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Für das 'Optimum'

Heynckes fordert 'mehr Hunger'

Man sieht es auf den ersten Blick: Der Urlaub hat Jupp Heynckes gut getan. Strahlend und gut gelaunt präsentierte sich der FCB-Chefcoach beim Trainingsauftakt am Dienstag, einen Tag später trat er zum ersten Mal in der neuen Saison vor die Presse und beantwortete gelassen alle Fragen. „Ich habe wieder Kraft, Lust und Freude, diese Saison mit aller Konzentration anzugehen“, berichtete der 67-Jährige, der das enttäuschende Ende der vergangenen Saison abgehakt, aber nicht ad acta gelegt hat. Ganz im Gegenteil: Jupp Heynckes zieht jetzt Konsequenzen aus drei zweiten Plätzen.

„Wir müssen cleverer, robuster, erfolgsorientierter werden. Das hat uns in entscheidenden Momenten gefehlt“, sagte der Bayern-Trainer und forderte, „wieder mehr Hunger zu entwickeln, Hunger auf Erfolg“. Der Fokus der Spieler müsse total auf „Fitness, Training, Spiel und Lebensführung“ liegen. „Das werde ich in der neuen Saison verstärkt einfordern.“

Damit liegt Heynckes auf einer Linie mit dem neuen Sportvorstand Matthias Sammer, der bei seiner Vorstellung am Vortag betont hatte: „Wir müssen sofort Gas geben.“ Für „Selbstmitleid und alle persönlichen Eitelkeiten“ gebe es keinen Platz mehr. Eineinhalb Stunden habe er sich am Dienstag mit Sammer unterhalten, erzählte Heynckes: „Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir konstruktiv und fruchtbar zusammenarbeiten werden und versuchen, das Optimum für den FC Bayern zu erreichen.“

'Power, Ehrgeiz, hie und da unbequem'

„Als Spieler hat Matthias nie verlieren können, er hat auf dem Platz Charakter gezeigt. Das hat mir immer imponiert“, sagte Heynckes, „er ist ein extrem leistungs- und erfolgsorientierter Mensch. Er hat Power, Ehrgeiz, ist hie und da unbequem, will jedes Spiel gewinnen, gibt nie auf, resigniert nie. Das sind Attribute, die uns gut zu Gesicht stehen.“

Sorgen, dass die Mannschaft noch an den verpassten Titelchancen der letzten Saison zu knabbern hat, hat Heynckes nicht. Der ehemalige Nationalstürmer erinnerte an die Weltmeisterschaft 1974, bei der er wegen einer Verletzung ausgerechnet das Finale verpasste. „Das war für mich eine Riesenenttäuschung, ich war deprimiert. Aber danach habe ich die beste Saison meiner Karriere gespielt.“ Eine ähnliche Reaktion erhofft sich Heynckes nun von seinen Spielern beim FC Bayern.

'Breiter und besser' aufgestellt

Besonders nimmt er sich dabei Bastian Schweinsteiger an. Bereits letzte Woche habe er mit seinem Vizekapitän zweimal telefoniert, erzählte der Trainer. Ein weiteres Telefonat während Schweinsteigers Urlaub ist vereinbart. „Für mich ist wichtig, dass Bastian wieder die Fitness kriegt wie im ersten Drittel der letzten Saison. Darum werde ich mich in erster Linie kümmern“, sagte Heynckes, der überzeugt ist, „dass wir Bastian wieder da hinkriegen. Es ist wichtig, dass er die Fitness und das Selbstbewusstsein wieder bekommt und mental frei wird.“

Zuversichtlich für das neue Fußballjahr stimmt den Fußballlehrer ein Blick auf seinen Kader, der „breiter und qualitativ besser“ sei als in der letzten Saison. „Wir haben jetzt den Kader, um eine schwierige Saison anzugehen“, sagte er, „ich habe jetzt Alternativen und werde wechseln. Die neuen Spieler werden den etablierten Feuer unter dem Hintern machen.“ Feuer, das zu Titeln treiben soll.

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