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Nummernschild-Lotterie

Kein Losglück, kein Auto

Mit knapp 20 Millionen Einwohnern gehört Peking samt seinem Umland zu den größten Städten der Volksrepublik China. Rund 15 Millionen Menschen haben ihren ständigen Wohnsitz in der Hauptstadt, hinzu kommen knapp fünf Millionen Bewohner mit temporärem Wohnsitz bzw. befristeter Aufenthaltsgenehmigung. Zum Vergleich: München hat als drittgrößte Stadt Deutschlands etwa 1,4 Millionen Einwohner.

Entsprechend hoch ist das Verkehrsaufkommen in der Olympiastadt von 2008, in der über fünf Millionen Autos registriert sind. Bis Ende 2010 kamen jeden Monat etwa 60.000 Zulassungen dazu, was die Problematik von chronisch verstopften Straßen und hoher Luftverschmutzung noch verstärkt hat. Doch seit Anfang 2011 haben die Behörden die Zahl der Zulassungen auf 20.000 pro Monat eingeschränkt - und sich dazu eine besondere Art der Reglementierung einfallen lassen.

Erst Kennzeichen, dann Auto

Denn anders als in Deutschland, wo jeder Halter die Nummernschilder für sein Fahrzeug auf der Zulassungsstelle erhalten kann, werden diese in Peking per Losverfahren vergeben. Jeden Monat nehmen 300.000 Bewerber an der Verlosung teil, „nur“ 20.000 gewinnen eine Zulassung. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Anzahl der Zulassungen pro Jahr die Zahl 240.000 nicht überschreitet, das sind zwei Drittel weniger als vor der Einführung des Losverfahrens.

Mit dieser neuen Gesetzgebung haben sich auch die Kriterien für eine Zulassung geändert. Legt man sich in der Regel erst ein Fahrzeug zu, um dieses dann zuzulassen, steht und fällt in Peking alles mit der Zuteilung eines Kennzeichens. Erst wenn gewährleistet ist, dass man in der Nummernschild-Lotterie zu den Gewinnern gehört, macht die Anschaffung eines Autos Sinn.

Für fcbayern.de in Peking: Carsten Zimmermann

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