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In Aschheim gegen Hertha BSC

U19 fiebert DM-Halbfinale entgegen

Das Trainingsgelände an der Säbener Straße ist weitestgehend verwaist. Die meisten Profis weilen bei Nationalmannschaften, andere machen Urlaub. Auch von den Spielern der zweiten Mannschaft ist nichts mehr zu sehen. Stattdessen werden die Rasenplätze von den Platzwarten feinsäuberlich gepflegt. Über ein Geläuf dürfen die Maschinen tagsüber allerdings noch nicht rollen. Denn darauf üben die U19-Junioren - die einzige Mannschaft des FC Bayern, die sich noch im Spielbetrieb befindet. Und wie! Das Team von Trainer Kurt Niedermayer greift nach der Deutschen Meisterschaft. Am Mittwochabend steigt das Halbfinal-Hinspiel der Endrunde gegen Hertha BSC (18.30 Uhr in Aschheim).

„Meine Jungs fiebern dem Spiel so richtig entgegen“, erklärte Niedermayer. Erstmals seit 2007 hat sich wieder eine A-Jugend des FCB für die DM-Endrunde qualifiziert, den Meistertitel holte der Bayern-Nachwuchs zuletzt vor acht Jahren (2004). „Das wäre für unseren Verein eine tolle Sache“, sagte Werner Kern, der ab der kommenden Saison als Abteilungsleiter des junior teams von Jörg Butt abgelöst wird, im Gespräch mit fcbayern.de.

Kein Heimrecht in möglichem Finale

Der Weg zum großen Coup ist allerdings ein steiniger. Der FC Bayern - als Sieger der Bundesliga-Staffel Süd/Südwest - muss zunächst Hertha BSC, den Zweiten der Staffel Nord/Nordost in Hin- und Rückspiel (Sonntag, 11 Uhr im Berliner Amateurstadion) aus dem Weg räumen. Sollte dies gelingen, träfe man im Finale auf den Sieger des Duells zwischen dem VfL Wolfsburg (Erster Staffel Nord/Nordost) und Schalke 04 (Erster Staffel West). Das Endspiel wird in einem Spiel entschieden und findet am 17. Juni (11 Uhr) beim Gewinner des zweiten Halbfinals statt - dies entschied das Losverfahren.

Der Heimvorteil wäre somit in einem möglichen Endspiel nicht auf Seiten des FC Bayern. Doch daran verschwenden die Münchner noch keinen Gedanken. Mit Hertha BSC wartet zunächst eine „sehr robuste Mannschaft, die gerne kontert und vor allem bei Standards extrem gefährlich ist“, so Niedermayer. Verstecken müssen sich seine Schützlinge allerdings keineswegs. Durch eine überragende Rückrunde, in der kein einziges Spiel verloren ging, sicherte man sich souverän Platz eins in der äußerst ausgeglichenen Süd/Südwest-Staffel.

'Bemerkenswerte' Rückrunde

„Man muss einfach den Hut vor der Leistung des FC Bayern ziehen“, fand auch Martin Schweizer - Trainer des SC Freiburg. Die Breisgauer waren lange größter Konkurrent des FCB, landeten aber schließlich in der Staffel-Endabrechnung mit sechs Punkten Rückstand auf dem zweiten Platz. Auch Abteilungsleiter Kern fand lobende Worte für seine A-Junioren: „Nur zwei Unentschieden in der Rückrunde. Das ist wirklich bemerkenswert!“

Doch was zeichnet die Niedermayer-Truppe eigentlich genau aus? Auffällig: Die Münchner kassierten in 26 Spielen nur 24 Gegentore - mit Abstand der Staffel-Topwert. Doch auch offensiv habe man „fußballerisch gute Möglichkeiten, um einen kompakten Gegner auszuspielen“. Kern stellte vor allem die „mannschaftliche Geschlossenheit“ heraus und ergänzte: „Diese Mannschaft hat sehr, sehr viel Potential. Das gibt uns Hoffnung für die Zukunft.“

Friesenbichler in Topform

Die nötigen Tore soll beispielsweise Kevin Friesenbichler schießen - U19-Nationalspieler Österreichs und Sturmtank des FC Bayern. Immer wieder hatten das Talent in der Vergangenheit Verletzungen zurückgeworfen. „Jetzt ist er endlich im Vollbesitz seiner Kräfte“, weiß Kern. Friesenbichlers gute Trefferquote mit neun Toren in 14 Spielen spricht Bände.

Der FCB hat sich durch die starke Rückrunde Respekt verschafft. „Wir treffen auf ein Spitzenteam mit einer enorm starken Defensive“, erklärte Hertha-Trainer Jörg Schwanke. Dass die Münchner sich möglichweise auf ihren Lorbeeren ausruhen werden, darauf kann Schwanke nicht setzen. Niedermayer: „Wir wollen die Saison jetzt mit dem Titel krönen.“

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