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'Ich bin überwältigt'

FCB-Familie lässt Müller-Wohlfahrt hochleben

Die ganze FCB-Familie hatte sich versammelt. Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Paul Breitner, Bulle Roth, Katsche Schwarzenbeck, das Präsidium mit Uli Hoeneß, Dr. Fritz Scherer und Bernd Rauch, der Vorstand mit Karl-Heinz Rummenigge, Karl Hopfner, Matthias Sammer und Andreas Jung, die komplette Mannschaft und der Betreuerstab um Chefcoach Jupp Heynckes. Vom DFB waren zudem Präsident Wolfgang Niersbach und Teammanger Oliver Bierhoff gekommen. Alle waren da, nur um ihn zu ehren: Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.

Der FC Bayern hatte am Donnerstagabend ins Seehaus im Englischen Garten geladen, um seinen Vereinsarzt zu seinem 70. Geburtstag gebührend hochleben zu lassen. 190 Gäste stießen dort bei einer familiären und entspannten Feier auf Mull an. „Ich bin überwältigt von diesem wunderschönen, wunderbaren Fest, das der Verein mir gewidmet hat“, sagte der Jubilar in seiner Ansprach, in der er sich bei seiner Frau und seinen beiden Kindern bedankte. „Die Familie gibt mir Kraft.“

Aber auch der FC Bayern sei „eine Triebfeder“ für ihn, erzählte Müller-Wohlfahrt, „ich spüre, dass man mir vertraut. Das ist das Größte, was ich im Berufsleben haben kann.“ Angetrieben werde er aber auch von der Mannschaft. „Wenn ich sehe mit welcher Willensstärke, mit welchem Einsatz, mit welcher Hingabe, mit welcher Freude die Spieler trainieren und ihre Spiele bestreiten, reißen sie mich förmlich mit.“

FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge würdigte Müller-Wohlfahrt, der „seit 35 Jahren, also genau sein halbes Leben lang“ in Diensten des FC Bayern steht, als eine der wichtigsten Personen im Verein. „Er hat zwar nie ein Tor für uns geschossen, aber unendliche viele Tore und Erfolge erst möglich gemacht. Es gibt Menschen, die ergreifen einen Beruf. Und es gibt Berufe, die ergreifen einen Menschen. So ist es bei Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Wenn man mich nach einem Menschen fragt, der völlig in seiner Profession aufgeht, der bei seiner Arbeit das vollkommende Glück ausstrahlt, dann ist es Mull.“

Dass von Müller-Wohlfahrts Fachwissen nicht nur der FC Bayern profitiert, hob Niersbach hervor. „Du hast dir ein unglaubliches Vertrauen erworben, dergestalt, dass andere Vereine ihre Spieler selbst dann zu dir geschickt haben, wenn ein Spiel gegen den FC Bayern bevorstand. Da ist ja die Versuchung groß, einen Spieler eines anderen Vereins nicht optimal zu behandeln. Das kam für dich nicht in Frage, lieber Mull, das kam aber auch für den FC Bayern nicht in Frage“, sagte der DFB-Präsident, „es ist eine großartige Sache, dass ihr, Uli, Karl-Heinz, Karl, es ausdrücklich gestattet habt, die Fähigkeiten eures Mediziners auch für andere bereitzustellen.“

Bis halb zwei Uhr nachts wurde im Seehaus gefeiert. Zu essen gab es Hühnerleber mit Erbsenpüree, Fischcarpaccio, Saltimbocca und ein Dessertbuffet. Anstelle von Geschenken hatte sich Müller-Wohlfahrt Spenden für die Landesschule für Körperbehinderte gewünscht. Vom FC Bayern und dem DFB gab es trotzdem kleine Präsente. Müller-Wohlfahrt sei einfach „ein außergewöhnlicher Mensch“, sagte Niersbach, „großes Kompliment für dein Lebenswerk, das noch lange nicht vorbei ist!“

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