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Neuer Anlauf

Robben: 'Gehen ins Turnier, um Titel zu holen'

Arjen Robben nimmt bei der Fußball-EM in Polen und der Ukraine den nächsten Anlauf, einen großen Titel zu holen. Vor dem Auftaktspiel der Elftal am Samstag gegen Dänemark gibt es für den Flügelflitzer vom FC Bayern nur eine Devise: „Wenn du in ein Turnier gehst, dann gehst du mit dem Ziel rein, den Titel zu holen. Das ist das Selbstvertrauen, das du haben musst“, sagte der niederländische Nationalspieler im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

„National habe ich einige Titel gewonnen, aber der internationale fehlt mir noch“, meinte der 28-Jährige, der zuletzt mit dem FCB das Finale der Champions League gegen den FC Chelsea verloren hatte. fcbayern.de hat die wichtigsten Aussagen aus dem Intreview mit Arjen Robben zusammengefasst.

Das Interview mit Arjen Robben

Frage: Die niederländische Mannschaft ist fast identisch mit der vor zwei Jahren bei der WM. Sehen Sie darin einen Vorteil?
Arjen Robben: „Ich denke, es ist durchaus ein Vorteil, dass wir mit der Mannschaft schon zwei Jahre zusammen sind. Wir kennen uns gut, die WM in Südafrika war eine tolle Erfahrung. Wir nehmen daher ein gutes Gefühl mit in die EM.“

Frage: Es gab zuletzt in der Vorbereitung aber auch viel Kritik. Hat Sie das überrascht?
Robben: „Ich denke, das ist normal. Wir hatten zuvor eine tolle Serie, haben lange nicht verloren und uns problemlos für die EM qualifiziert. Danach gab es auch ein paar schlechtere Spiele wie zum Beispiel gegen Deutschland oder kurz vor der EM gegen Bulgarien. Da ist es verständlich, dass es auch mal kritische Stimmen gibt. Wir wissen, dass wir bei der EM besser spielen müssen als während der Vorbereitung. Da fehlten uns noch Stabilität und Organisation.“

Frage: Wenn Sie die fehlende Organisation ansprechen. Teilen Sie die Meinung, dass die Defensive der Schwachpunkt im Oranje-Team ist?
Robben: „Wenn ich über Organisation und Stabilität spreche, dann meine ich damit die ganze Mannschaft, nicht nur die Verteidigung. Wir müssen mit allen elf Spielern auf dem Platz gut organisiert und diszipliniert agieren. Wenn uns das wie bei der WM vor zwei Jahren gelingt, haben wir vorne genügend individuelle Qualitäten, um die Spiele zu unseren Gunsten zu entscheiden.“

Frage: Ist es die letzte Chance für diese Generation, ein großes Turnier zu gewinnen?
Robben: „Das kann sein. Wir haben eine große Gruppe an Spielern, die jetzt 28 oder 29 Jahre alt sind. Das heißt, auch in zwei Jahren bei der WM in Brasilien werden wir noch unsere Chance haben. Aber natürlich werden wir alle ein bisschen älter. Und darum können wir nicht sagen, wir haben noch zwei, drei oder vier Turniere, um etwas zu gewinnen. Wir wollen es schon in Polen und der Ukraine schaffen.“

Frage: In der Vorbereitung wurde heftig darüber diskutiert, ob Robin van Persie oder Klaas-Jan Huntelaar in der Spitze spielen müssen. Wie sehen Sie das als jemand, der auf dem Flügel spielt?
Robben: „Du hast es mit zwei Weltklassestürmern zu tun, dem Torschützenkönig von Deutschland und dem von England. Wir sollten froh sein, dass wir beide haben. Am Ende muss der Bondscoach entscheiden. Für mich macht es keinen Unterschied, wer spielt.“

Frage: Wie steht es nach der langen Saison um ihre eigene Form?
Robben: „Ich fühle mich sehr gut, habe keine Probleme. Ich hatte ein paar Tage Pause nach dem Champions-League-Finale und dem Spiel gegen die Bayern. Aber ich wollte auch nicht zu lange aussetzen, weil man sonst schnell seinen Rhythmus verliert.“

Frage: Das jüngst verlorene Champions-League-Finale und auch das WM-Endspiel vor zwei Jahren waren bittere Momente für Sie. Belastet Sie das noch?
Robben: „Das bleibt dein Leben lang irgendwie in deinem Kopf. Ich
habe noch ein paar Jahre als Fußballer, aber dann schaust du irgendwann auf eine lange Karriere zurück und das sind dann natürlich Momente, an die du dich immer erinnerst.“

Frage: Vor zwei Jahren haben Sie zwei Finals in kurzer Zeit verloren. Das könnte Ihnen nun wieder passieren. Denken Sie daran?
Robben: „Ja, in der Theorie ist das wieder möglich. Aber du gehst immer auf den Platz, um zu gewinnen. Wenn du in ein Turnier gehst, dann gehst du mit dem Ziel rein, das Turnier auch zu gewinnen. Das ist das Selbstvertrauen, das du haben musst. Aber du musst auch realistisch sein. Es wird sehr schwer. Wir haben es mit einigen richtig starken Gegnern zu tun.“

Frage: Sie können schon auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Aber das I-Tüpfelchen, der Gewinn eines großen Titels fehlt noch, oder?
Robben: „Ja, und das ist natürlich auch ein bisschen frustrierend. Du warst schon ein paar Mal so nah dran, und dann hat es doch nicht gereicht. Ich habe jetzt zwei Champions-League-Endspiele und ein WM-Finale mitgemacht und alle drei verloren. National habe ich einige Titel gewonnen, aber der internationale fehlt mir noch.“

Frage: Wie haben Sie die Enttäuschung nach dem Champions-League-Finale verarbeitet?
Robben: „Es ist gut, dass wir jetzt eine neue Herausforderung haben und nicht im Urlaub sind. Meine Frau sieht das wahrscheinlich genauso, denn es wäre kein schöner Urlaub geworden. Jetzt geht es um den nächsten Titel.“

Frage: Im zweiten Gruppenspiel treffen sie auf Deutschland. Ist das für Sie ein ganz besonderes Spiel?
Robben: „Ja, natürlich. Niederlande gegen Deutschland ist immer etwas ganz Besonderes. Dieses Mal erst recht. Fast die Hälfte der Spieler, die auf dem Platz steht, wird von Bayern München kommen. Das ist dann natürlich schon etwas ganz Spezielles.“

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