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Stürmische Sieben

FCB-Youngster nutzen ihre Chance

„Kevin… Wie heißt er nochmal?“ Jupp Heynckes lächelt spitzbübisch. Natürlich kennt er den Namen des Burschen, der am Dienstagabend seinen ersten lupenreinen Hattrick für das Profiteam des FC Bayern erzielt hatte. „Friesenbichler“, sagt ein Reporter und der FCB-Chefcoach ist amüsiert: „Den hätte ich umgetauft, wenn ich ihn verpflichtet hätte.“

Kevin Friesenbichler also. 18 Jahre jung, österreichischer Juniorennationalspieler und seit zwei Jahren im junior team des FC Bayern. Beim Testspiel gegen die Trentino-Auswahl (11:0) erzielte er drei Tore, genauso viele wie Arjen Robben. Schon vier Tage zuvor, beim Test in Ismaning, hatte er getroffen. „Ein guter Junge“ sei der Nachwuchsstürmer, sagte Heynckes, „vor dem Tor hat er große Fähigkeiten. Im Mannschaftsspiel außerhalb des Strafraums muss er natürlich noch sehr viel lernen.“

Gleich in zweifacher Hinsicht, als Vollstrecker und als Vorbereiter, konnte gegen die Trentino-Auswahl ein anderer Jungspund überzeugen. Oliver Markoutz - 17 Jahre jung, ebenfalls österreichischer Juniorennationalspieler, seit einem Jahr ein Bayer - traf zweimal und bereitete einen weiteren Treffer vor. Auch er hatte sich schon in Ismaning in die Torschützenliste eingetragen. Genauso wie Benno Schmitz (17 Jahre), ein weiteres FCB-Talent.

Insgesamt sieben Spieler aus dem Amateur- und Jugendbereich - Pierre-Emile Hojbjerg (16), Daniel Wein (18), Vladimir Rankovic (19), David Vrzogic (22) heißen die übrigen - trainieren seit der ersten Einheit vor gut zwei Wochen mit den Profis. „Sie arbeiten hervorragend. Nicht zuletzt deswegen haben wir auch inhaltlich gut trainieren können“, lobte Heynckes seine jungen Wilden, die für die fehlenden EM-Teilnehmer in die Bresche sprangen und ihre Chance nutzten.

Lob von den Profis

„Sie werden demnächst mehr unter Beobachtung stehen“, kündigte Heynckes an, „denn das sind Spieler, die Talent haben und dann auch entsprechend gefördert werden.“ Auch im direkten Gespräch hat Heynckes seine stürmischen Sieben schon gelobt. „Er hat gesagt, dass es super ist, wie wir uns im Training reinhauen“, berichtete Friesenbichler. Und auch von den Profis gebe es positives Feedback: „Sie sagen: Weiter so! Es ist super, wenn man so etwas hört.“

Mit „riesigem“ Respekt sei er in sein erstes Profitraining gegangen, erinnerte sich der junge Österreicher. Längst fühlt er sich aber „voll zugehörig“ und „wie ein Mitspieler“ der Profis. Vor allem David Alaba kümmere sich viel um die Nachwuchsspieler. Weil er als Letzter in einer langen Reihe den Sprung von der FCB-Jugend zu den Profis geschafft hat. Und: „Weil er auch Österreicher ist. Wir halten zusammen“, sagte Friesenbichler augenzwinkernd.

Niveau höher, weniger Fehler

Vorbilder sind aber natürlich auch alle anderen Bayern-Profis. „Du kannst von jedem lernen. Wie Pizarro den Ball annimmt und verarbeitet, das Kopfballspiel von Mandzukic... Das sind Weltklassespieler“, meinte Friesenbichler. „Sie erklären einem, wie man sich in verschiedenen Situationen zu verhalten hat“, berichtete Markoutz. Im Training herrsche ein ganz anderes Tempo und eine höhere Konzentration als in der Jugend. „Das Niveau ist viel höher. Die Profis machen weniger Fehler und sind sehr ruhig am Ball.“

Noch bis zur China-Reise, die am kommenden Sonntag beginnt, können Friesenbichler, Markoutz & Co. weiter bei den Profis hineinschnuppern. Bisheriger Höhepunkt war das Spiel am Dienstagabend. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, mit der Kampfmannschaft spielen zu können“, erzählte Markoutz. Und Friesenbichler hatte nach seinem Hattrick einfach nur „ein super Gefühl“.

Für fcbayern.de in Riva del Garda: Nikolaus Heindl

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