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Philipp Lahm im Interview

'2010 war die Ausgangslage viel schwieriger'

Er stemmte Gewichte, er rannte, er sprintete. Von einem Fußball weit und breit nichts zu sehen. Philipp Lahm hat kräftezehrende Tage hinter sich. Während die Kollegen durch China reisten, schuftete der Kapitän gemeinsam mit Bastian Schweinsteiger in der vergangenen Woche bis einschließlich Donnerstag zweimal täglich an der Säbener Straße. Grundlagentraining war angesagt. „Es hat richtig gut getan“, erklärte der 28-Jährige.

Lahm wirkt ohnehin bestens erholt in diesen Tagen, im Urlaub habe er Abstand gewinnen können: „Vom Sport, vom Laufen, vom ganzen Drumherum.“ Es kann nun also endlich wieder losgehen! Beim Vormittagstraining am Samstag war der Kapitän wieder mit seinen Teamkollegen vereint. Vorher stand Lahm fcbayern.de in seinem ersten Interview nach der EM ausführlich Rede und Antwort. In Teil 1 spricht der Nationalspieler über seine Kochkünste, seine Tennis-Leidenschaft, die Trainingswoche in München und die verbleibende Zeit bis zum Saisonstart.

Das Interview mit Philipp Lahm, Teil 1:

fcbayern.de: Philipp, in der vergangenen Woche hat man dich nicht nur auf dem Trainingsplatz gesehen. Montagabend warst du auf einer Veranstaltung von Star-Koch Eckart Witzigmann...
Lahm: „Ja, das hat Spaß gemacht. Das Essen dort war sensationell. Ich gehe gerne ab und zu mal schick essen. Aber: Genauso gerne sitze ich allerdings abends mit meiner Frau bei einer gemütlichen Brotzeit zusammen.“

fcbayern.de: Greifst du auch selbst mal zum Kochlöffel?
Lahm: „Ehrlich gesagt: Sehr, sehr selten. Ich bin in der Küche eher der Gehilfe meiner Frau. Das kann sie dann doch deutlich besser als ich.“ (lacht)

fcbayern.de: Gekocht hast du also im Urlaub nicht. Wie war die freie Zeit sonst so?
Lahm: „Wir haben ja immer nur wenige Wochen Urlaub im Sommer und ein paar Tage im Winter. Die kurze Zeit muss man gut nutzen. Ich habe mich super erholt, wie immer.“

fcbayern.de: Bist du jemand, der die Füße auch einfach mal hochlegen kann?
Lahm: „Oh ja, sogar sehr gut. Aber meistens nur für eine Woche oder vielleicht zehn Tage. Das ist sogar wichtig, man muss einfach mal Abstand gewinnen: Vom Sport, von Laufen, vom ganzen Drumherum. Dann spüre ich aber schnell wieder den Hunger, dann will ich mich bewegen.“

fcbayern.de: Du spielst gerne Tennis, oder?
Lahm: „Ich war diesen Sommer schon sieben Mal auf dem Tennisplatz. Dann aber nicht nur eine Stunde, sondern mindestens zwei. Es soll ja schließlich nicht nur Spaß machen, sondern auch etwas bringen. Die kurzen Bewegungen ähneln dem Fußball sehr, daher ist es eine gute Vorbereitung für mich. Aber: Gewinnen will ich auch auf dem Court. Das Spiel gegen meinen Kumpel Andi Ottl musste leider witterungsbedingt abgebrochen werden.“ (lacht)

fcbayern.de: Du bist nicht mit der Mannschaft nach China gereist. Bist du froh darüber?
Lahm: „Der Trainer und ich haben das Thema bereits gegen Ende der EM angesprochen. Ich habe viele Jahre durchgespielt und war - toi, toi, toi - so gut wie nie verletzt. Da tut es schon mal richtig gut, wenn man sich so eine strapaziöse Reise sparen kann.“

fcbayern.de: Wie lief deine Trainingswoche in München?
Lahm: „Ich habe viel gearbeitet. Bis auf Mittwoch jeden Tag zweimal. Natürlich stand die Ausdauer im Vordergrund. Den Ball hatte ich nur am Donnerstag am Fuß, als ich bei unserer zweiten Mannschaft mittrainiert habe. Es hat richtig gut getan und war sehr wichtig für mich, dass ich die Grundlagen legen konnte.“

fcbayern.de: Es sind noch rund drei Wochen bis zum DFB-Pokal-Spiel in Regensburg. Genug Zeit, um in Form zu kommen?
Lahm: „Für mich dürfte es kein Problem sein. Eine so lange Vorbereitung wie in diesem Sommer hatte ich schon lange nicht mehr. Die Reise nach China war für die anderen Spieler schon kräftezehrend. Aber fest steht: Nach der WM 2010 war die Ausgangslage viel, viel schwieriger für uns Nationalspieler.“

Das Interview führte: Nikolai Kube

Lesen Sie morgen in Teil 2, welche Lehren Kapitän Philipp Lahm aus der vergangenen Saison gezogen hat, wie er die Verpflichtung von Matthias Sammer und den anderen Neuzugängen sieht und was er sich von der kommenden Spielzeit erwartet…

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