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Sammers Marathon

'Es geht um Bayern München'

27 Journalisten, sechs Gesprächsrunden, fünf Stunden lang Fragen, Fragen, Fragen - es war ein kleiner Marathon, den Matthias Sammer am Mittwochvormittag ab 8.30 Uhr hinlegte. Sechs Wochen nach seinem Amtsantritt beim deutschen Rekordmeister und gegen Ende der Vorbereitungszeit stand der Sportvorstand des FC Bayern geduldig Rede und Antwort. Unter anderem sprach er über Jupp Heynckes, Transfers und deutsche Tugenden.

Matthias Sammer über…

…seine ersten Wochen beim FC Bayern: „Man musste sich natürlich aneinander gewöhnen. Es war nicht nur für mich eine Veränderung, sondern vielleicht auch ein bisschen für den FC Bayern. Nach zehn Tagen habe ich gemerkt, dass die Dinge anfangen, sich zu ordnen, die Orientierung war da. Die Zeit beim DFB war da für mich sehr wichtig, weil ich dort viele Dinge im theoretischen Bereich gut erlernen konnte. Ich bin sehr glücklich, dass ich jetzt hier beim FC Bayern arbeiten darf.“

…seine Trainingsbeobachtung: „Mich wundert die Frage ein bisschen, warum ich mir jedes Training anschaue. Ich halte das für selbstverständlich. Man kann Dinge nur dann im Detail beurteilen, wenn man die Details auch sieht. Der FC Bayern ist ein Riesenklub, das Fundament ist super, aber es ist noch ein bisschen Luft nach oben. Und ich denke, dass es am Detail liegt. Das bedeutet nicht, dass ich dem Trainer in seine Tagesarbeit reinrede. Mannschaftsführung, Trainingseinhalte, Nominierung, Aufstellung - das ist alles Traineraufgabe. Da bin ich sein Partner, wenn er etwas wissen möchte. Ansonsten interessieren mich diese Dinge weniger. Aber was mich strategisch natürlich interessiert: die medizinische Abteilung, der Fitnessbereich, das Drumherum. Wenn ich es nicht im Detail und vor allem nicht in kritischen Situation, wo man es am besten sieht, mitbekomme, wie soll ich es dann bewerten?“

…Jupp Heynckes: „Er macht einen sehr guten Job, ist nach innen und außen anerkannt. Wir haben ein ausgezeichnetes Verhältnis. Ich weiß nicht, ob dem Trainer das gefällt, aber er könnte mein Papa sein. Die Art und Weise, wie er über Fußball denkt, begeistert mich. Die Kernbasis ist gegeben, sonst wäre ich nicht gekommen. Wenn du im Vertrauen zusammenarbeiten willst und der Cheftrainer will das nicht, dann geht das überhaupt nicht. Trotzdem: Ich glaube nicht, dass wir alle Spiele in diesem Jahr gewinnen. Es wird Situationen geben, bei denen wir Geschlossenheit beweisen müssen. Aber ich sehe überhaupt keine Ansatzpunkte, wo ich nur mit einem Prozent daran zweifeln könnte, dass das nicht funktioniert.“

…seine Eindrücke von der Mannschaft: „Ich erlebe eine Mannschaft, die Freude macht. Aber wir stehen ganz am Anfang. Es ist noch kein Pokalspiel gespielt, noch kein Punktspiel, nur der Supercup - da muss man vorsichtig sein. Es werden Schwierigkeiten kommen.“

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