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CL-Gegner im Portrait

Alte Bekannte, 'Doggen' und ein Serienmeister

Das Champions-League-Finale 2001. Die Bayern triumphieren im Elfmeterschießen - gegen den FC Valencia. Nun, 11 Jahre später, kommt es zum Wiedersehen, diesmal allerdings in der Gruppenphase der europäischen Königsklasse 2012/13. Insgesamt traf der deutsche Rekordmeister in der Champions League dreimal auf die Spanier. OSC Lille - dem letztjährigen Dritten der französischen Ligue 1 - und dem weißrussischen Serienmeister FC BATE Borisov begegnete der FCB auf internationalem Parkett hingegen noch nie. fcbayern.de nimmt die Gegner der Münchner unter die Lupe.

Bayerns CL-Gruppengegner im Portrait:

FC Valencia:
Der FC Valencia schloss die vergangene Saison als Dritter hinter Real Madrid und dem FC Barcelona ab - allerdings mit einem Rückstand von beachtlichen 39 bzw. 30 Punkten. Valencias großes Problem: Den Klub drückt auf Grund eines Stadionneubaus eine Schuldenlast, jedes Jahr muss Valencia daher einen Großteil seiner Stars verkaufen. In diesem Sommer verließen beispielsweise Jordi Alba (Barcelona) oder Mittelfeldmann Mehmet Topal (Fenerbahce) für hohe Millionenbeträge die Ost-Spanier. Jüngster Abgang: Pablo Hernandez, der auf die Insel zu Swansea City wechselt.

2010/11 trennte sich der Klub von David Villa (Barcelona) und David Silva (ManCity), 2011/12 verließ Juan Mata (FC Chelsea) den FC Valencia. Große Namen, doch wer sind die Stützen der aktuellen Mannschaft von Trainer Mauricio Pellegrino? Torgefährlichster Mann ist Roberto Soldado, der in den ersten beiden Ligaspielen dieser Saison (1:1 bei Real Madrid und 3:3 gegen Deportivo La Coruna) zwei Tore erzielte. Prominenteste Neuzugänge sind Aly Cissokho aus Lyon und Sergio Canales von Real Madrid. Ex-Bundesliga-Spieler Nelson Valdez schnürt ebenfalls die Schuhe für Valencia.

Das letzte Duell mit dem FC Bayern war das CL-Finale 2001. Es bleibt unvergessen, als die Bayern in Mailand dank Torwart Oliver Kahn das Finale im Elfmeterschießen gewannen. Insgesamt traf man in der Königsklasse dreimal aufeinander, dreimal endete die Partie bislang nach 90 Minuten 1:1-Unentschieden. Valencia, das rund 320 Kilometer südöstlich der spanischen Hauptstadt Madrid am Mittelmeer liegt, trägt seine Spiele im Mestalla-Stadion (Kapazität: 53.939) aus, in den nächsten Jahren soll die neue Multifunktionsarena (Nou Mestalla) fertiggestellt werden.

OSC Lille
Als Tabellendritter der vergangenen Saison hat sich OSC Lille neben Meister Montpellier und Paris St. Germain für die Gruppenphase der Königsklasse qualifiziert. Allerdings musste Lille sich zunächst durch die Qualifikation mühen und setzte sich gegen den dänischen Meister FC Kopenhagen in zwei Spielen durch (0:1, 2:0). Erstmals wird der FC Bayern im europäischen Wettbewerbt auf die Franzosen treffen.

Für großes Aufsehen sorgte der Klub aus Nordfrankreich in der Saison 2010/11, als er sich überraschend gegen die bis dahin dominierenden Klubs aus Lyon, Marseille und Bordeaux durchsetzte und neben der Meisterschaft, der ersten seit 1954, auch noch den französischen Pokal gewann. Im Finale des Coupe de France setzte sich Lille mit 1:0 gegen Paris durch und holte damit nach 56 titellosen Jahren erstmals wieder eine Trophäe.

In der vergangenen Champions-League-Saison tat sich die Mannschaft von Trainer Rudi Garcia, der den Klub seit 2008 betreut, jedoch schwer. Hinter Inter Mailand, ZSKA Moskau und Trabzonspor reichte es nur zu Platz vier in der Gruppenphase. Insgesamt überstanden die Franzosen nur eine von bislang vier Teilnahmen in der Gruppenphase, 2006/07 war im Achtelfinale gegen Manchester United Endstation.

Prominenteste Akteure in Reihen der Doggen („les Dogues“) sind Torhüter Mickaël Landreau (ehemals Paris St. Germain), Abwehrspieler David Rozehnahl (Hamburger SV) und Stürmer Salomon Kalou (FC Chelsea). Mit Eden Hazard, der den umgekehrten Weg einschlug und zum letztjährigen Titelgewinner nach London wechselte, verlor Lille seinen Schlüsselspieler in der Offensive. Aktuell belegt der französische Klub nach drei Spieltagen der Ligue 1 Platz 8. Seine Heimspiele bestreitet Lille im in diesem Sommer fertig gestellten Grand Stade, das knapp 50.000 Zuschauern Platz bietet.

FC BATE Borisov
Wenn der weißrussische Fußball in den letzten Jahren international Schlagzeilen gemacht, dann durch den FC BATE Borisov bzw. FC BATE Baryssau, wie der Klub aus der 150.000-Einwohner-Stadt auf weißrussisch heißt. Sechs Mal in Folge wurden die Zholto-Sinie (Gelb-Blauen) zuletzt in ihrer Heimat Meister. Mit insgesamt acht Titeln ist BATE Rekordmeister Weißrusslands, zudem stehen zwei Pokal- (2006, 2010) und zwei Supercup-Siege (2010, 2011) auf der Erfolgsliste.

1973 wurde der Klub als Werksmannschaft der BATE-Fabrik ins Leben gerufen (die Initialen stehen für Borisov Automobil- und Traktor-Elektronik). Seit 1997 ist der Verein erstklassig und hat sich innerhalb kürzester Zeit zum dominierenden Klub aufgeschwungen. Als bislang einziger weißrussischer Verein qualifizierte sich Borisov auch für die Champions League, aktuell zum dritten Mal. Noch nie feierte der Verein in der Königsklasse einen Sieg (5 Remis, 7 Niederlagen), größter internationaler Erfolg ist der Einzug ins Sechzehntelfinale der Europa League 2010/11.

In der Qualifikation zur diesjährigen Champions League schaltete Borisov den FK Vardar (Mazedonien), Debreceni VSC (Ungarn) und zuletzt den israelischen Meister FC Hapoel Kiryat Shmona aus. Grundlage fürs Weiterkommen war eine stabile Defensive, die das Team auch in der Liga auszeichnet: In 19 Spielen kassierte BATE erst neun Gegentore und führt die Tabelle aktuell an.

Trainer Viktor Goncharenko (35 Jahre), der einst selbst für den Klub gespielt hat, hat hauptsächliche weißrussische Spieler in seinem Kader. Ende Juli verpflichtete der Verein zwei große Namen: Aleksandr Hleb (31), der einst in Borisov seine Karriere begonnen hat und durch seine Zeit bei Stuttgart, Arsenal und Barcelona auch bei uns bekannt ist, sowie Raman Vasilyuk (33). Letzterer ist Rekordtorschütze der weißrussischen Liga (189 Tore in 347 Spielen). Torgefahr geht aber auch von Renan Bressan (23) aus, der als Mittelfeldspieler 2010 und 2011 Torschützenkönig in Weißrussland war.

Seine Heimspiele trägt BATE im lediglich 5.500 Zuschauer fassenden Haradski-Stadion aus. Für die Champions League ist dieses Stadion jedoch nicht zugelassen, so dass der Klub ins 100 Kilometer entfernte Dinamo-Stadion von Minsk (40.000 Zuschauer) ausweicht. Der FC Bayern hat noch nie gegen BATE Borisov oder eine andere weißrussische Mannschaft gespielt.

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