Aufwachen noch schlechter“, bemerkte der Außenverteidiger rückblickend. Darauf kann Lahm in diesem Jahr verzichten. Er weiß: „Allzu lange habe ich nicht mehr auf meinem allerhöchsten Niveau.“ Für Schweinsteiger gibt es „keinen besseren Tag“ als den kommenden Samstag, um im eigenen „Wohnzimmer“ zu jubeln. 1999 und 2001, 2010 und 2012 - Geschichte soll sich wiederholen.