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Tobi Schweinsteiger im Interview

'Das ganze Projekt hier reizt mich sehr'

Ein Brüder-Paar im Herrenbereich des FC Bayern. Das gab es schon lange nicht mehr. Damals, von 2001 bis 2003, schnürten Robert und Niko Kovac gemeinsam die Schuhe für den deutschen Rekordmeister. Rund ein Jahrzehnt später ist es wieder soweit: Mit Bastian und Tobi Schweinsteiger sind zwei Geschwister beim FC Bayern vereint. Bastian als Vize-Kapitän der Profis, Tobias als Führungsspieler der zweiten Mannschaft, die in der kommenden Saison den Aufstieg aus der Regionalliga Bayern zurück in die Dritte Liga schaffen soll.

Auch, wenn sich die beiden wohl auf dem Platz nicht begegnen werden - die Freude darüber, seinen Bruder in Zukunft öfters zu sehen, kann und will Tobi nicht verbergen, wie er im Interview mit fcbayern.de erklärt: „Es ist für uns beide eine gute Sache, dass wir in Zukunft mal zusammen Mittagessen gehen, eine Kaffee trinken oder dem anderen beim Training zuschauen können.“ Kontakt haben sie schon jetzt fast jeden Tag. Zudem spricht der Neuzugang des FC Bayern II über den Start der Saisonvorbereitung, Trainer Mehmet Scholl und die Gründe für seinen Wechsel.

Das Interview mit Tobi Schweinsteiger:

fcbayern.de: Tobi, herzlich willkommen beim FC Bayern. Hast du dich schon ein bisschen eingelebt?
Tobi Schweinsteiger: „Naja, ich war ja schon ein paar Mal hier und kenne daher einiges. Das macht es mir leichter. Aber klar: Es ist alles ein paar Nummern größer als in Regensburg. Dort musste ich mich um vieles selbst kümmern, hier wird einem das meiste abgenommen. Die Trainingsmöglichkeiten sind überragend. Man sieht sofort, dass der FC Bayern zu den Top 5 Vereinen auf der Welt gehört.“

fcbayern.de: Mit Regensburg hättest du in der Zweiten Liga spielen können. Warum hast du dich trotzdem für den FC Bayern II entschieden?
Tobi Schweinsteiger: „Ich habe die Entscheidung schon getroffen, bevor der Aufstieg feststand. Leicht ist mir der Abschied nicht gefallen. Aber es war mit Sicherheit der richtige Schritt! Altin Lala, Stefan Buck und ich sollen die jungen Spieler führen und mithelfen, dass die zweite Mannschaft des FC Bayern wieder in der Dritten Liga spielt. Das ganze Projekt hier reizt mich sehr - sportlich und menschlich. Es hat mir auch schon als Kapitän in Regensburg viel, viel Spaß gemacht, den Jungen Tipps zu geben.“

fcbayern.de: Wie kam der Kontakt zum FC Bayern zustande?
Tobi Schweinsteiger: „Jörg Butt hat mich schon im vergangenen Herbst angerufen. Er hat mir alles erklärt: Das Konzept, die Veränderungen, die es im Nachwuchsbereich geben soll. Das hat sich mit meinen Vorstellungen perfekt gedeckt.“

fcbayern.de: Welche Rolle hat denn dein Bruder bei diesem Transfer gespielt?
Tobi Schweinsteiger: „Der hat Jörg Butt nur meine Handynummer gegeben.“ (lacht)

fcbayern.de: In der kommenden Saison tretet ihr in der Regionalliga Bayern an. Was erwartet euch da?
Tobi Schweinsteiger: „Für die Vereine, die gegen uns spielen, wird es immer das Spiel des Jahres werden. Wir spielen auf kleinen Plätzen, in ländlicher Idylle, es wird richtig zur Sache gehen. Fest steht: Es wird uns alles abverlangt werden und darauf müssen wir vorbereitet sein. Den jungen Spielern muss klar sein: Es geht nicht mehr gegen Gleichaltrige wie in den Jugendteams, sondern gegen erwachsene Männer, die sich zerreißen werden. Um dort zu bestehen, müssen wir alle körperlich topfit sein.“

fcbayern.de: Mehmet Scholl ist seit Mittwoch bei der Mannschaft…
Tobi Schweinsteiger: „Ja, mit seiner ersten Ansprache hat er uns allen auch gleich klar gemacht, was er von uns erwartet. Er war erfrischend, ehrlich, geradeaus. So, wie man ihn kennt. Es ist wichtig, dass Mehmet unser Trainer ist. Jetzt müssen wir alle hart arbeiten und in der Vorbereitung ordentlich Gas geben.“

fcbayern.de: Kommen wir nochmal zurück zu deinem Bruder. Steht ihr regelmäßig in Kontakt?
Tobi Schweinsteiger: „Grundsätzlich schreiben wir uns fast täglich SMS, telefonieren oft. Wir reden über ganz normale Dinge: Wie geht’s? Was gibt’s Neues? Gesehen haben wir uns in der Vergangenheit nicht so oft. Aber das ändert sich ja jetzt zum Glück. Es ist für uns beide eine gute Sache, dass wir in Zukunft mal zusammen Mittagessen gehen, eine Kaffee trinken oder dem anderen beim Training zuschauen können.“

fcbayern.de: Konntest du ihn denn nach der großen Enttäuschung im Champions-League-Finale etwas trösten?
Tobi Schweinsteiger: „Wenn es dem Bruder schlecht geht, fühlt man sich natürlich auch immer betroffen. Wir waren zwei Tage nach dem Finale in der Stadt einen Kaffee trinken. Aber was hätte ich ihm erzählen sollen? Es hilft ja alles nichts, es ist nun mal passiert. Da heilt eher die Zeit die Wunden. Wir sind uns ähnlich: Beide übernehmen wir gerne Verantwortung. Da ist es normal, dass auch mal etwas schiefläuft. Aber ich bin mir sicher: Beim nächsten Mal wird sich der Basti wieder den Ball schnappen und den entscheidenden Elfmeter verwandeln.“

fcbayern.de: Vielleicht ja im EM-Finale…
Tobi Schweinsteiger: „Deutschland hat super Chancen, dieses Endspiel zu erreichen. Das Team ist gefestigter als noch vor zwei Jahren. Sie spielen bislang sehr clever und viele Spieler haben in ihren Vereinen auf internationaler Ebene Erfahrung gesammelt. Das kann enge Spiele entscheiden. Ich würde mich sehr, sehr freuen, wenn diese doch sehr harte Saison für Basti noch ein versöhnliches Ende nimmt. Ich drücke ihm die Daumen!“

Das Interview führte: Nikolai Kube

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