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Neu beim FCB: Lukas Raeder

'Bayern ist nochmal was anderes'

„Fuß vor! Geh drauf!“ Lautstark feuert Lukas Raeder seine Mannschaft im Trainingsspiel an - vor drei Wochen hat er das noch im Schalke-Trikot getan. Damals gewann er mit den Königsblauen das U19-Meisterschaftsfinale gegen den FC Bayern (2:1) - jetzt ist der 18-Jährige selbst ein Münchner.

Seit Dienstag trainiert der 1,94 Meter große Raeder, der von den Medien kleiner Neuer getauft wurde, an der Säbener Straße. Mit fcbayern.de sprach er über seinen Wechsel nach München und seine Situation an der Schwelle zwischen Jugend und Profis.

Das Interview mit Lukas Raeder:

fcbayern.de: Lukas, du trainierst jetzt Seite an Seite mit Spielern, gegen die du vor ein paar Wochen noch im U19-Finale angetreten bist. Hast du kein schlechtes Gewissen?
Raeder: „Nein, darüber habe ich gar nicht nachgedacht. Wir haben uns natürlich schon noch ein bisschen über das Spiel unterhalten, aber alles ganz locker. Es ging damals auch einfach nur darum, Meister zu werden - egal gegen wen.“

fcbayern.de: Wie fühlt es sich jetzt an, das Bayern-Trikot zu tragen?
Raeder: „Auf jeden Fall gut. Als Bayern angefragt hat, war es etwas Besonderes. Für mich war relativ schnell klar, dass ich nach München gehe. Schalke ist natürlich auch ein großer Verein, aber Bayern ist nochmal was anderes.“

fcbayern.de: Welche Gründe hattest du für den Wechsel?
Raeder: „Hier bei Bayern gibt es ein klare Aussage, dass ich bei den Profis trainiere und in der zweiten Mannschaft Spielpraxis bekomme. Bei Schalke war es damals, als die Bayern-Anfrage kam, nicht klar, wie meine Situation ist.“

fcbayern.de: Welche Ziele hast du beim FC Bayern?
Raeder: „Erst einmal steht die Entwicklung im Vordergrund. Im Training möchte ich mich weiter verbessern. Spielpraxis werde ich in der zweiten Mannschaft sammeln, dort möchte ich mich stabilisieren.“

fcbayern.de: Stellst du im Training große Unterschiede zum Jugendtraining fest?
Raeder: „Ja, schon. In der Jugend gab es für mehrere Jugendmannschaften nur einen Torwarttrainer. Jetzt habe ich einen Torwarttrainer, den ich mir nur mit zwei, drei anderen teile - das ist ein großer Unterschied. Im Profibereich ist auch alles schneller, jede Übung ist bis ins letzte Detail durchgeplant. Hier herrscht ein Topniveau.“

fcbayern.de: In den Zeitungen wirst du als „kleiner Neuer“ bezeichnet. Du bist ähnlich groß wie Manuel, ihr wart beide auf Schalke - gibt es sonst noch Gemeinsamkeiten?
Raeder: „Manuel ist natürlich ein Vorbild, weil er die Torwartrolle so modern interpretiert. Bei der EM hat man wieder gesehen: Es gibt keinen Torwart, der so mitspielt wie Manuel.“

fcbayern.de: Hattest du auf Schalke schon Kontakt mit ihm?
Raeder: „Wir haben drei, vier Mal zusammen trainiert. Meistens bin ich aber immer dann zu den Profis hochgekommen, wenn er regeneriert hat.“

fcbayern.de: Wie ist dein Eindruck von Torwarttrainer Toni Tapalovic?
Raeder: „Auch Toni kenne ich schon ein bisschen von Schalke. Da habe ich ein paar Mal mit ihm trainiert. Vor meinem Wechsel nach München habe ich mit ihm gesprochen.“

fcbayern.de: Und Tom Starke?
Raeder: „Tom wohnt im gleichen Hotel wie ich und wir sind in den ersten Tagen immer zusammen zum Training gefahren, weil ich noch kein Auto hatte. Wir verstehen uns gut.“

fcbayern.de: Wie lange musst du noch im Hotel wohnen?
Raeder: „Am 1. August kann ich in meine erste eigene Wohnung einziehen. Vorher habe ich noch zuhause bei meinen Eltern gewohnt. Jetzt brauche ich nur noch Möbel.“

fcbayern.de: Am Freitag hast du dein erstes Spiel für den FC Bayern bestritten: mit der zweiten Mannschaft gegen den österreichischen Klub WSG Wattens. Wie war’s?
Raeder: „Ich habe 90 Minuten gespielt und ich fand, dass es ganz gut gelaufen ist. Ich kannte ja noch nicht viele Namen und nicht viele Gesichter, wurde aber richtig gut aufgenommen. Es hat Spaß gemacht.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl

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