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Zweikampf im Sturm

Gomez glaubt an seine Startelf-Chance

Joachim Löw hat die Qual der Wahl. Vor dem Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der EURO 2012 gegen Portugal am Samstag muss sich der Bundestrainer entscheiden, auf welchen Stürmer er in seinem 4-2-3-1-System setzt: Auf Routinier Miroslav Klose, der mit 63 Toren im DFB-Trikot die Bestmarke von Bomber Gerd Müller (68) jagt, oder auf Bayern-Torjäger Mario Gomez, der sich mit acht Toren in den letzten zehn Länderspielen empfohlen hat.

„Ich habe ein gutes Gefühl. Der Trainer hat es diesmal so schwer wie noch nie“, zeigte sich Gomez einen Tag vor dem ersten Gruppenspiel in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zuversichtlich, gegen Portugal in der Anfangsformation zu stehen. Zwar habe er verfolgt, „dass in den Zeitungen längst zu lesen war, dass die Entscheidung über den Platz im Sturm zugunsten von Miro gefallen ist“, bemerkte Gomez: „Für mich ist das nicht so klar - und für den Trainer auch nicht, so hat er es mir jedenfalls gesagt. Das gibt mir Hoffnung.“

Der 26 Jahre alte TORero sieht sich gewappnet für die EM und den Zweikampf mit seinem ehemaligen Vereinskollegen Klose, der am Samstag 34 Jahre alt wird. „Ich bin sehr gut drauf, fühle mich körperlich topfit und gebe im Training alles - genau so, wie ich es die vergangenen zwei Jahre getan habe“, erklärte Gomez, der in den vergangenen beiden Spielzeiten 80 Pflichtspieltreffer für den FC Bayern erzielt hat.

Der Konkurrenzkampf zwischen beiden Stürmern verlaufe rein sportlich, unterstrich Gomez. „Wir beide sind viel zu menschlich, als dass aus der sportlichen Rivalität ein Problem entstehen könnte“, stellte Gomez klar und ergänzte: «Ich bin kein Roboter, und bin auch keine Ratte. Ich weiß, wie der Sport funktioniert und kann mich gut einschätzen. Und Miro ist genauso Sportsmann wie ich - auch er wird alles versuchen, diesen Platz zu bekommen.“

Dabei weiß Gomez‘ um Kloses Vorteil, „dass Miro in den letzten Turnieren immer seine Leistung gebracht hat. Und zu wissen, dass ein Spieler im Turnier funktioniert, ist ein kleiner Anker für einen Trainer.“ 116 Länderspiele hat der ehemalige FCB-Profi Klose, der zu Beginn der letzten Saison zu Lazio Rom gewechselt war, in den letzten elf Jahren bestritten, mit 14 WM-Toren liegt er auf Rang zwei der ewigen Torschützenliste hinter dem Brasilianer Ronaldo.

„Beide sind auf einem ganz hohen Niveau“, lobte Löw vor Turnierbeginn im kicker seine beiden Angreifer und räumte ein, dass „noch keine Entscheidung gefallen“ sei, wer als erster Stürmer ins die Gruppenspiele gehen wird. Löw schloss auch nicht aus, dass die beiden Torjäger sogar gemeinsam spielen könnten. „Das kann Plan B sein, mit zwei Spitzen.“

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