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18-jähriges Toptalent

Alaba ist schon da, wo Weiser noch hin will

Das Ergebnis war eindeutig. Unter den 181.722 Teilnehmern, die bei der Abstimmung zum Goldenen k, der traditionellen Leserwahl des Fachmagazins kicker, mitgemacht haben, votierten in der Kategorie Newcomer sensationelle 51,5 Prozent für Bayern-Profi David Alaba. Ein Traumergebnis für den 20 Jahre alten Österreicher, der sich in der vergangenen Rückrunde mit beeindruckenden Leistungen auf der Position des linken Verteidigers festgespielt hat.

Auch seine Profi-Kollegen honorierten diese Leistungen. Bei der von der Vereinigung der Vertragsfußballer (VDV) durchgeführten Wahl unter den Spielern der Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga und der Regionalligen setzte sich Alaba ebenfalls klar durch, gewann mit 27,4 Prozent der Stimmen vor dem Gladbacher Patrick Herrmann (16,6). Dass diese Auszeichnungen für vergangene Leistungen in der Zukunft wenig Aussagekraft haben, weiß der österreichische Nationalspieler aber nur zu genau.

„Wir sind jetzt in der Vorbereitung, alle beginnen wieder bei null“, sagte Alaba am Freitag nach dem Vormittagstraining des Rekordmeisters. Vor der 50. Bundesligasaison müsse jeder Spieler „sich neu zeigen. Es beginnt für uns alle ein neues Jahr“, weiß Alaba, zumal im Kader des FC Bayern „gute Spieler dazu gekommen“ seien. Daher müsse „jeder Einzelne für sich selbst Gas geben und versuchen, in die Mannschaft zu kommen“, so Alaba weiter.

30 Einsätze absolvierte der gebürtige Wiener in der vergangenen Saison in der Bundesliga, ab dem 21. Spieltag (2:0 gegen Kaiserslautern) gehörte er zur Stammelf. Zunächst im defensiven Mittelfeld, ab Anfang März, beim 7:1 gegen Hoffenheim, dann als linker Verteidiger. „Ich hoffe, dass es so weiter geht wie im letzten halben Jahr“, meinte Alaba und hofft, in der kommenden Saison „so viele Spiele wie möglich“ zu machen.

Neue Ziele stecken

Das verlorene Champions-League-Finale gegen Chelsea, das er wegen einer Gelbsperre tatenlos von der Tribüne aus verfolgen musste, habe er im Urlaub „gut verarbeiten“ können, berichtete der 20-Jährige, der nun wieder vor Tatendrang strotzt. „Wir müssen jetzt in der neuen Saison nach vorne schauen, uns neue Ziele stecken und diese natürlich auch erreichen.“ Dafür werde er „in jedem Training mein Bestes geben und versuchen, mich aufzudrängen“.

Da, wo Alaba sich bereits hingearbeitet hat, will er noch hin: Neuzugang Mitchell Weiser. „Generell ist es ein Traum, das ich jetzt beim FC Bayern bin“, meinte das 18 Jahre alte Toptalent, das vom 1. FC Köln an die Säbener Straße gewechselt ist, „weil ich einen hohen Anspruch habe. Den habe ich bei Bayern gefunden“, sagte Weiser, mit 17 Jahren, 10 Monaten und 4 Tagen jüngster Spieler der Kölner Bundesliga-Historie. Sein Münchner Pendant ist übrigens David Alaba, der bei seinem Debüt 17 Jahre, 8 Monate und 12 Tage alt war.

'Von den großen Spielern lernen'

Beim FC Bayern will Weiser, der „auf beiden Außenbahnen“ eingesetzt werden kann, in erster Linie „von den großen Spielern was abgucken und lernen“, wie der Juniorennationalspieler mitteilte. Auf lange Sicht wolle er „natürlich irgendwann Stammspieler werden“, doch dafür habe er sich „kein Zeitfenster“ gesetzt. „Ich bin von mir überzeugt, dass ich das irgendwann schaffen kann. In ein oder zwei Jahren, wenn es in drei Jahren ist, ist es auch kein Problem. Ich gebe mir so viel Zeit, wie es braucht.“

Dass er fußballerisch ganz besondere Qualitäten hat, hat auch sein Teamkollege Alaba schon festgestellt. „Er ist nicht umsonst beim FC Bayern. Er ist sehr, sehr talentiert und hat das im Training schon öfter gezeigt. Er macht sich schon sehr gut“, lobte Alaba den zwei Jahre jüngeren Weiser, der sich schon nach wenigen Tagen rundum wohl fühlt. „Es ist so, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Einzige Schwierigkeit für die rheinische Frohnatur: der bayerische Dialekt. „Außer der Sprache habe ich noch keine Probleme. Ich verstehe es nicht.“ Doch daran lässt sich noch arbeiten.

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