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'Gute Anzeichen'

Bayern-Maschine schon 'ordentlich geölt'

Schnell unter die Dusche, Tasche packen und ab zum Bus. Die Bayern hatten es eilig. Weniger als eine Stunde nach Spielende machte sich der Rekordmeister wieder auf den Heimweg - mit „einem guten Gefühl“ und „einem Lächeln“ (Thomas Müller) im Gepäck. Denn: Dem FC Bayern ist am Samstagnachmittag ein Saisonstart nach Maß geglückt. „So haben wir uns das vorgestellt. Ein paar Tore geschossen, zu null gespielt. Die Pflicht wurde erfüllt“, resümierte Torhüter Manuel Neuer nach dem 3:0-Auswärtssieg bei Aufsteiger Greuther Fürth.

Müller (43.), Mario Mandzukic (59.) und ein Eigentor von Fürths Thomas Kleine (79.) besiegelten dem am Ende souverän herausgespielten ersten Dreier der Jubiläums-Saison. Das Fazit von Cheftrainer Jupp Heynckes: „Wir haben uns in dieser Saison sehr viel vorgenommen. Die Mannschaft brennt, sie ist hoch motiviert, wir arbeiten alle sehr gut, deswegen ist das Ergebnis für mich keine Überraschung.“

Sportvorstand Matthias Sammer merkte an, dass die Mannschaft diese Partie „sehr professionell“ angegangen ist: „Wir haben uns keine Blöße gegeben.“ Kapitän Philipp Lahm schaute „positiv nach vorne“ und Führungsspieler Neuer sah eine „ordentlich geölte Bayern-Maschine“. Er forderte: „Wir müssen konstant bleiben. Das war erst der Anfang, es steht eine lange Saison bevor.“

Eine Saison, in der noch viele Hürden auf den deutschen Rekordmeister warten. Auch Fürth leistete den Münchnern vor allem in der ersten Halbzeit starke Gegenwehr. Der Aufsteiger stand extrem tief, machte die Räume eng und ließ so kaum eine Chance zu. „Wir nehmen das Ergebnis mit. Aber wir wissen auch, dass wir uns lange Zeit schwer getan haben“, gab Sammer zu, dass im ersten Bundesliga-Spiel noch nicht alles rund gelaufen war.

Müllers Abstauber-Tor kurz vor der Pause sei „ganz wichtig“ gewesen, erklärte Trainer Heynckes. Sammer, der zum ersten Mal in der Bundesliga auf der Bayern-Bank Platz genommen hatte, freute sich insbesondere darüber, „dass wir mal eine Standardsituation nutzen konnten“. In der Bundesliga gelang dies zuletzt im März beim Gastspiel in Berlin. „Kompliment an Greuther Fürth. Ich glaube, dass sich hier noch einige Mannschaften richtig schwer tun werden“, lobte Arjen Robben die Gastgeber für ihre couragierte Leistung.

Nach der Pause lief das Kombinationsspiel der Bayern dann flüssiger. Fürth musste „etwas mehr ins Risiko gehen“, für die Münchner ergaben sich Räume - und die nutzte der Rekordmeister „mit seiner individuellen Klasse gnadenlos aus“ (Mike Büskens). Heynckes sah nun „sehr clevere, sehr souveräne und sehr kluge“ Bayern und resümierte nach dem 3:0-Sieg: „Wir hätten das Ergebnis auch noch höher schrauben können.“

Sammer freut sich über mehr 'Flexibilität'

In der Tat hatten die eingewechselten Claudio Pizarro und Bastian Schweinsteiger weitere Treffer auf dem Fuß, Fürths Defensiv wurde nun durcheinandergewirbelt. „In der zweiten Halbzeit hat man dann den Unterschied feststellen können“, sagte Neuer. Sammer fand es „erfreulich, dass wir dann flexibler waren“.

Robben (in 63 Bundesliga-Spielen an 61 Toren beteiligt) drehte auf und hatte genau wie Neuzugang Xherdan Shaqiri großen Anteil an zwei der drei Bayern-Tore. Zudem stellte Mandzukic in Fürth einmal mehr seine Vollstrecker-Qualitäten unter Beweis. Der Treffer zum 2:0 war sein viertes Pflichtspieltor in der dritten Partie für den FC Bayern. Auch Müller überzeugte. Im Kollektiv machten die Münchner die Ausfälle von letztjährigen Stammspielern wie Franck Ribéry, Mario Gomez oder David Alaba wett. „Ich sehe gute Anzeichen. Wir sind viel variabler in unseren Angriffsbemühungen“, stellte Heynckes fest.

Neuer nahezu beschäftigungslos

Zudem standen die Münchner defensiv sehr sicher. Die neuformierte Viererkette um die beiden Innenverteidiger Jérôme Boateng und Dante sowie die beiden Außen Philipp Lahm und Holger Badstuber sorgte dafür, dass Neuer nicht ein einziges Mal ernsthaft eingreifen musste. „Wichtig ist, dass man hinten nichts zulässt. Vorne ist immer Qualität da“, erklärte Lahm. Fürth war zuletzt vor über 17 Monaten in einem Liga-Heimspiel ohne Torerfolg geblieben - bis Samstag. Und so stand der launigen, „gemeinsamen Kartenrunde“ (Müller) auf der Heimfahrt nichts mehr im Wege.

Für fcbayern.de in Fürth: Nikolai Kube

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