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Heißer Konkurrenzkampf

'Jeder muss Volldampf geben'

Nach dem Spiel waren sie sich nicht ganz einig. „Der Kleine macht das richtig gut“, erklärte Arjen Robben, Xherdan Shaqiri stellte klar: „Man hat gesehen, dass ich nicht nur der Kleine aus der Schweiz bin.“ Ja was denn nun? Einige Minuten vorher auf dem Platz hatte die Kommunikation hingegen einwandfrei geklappt. „Arjen hat zu mir gesagt: Schieß! Dann habe ich mir den Ball genommen, geschossen und er hat im Netz gezappelt.“

Klingt einfach, sah einfach aus. Hinter Shaqiris Freistoßkünsten steckt jedoch viel, viel Arbeit. Fast nach jedem Training schiebt der Schweizer Extraschichten und schlenzt ruhende Bälle aus verschiedenen Positionen aufs Tor. Schon im Testspiel gegen den SSC Neapel traf er sehenswert aus rund 20 Metern, beim 4:0-Sieg im DFB-Pokal bei Jahn Regensburg am Montagabend schlug es erneut ein - zum zwischenzeitlichen 2:0 (60.). Robben, der das Kraftpaket natürlich aus Sympathie „den Kleinen“ nennt, erzählte: „Wir üben oft zusammen. Er schießt richtig gut.“

Davon konnten sich Fans im Stadion und Millionen vor den Fernsehgeräten am Montag live überzeugen. Doch Shaqiri, der zur Pause für den leicht kränkelnden Franck Ribéry in die Partie kam, überzeugte nicht nur wegen seines tollen Freistoßtreffers. „Shaq ist ein richtiger Straßenfußballer, der unheimlich beweglich, handlungsschnell und technisch perfekt ist“, lobte Jupp Heynckes das „außergewöhnliche Talent“. Der Cheftrainer ist überzeugt: „Er wird uns noch viel Freude machen und wird beim FC Bayern seinen Weg machen.“

Auch Sport-Vorstand Matthias Sammer war angetan von der Leistung des erst 20-Jährigen, der in Regensburg zudem zwei weitere Treffer vorbereitete. Shaqiri tue der Mannschaft „sehr gut“, weil er zum einen den Ball halten und zum anderen für „Überraschungsmomente und Kreativität“ sorgen könne. Heynckes ergänzte: „Wer meine Meinung über Shaq kennt, weiß, dass er nicht verpflichtet wurde, um in der Versenkung zu verschwinden. Ich habe mich sehr für den Transfer stark gemacht.“

Der Montagabend war allerdings nicht nur der Tag von Shaqiri. Auch andere Neuzugänge des deutschen Rekordmeisters zeigten, warum sie seit diesem Sommer das Bayern-Trikot tragen. Mario Mandzukic netzte gleich zweimal ein (32., 80.), der eingewechselte Claudio Pizarro machte den Torreigen der Neuerwerbungen perfekt (88.). „Man kann sehr zufrieden sein“, resümierte FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Laut Heynckes herrsche nun ein „gesunder Konkurrenzkampf“. Keiner könne sich zurücklehnen, „jeder muss Volldampf geben“ - sonst spiele er nicht.

Mandzukic und Pizarro sollen gemeinsam mit dem derzeit Verletzten Mario Gomez in dieser Saison für die nötigen Tore sorgen. Heynckes merkte an: „Wenn man dann gegen eine defensiv eingestellte Mannschaft spielt und hat noch zwei solche Joker, dann können sie unter Umständen Spiele entscheiden.“ Mandzukic „tut uns richtig gut, weil er sich einsetzt und powert“. Pizza sei ein „Riesenfußballer, der vor dem Tor Fähigkeiten wie kaum einer anderer“ besitze. Aber: Noch fehle dem Peruaner die 100-prozentige Fitness, nach seinen Verletzungsproblemen (Dysbalance) gehe es Pizarro aber bereits „wesentlich besser“.

Dante 'ein echter Gewinn'

Offensiv hat Heynckes somit die Qual der Wahl - und auch defensiv kommt der Kader der Münchner breiter daher. Mit Dante steht Heynckes ein gestandener Innenverteidiger mehr zur Verfügung. Im Supercup hatte der Brasilianer in der ersten Elf gestanden, am Montag entschied sich Heynckes für das Duo Holger Badstuber / Jérôme Boateng. „Dante hatte zuletzt leichte Wadenschmerzen, ich musste kein Risiko eingehen“, berichtete Heynckes, der geradezu von seinem neuen Defensivmann schwärmt. Dante sei ein „Gewinn für die Mannschaft“. Seine Persönlichkeit und Autorität imponieren Heynckes.

Die Einkäufe des FC Bayern haben sich also schnell integriert und bleiben trotz ihrer starken Auftritt bescheiden. „Ich will mich mit guten Leistungen einbringen“, sagte Shaqiri, Mandzukic ergänzte: „Ich freue mich über meine Tore, aber die Siege sind viel wichtiger. So wird es immer bleiben.“ Auch die Neuzugänge fünf, sechs und sieben - Manuel Neuers Backups Tom Starke und Lukas Raeder sowie Talent Mitchell Weiser - ließen ihr Können in Testspielen und den Trainingseinheiten aufblitzen. Heynckes‘ Fazit: „Wir haben im Vergleich zum letzten Jahr ganz andere Optionen.“ Auch bei den Freistoßschützen.

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